Böse Überraschungen: Dortmunder Bezirksliga-Trainer ärgern sich über fehlende Derbys

mlzFußball-Staffeleinteilung

Der FLVW hat die überkreisliche Ligeneinteilung im Amateurfußball in Westfalen veröffentlicht. Die Dortmunder Bezirksligisten erwarten viele Veränderungen. Der Verband hat viele Klubs umgruppiert.

Dortmund

, 20.07.2020, 14:18 Uhr / Lesedauer: 3 min

Zwölf Dortmunder Amateurfußballklubs kicken in der kommenden Saison in der Bezirksliga. Die Vereine hatten eigentlich gehofft, dass sie in der neuen Spielzeit dann in einer Liga gegeneinander kicken werden, sodass sich Spieler, Trainer und Zuschauer über viele Dortmunder Derbys freuen können. Der Verband macht den Vereinen mit seiner Ligeneinteilung am Montagmittag aber einen Strich durch die Rechnung.

Auf zwei Ligen verteilte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) das Dutzend an Dortmunder Vereinen auf. Vier Klubs kicken künftig in der Bezirksliga 8, acht Vereine in der Bezirksliga 9. Daraus ergeben sich interessante Konstellationen, über die allerdings nicht jeder Verein glücklich ist.

Vier Dortmunder Klubs in der Bezirksliga

Der TuS Hannibal und sein Coach Hamsa Berro spielen weiterhin in der Bezirksliga 8. Der Tabellenvierte des Vorjahres trifft dort künftig nun aber auf viele andere Gegner. Die einzigen Dortmunder Konkurrenten sind lediglich DJK TuS Körne, VfR Sölde sowie Aufsteiger ASC 09 Dortmund II. Weitere Dortmunder Klubs sucht man in dieser Staffel vergeblich.

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„Die Einteilung gefällt mir gar nicht“, sagt Berro. „Jeder Dortmunder möchte doch gerne die Derbys haben, wegen der Zuschauerzahlen und auch wegen der Fahrzeiten. Ich fahre doch lieber mal nach Mengede oder zu Germania, als zu den anderen neuen Klubs“, sagt Berro. Bekannt sind dem Trainer aber zumindest drei der vier Lüner Klubs. Neben dem BV Brambauer, dem TuS Westfalia Wethmar und dem Lüner SV II tritt nun auch Aufsteiger BW Alstedde in der Bezirksliga 8 an. „Wethmar hat eigentlich eine solide Mannschaft, Brambauer schätze ich stark ein und Alstedde wird mit dem Strom schwimmen und auch oben dabei sein“, so Berro.

Schwerter Teams komplettieren die Staffel 8

Neben den Dortmunder und Lüner Klubs tummeln sich auch in der kommenden Spielzeit Klubs aus dem Unnaer Raum in der Staffel 8. Der SSV Mühlhausen bleibt in der Liga, ebenso die SG Massen und die Reserve des Holzwickeder SC. Neu sind dagegen die beiden Aufsteiger Türkischer SC Kamen und Königsborner SV. „Das sind Mannschaften, die ich noch gar nicht einschätzen kann“, sagt Berro.

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Das war aber noch nicht alles. Neben den Klubs aus Dortmund, Lünen und Unna/Hamm komplettieren Vereine aus Schwerte diese Liga. Neu dabei sind künftig der VfL Schwerte, der ETuS Schwerte und der Geisecker SV. „Zur Planung sind die neuen Teams nicht von Vorteil“, sagt Berro, der Körne für den Ligaprimus hält und selbst gerne in die Top drei möchte.

Schwerter Klub ist „total überrascht“

Und wie reagieren die Verantwortlichen der drei umgruppierten Vereine aus Schwerte? „Ich bin total überrascht“, gestand Kamal Hafhaf, Sportlicher Leiter des VfL Schwerte, in einer ersten Reaktion – beim VfL hatte man offensichtlich nicht mit einer Umgruppierung gerechnet. Hafhaf hält die Staffel 8 mit Mannschaften wie Königsborn, Sölde, Körne oder der Aplerbecker Oberliga-Reserve für „attraktiver, aber auch sportlich stärker als die Staffel 6.“

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Im Gegensatz zu Hafhaf zeigte sich André Haberschuss, Trainer des ETuS/DJK Schwerte, ganz und gar nicht überrascht von der Umgruppierung. „Ich habe damit gerechnet“, sagt Haberschuss. Wie Hafhaf hält auch der Coach der „Östlichen“ die Liga für „fußballerisch stärker“. Aber das müsse für seine Mannschaft kein Nachteil sein, meint Haberschuss: „Wir haben häufig gegen fußballerisch gute Mannschaften besser ausgesehen als gegen Mannschaften, die über den puren Kampf kommen. Deshalb sehe ich in der Umgruppierung durchaus Vorteile für uns. Und vielleicht kommen ja auch mehr Zuschauer, wenn es mal gegen andere Mannschaften geht.

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Auch Thomas Redel, Sportlicher Leiter des Geisecker SV, sieht die Umgruppierung positiv: „Von der sportlichen Stärke her kann ich es noch nicht einschätzen. Aber es ist mal was Anderes – das muss nicht verkehrt sein, zumal die Entfernungen zu den Auswärtsspielen sich auch in Grenzen halten“, meint Redel.

Wilde Einteilung in der Bezirksliga 9

Noch etwas wilder geht es in der Bezirksliga Staffel 9 zu. Acht Dortmunder Teams kicken in der 16 Teams starken Staffel. Das sind der VfL Kemminghausen, Mengede 08/20, der BV Viktoria Kirchderne, der TuS Eichlinghofen, der FC Roj, RW Germania Dortmund sowie die beiden Aufsteiger SV Westfalia Huckarde und DJK BW Huckarde.

Daneben komplettieren Klubs aus dem Castroper Raum, aus Recklinghausen, aus Witten sowie aus dem Altkreis Lüdinghausen die Gruppe. Das sind die Spielvereinigung Blau-Gelb Schwerin, Teutonia SuS Waltrop, SG Castrop-Rauxel, FC Castrop-Rauxel, TuS Stockum sowie der SuS Olfen, FC Nordkirchen und Union Lüdinghausen.

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Thomas Faust, Trainer des Aufsteigers BW Huckarde, nimmt die Einteilung sportlich. „Es ist natürlich schade, dass einige Dortmunder Klubs weg sind. Es ist aber gut, dass wir zumindest mit acht Dortmunder Teams in der Liga spielen. Wir haben auch die Castroper in der Liga, die direkt nebenan sind. Damit kann ich leben“, so der Coach.

Gespaltene Meinung in Castrop-Rauxel

In Castrop reagierte man zwiegespalten auf die Einteilung. Dennis Dannemann, Spielertrainer der SG Castrop, sagt: „Dass die Recklinghäuser Clubs wegfallen, ist sehr ungewohnt für uns. Die Spielbeobachtung bei diesen Gegnern ist für uns jetzt leider vollkommen nutzlos. Auf den ersten Blick scheint es eine ausgeglichene Liga zu sein. Ich freue mich auf unsere zwei Derbys. Dass jetzt Olfen, Nordkirchen und Lüdinghausen bei uns sind, ist durch die Nähe zu Waltrop plausibel.“

Die erste Reaktion von Dennis Hasecke, der Coach der Spvg Schwerin, war: „Das ist eine richtig starke Liga. Das sind richtige Brocken dabei. Wir freuen uns auf diese Herausforderung“ Im vergangenen Jahr gab es nur zwei Überflieger in der Staffel 9. Jetzt haben viele Teams richtig Qualität. Hasecke: „Wir aber auch. RW Germania hat zum Beispiel zuletzt eine starke Saison gespielt.“

Die Dortmunder Klubs müssen sich also auf viele neue Gegner und einige weite Fahrten bis ins Münsterland einstellen.

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