Dortmund bekommt seine Großsporthalle - Rat entscheidet sich für den großen Wurf

mlzNeue Sporthalle

Platz für 3250 Zuschauer, mehr als 25 Millionen Euro teuer: Die Stadt Dortmund erhält endlich ihre eigene Großsporthalle. Am Donnerstag hat der Rat die Entscheidung gefällt.

Dortmund

, 26.09.2019, 14:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wann genau der Wunsch nach einer Großsporthalle das erste Mal aufgekommen ist, lässt sich heute wohl kaum noch konkret beantworten. Irgendwann Anfang der 90er Jahre, vielleicht auch etwas früher, mag das gewesen sein. Seitdem lechzt die Stadt Dortmund, die sich selbst so gerne Sportstadt nennt, nach einer solchen Stätte. Nur, passiert war lange nichts.

Bis Anfang dieses Jahres. Damals, im März, entschied die Investitionskonferenz unter der Leitung von Oberbürgermeister Ullrich Sierau, „in Dortmund den Bau einer Großsporthalle in Angriff“ nehmen zu wollen. Nun, ein halbes Jahr später, ist der Startschuss endgültig gefallen.

Sporthalle soll im Rat die letzte Hürde nehmen

Die letzte Hürde für das Großprojekt wurde am Donnerstagabend, am 26. September, übersprungen. Der Rat der Stadt Dortmund fasste endgültig den Beschluss für den Bau einer Großsporthalle am Dortmunder U mit mehr als 3000 Zuschauer-Plätzen. Die Abstimmung, so heißt es schon vorher aus den Fraktionen, war eine reine Formsache.

„Eine vergleichbare Halle gibt es bislang nicht, daher braucht die Stadt so eine Sportstätte händeringend“, sagt Ute Mais, sportpolitische Sprecherin der Dortmunder CDU-Fraktion. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen dafür, den Spitzensport hier halten und weiter ausbauen zu können.“

Jetzt lesen

Hans Peter Balzer, sportpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, erklärte im Vorhinein: „Viele Sportarten würden davon profitieren. Und neben dem Liga-Betrieb könnte man dort, als Beispiel, auch große Handball- oder Ringer-Turniere ausrichten. Und natürlich die Hallenfußball-Stadtmeisterschaften.“

Auch bei den Grünen stieß der Vorschlag auf offene Ohren. „Wenn man schon eine solche Sporthalle plant, dann sollte man auch mal klotzen und nicht kleckern“, betonte Barbara Brunsing. Durch solch eine Sportstätte werden gerade auch Kindern, die sich sonst in erster Linie mit Fußball auseinandersetzen, andere Sportarten näher gebracht.“

Vergabeverfahren wohl noch im November

Nun wird mit einem Vergabeverfahren ein Büro gesucht, das den Planungswettbewerb betreut. Das soll bis November geschehen sein. Anschließend kümmert sich dieses Büro um den Wettbewerb, der von Dezember bis Juni 2020 durchgeführt wird.

Mit dem Bau soll schließlich im November 2022 begonnen werden. Die Fertigstellung ist für Juli 2025 geplant.

Sportstätte sollen großen Hallensportarten gerecht werden

Die neue Sportstätte, so heißt es seitens der Verwaltung, werde „den Wettbewerbsbedingungen der drei großen Hallenballsportarten gerecht“. Sie werde demnach auf den nationalen und internationalen Wettkampfsport ausgerichtet und damit auch für andere Sportarten eine adäquate Wettkampfstätte bieten.

Als Nutzung seien unter anderem angedacht:

  • Handball-Bundesliga, Jugendhandball-Bundesliga
  • Veranstaltungen im Ringen (international und national)
  • EM/ WM im Para-Badminton
  • Stadtmeisterschaften im Hallenfußball
  • nationale und internationale Meisterschaften im Bereich Jugendhandball,
  • Frauenhandball, Hockey, Volleyball und Basketball
  • Ergänzung und weitere Entlastung des aktuellen Spielbetriebs der Ballsportarten

Neubau am Dortmunder U geplant

Geplant ist der Neubau am Dortmunder U, genauer auf der Parkplatzanlage an der Übelgönne/Unionsstraße. Die Kosten für „Variante 4“ bezifferte die Verwaltung in ihrer Beschluss-Vorlage mit 25,7 Millionen Euro.

Bei dieser Version der Großsporthalle handelt es sich um eine Vierfachhalle mit „fest installierter Tribünenanlage, die 3250 Zuschauern Platz bieten soll. Dazu gehört auch „eine eingeschossige Tiefgarage sowie eine viereinhalb-geschossige Parkpalette“, die insgesamt 391 Parkplätze bieten. Die Finanzierung, heißt es nun, solle über das sogenannte Sondervermögen der Stadt Dortmund abgewickelt werden. Vorher war von Fördergeldern die Rede gewesen.

Politik will Anwohner bei Parksituation miteinbeziehen

Die Parksituation ist der einzige Punkt, der den Fraktionen zumindest vorher leichtes Unbehagen bereitet hatte. „Das könnte sich als etwas schwierig erweisen“, sagt Ute Mais. „Wir sind zwar in Bahnhofsnähe und die öffentliche Anbindung ist auch gut, aber viel Platz zum Parken steht dort nicht zur Verfügung.“

Es werde wichtig sein, hier die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner zu berücksichten, sagt Barbara Brunsing von den Grünen. „Zudem gilt es, den ÖPNV attraktiver zu gestalten.“ Ansonsten aber haben fast alle das Projekt mit „großer Freude“ begleitet, wie auch Hans Peter Balzer (SPD) erklärt.

Verwaltung schlägt vier Varianten vor

Insgesamt hatte die Verwaltung vier Varianten vorgeschlagen. Angefangen bei einer einfachen Vierfachhalle mit Platz für bis zu 200 Zuschauer mit mobiler Tribünenanlage (Kosten 14,5 Millionen Euo) über eine Vierfachhalle für 500 Zuschauer, ebenfalls mit mobiler Tribünenanlage (15,9 Millionen Euro), sowie für 1500 Zuschauer mit fest installierter Tribünenanlage (19,1 Millionen Euro) bis zu favorisierten vierten Variante.

Notwendig geworden war die Planung wegen des Mangels an bundesliga-tauglichen Sportstätten in Dortmund sowie dem Bedarf einer Schulsporthalle am Standort Unionstraße für das Robert-Schuman-Berufskolleg und das Robert-Bosch-Berufskolleg.

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Hallenfußball-Stadtmeisterschaft
Halle: Schwerter Klub bei zwei Turnieren – Es kann zur Termin-Kollision mit Dortmund kommen