Beim TuS Eichlinghofen trainiert der Onkel und trifft der Neffe

mlzFußball Bezirksliga

Der Onkel steht an der Linie, der Neffe auf dem Platz – beim Bezirksligisten TuS Eichlinghofen ist das gerade so. Dabei war der Plan doch eigentlich mal ein ganz anderer.

Dortmund

, 30.07.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am letzten Sonntag hat Julian Risse gezeigt, dass er für den TuS Eichlinghofen in der kommenden Bezirksligasaison durchaus eine Verstärkung sein kann. Im Testspiel gegen den A-Ligisten Arminia Marten traf er in der 72. Minute zum entscheidenden 1:0. Seinen Onkel Marc Risse hat es gefreut – und das nicht nur als Onkel sondern auch als Trainer des TuS Eichlinghofen.

Geplant war die Zusammenarbeit nie, obwohl Marc Risse zugibt, die fußballerische Entwicklung des Sohnes seiner Schwester schon immer genau im Blick gehabt zu haben. „Julian spielt ja schon lange – erst beim FC Brünninghausen in der Jugend, später dann bei Rot Weiß Barop. In Barop hat er auch sein erstes Seniorenjahr gespielt und sich in dieser Zeit unheimlich gut entwickelt und einen Riesensprung gemacht. Und ich hätte ihm gewünscht, dass er sich in Barop genauso hätte weiter entwickeln können.“

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Doch im März war klar, dass Mounier Bazzani, jener Coach, unter dem Julian Risse, die gute Entwicklung gemacht hatte, Rot-Weiß Barop nicht erhalten bleiben würde. „Ein, zwei Monate hingen die Jungs in Barop da in der Luft, bis dann die gute Lösung mit dem neuen Trainer Frank Eigenwillig gefunden war. In dieser Zwischenzeit hatte ich aber die Sorge, dass Julian sich von Barop ganz wegorientiert. Und eh er dann irgendwo landet, hab ich ihn doch lieber nach Eichlinghofen geholt.“

„Ich hab das schon als einen gewagten Schritt gesehen“, sagt Julian Risse. „Ich hatte zu dem Zeitpunkt ja gerade erst ein Jahr Senioren hinter mir – auch wenn das gut gelaufen ist.“ Marc Risse ist unterdessen davon überzeugt, dass Julian ins Team passt. „Wir wollen uns ohnehin verjüngen in Eichlinghofen, und da fügt sich Julian mit seinen 20 Jahren genauso gut ins Bild wie sein bester Freund Angelos Kasapis, der ebenfalls von Rot-Weiß Barop zu uns gestoßen ist.“

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Den Sprung eine Spielklasse höher traut Risse seinem Neffen absolut zu. „Er ist flexibel einsetzbar, kopfballstark, physisch fit hat im Spiel gegen Marten wirklich einen gut Eindruck gemacht.“

Und letztlich vertraute Julian Risse der Expertise seines Onkels. „Wir sind ja ohnehin dauernd in Sachen Fußball in Kontakt, verfolgen, was der jeweils andere mit seiner Mannschaft gerade so macht. Und da kann er auch mich schon sehr gut einschätzen“, sagt Julian Risse.

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Zu Hause fühlt sich der 1,95-Meter-Mann übrigens vor allem im Mittelfeld auf Sechser-Position. „Obwohl, auf der Acht krieg ichs wohl auch hin“, fügt er hinzu und man hört ein leises Lachen durchs Telefon. Als „Kante“ möchte sich Julian indessen trotz seiner stattlichen Größe nicht bezeichnen. „Ist halt schwierig mit 1,95 Meter Kilos aufzubauen. Ich bin eher so ein drahtiger Kerl und komm sowieso mehr über die Ausdauer. Also passt schon.“

Nur noch nicht beim Testspiel gegen Marten. „Da war ich nach 75 Minuten wirklich platt. Aber nach der Corona-Pause ist das auch kein Wunder.“ Und als Entschädigung gab´s schließlich das 1:0. Einstand gelungen.

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