Bövinghausen: Herr Mützel, stehen Sie nach dem Herne-Sieg noch mehr unter Druck?

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Der TuS Bövinghausen ist mit einem klaren 3:0-Erfolg gegen Westfalia Herne in die Testspielvorbereitung gestartet. Ist der Aufstiegsdruck damit noch einmal gestiegen, Sebastian Mützel?

Dortmund

, 29.07.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sebastian Mützel (30) heißt der neue Kapitän beim Fußball-Westfalenligisten TuS Bövinghausen. Im Interview spricht der Mittelfeldspieler über sein neues Amt im Team und über die Favoritenrolle seiner Mannschaft.

Mit zwei Tagen Abstand: Sebastian Mützel, wie bewerten Sie den Test gegen Ihren Ex-Klub Westfalia Herne?
Von unserer Seite war das bisher eine sehr gute Vorstellung. Dafür, dass wir gefühlt ein halbes Jahr nicht gespielt haben und erst zwei Trainingseinheiten hatten, haben wir das echt sehr gut gemacht. Am Ende hat vielleicht etwas die Kraft gefehlt. An der Fitness und am taktischen Verständnis müssen wir noch etwas arbeiten.

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Wundert es Sie, dass Ihre Mannschaft nach über vier Monaten Pause schon wieder so gut drauf ist?

Dass wir eine große Qualität im Kader haben, ist mir bewusst. Da waren auch schon einige schöne Spielzüge dabei, die gut aussahen. Wir haben allerdings auch keinen kompletten Umbruch vor uns. Wir haben uns punktuell verstärkt. Stamm und Kern der Mannschaft haben sich ja gefunden. Die Neuzugänge müssen nun auf den Zug drauf.

Der TuS Bövinghausen gehört zu den Top-Favoriten auf den Oberliga-Aufstieg. Gegen Herne hat ihr Team nun gewonnen. Erzeugt so ein Sieg noch einmal zusätzlichen Druck?
Dass uns die Experten und außenstehenden Leute zum erweiterten Favoritenkreis zählen, ist schön und gut. Das gibt uns natürlich Bestätigung und zeigt, dass wir hier gute Arbeit leisten. Wir kommen aber in eine neue Liga, in der wir einen sehr langen Atem brauchen und kontinuierlich punkten müssen. Der Zweite geht leer aus. Wir müssen von Beginn an liefern.

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Aber ist es mit diesem Kader überhaupt möglich, nicht um den Aufstieg zu spielen?

Bei einem Aufstieg spielen immer mehrere Sachen eine Rolle. Manchmal kann auch die individuell schlechtere Mannschaft oben mitspielen und die Mannschaft, mit den guten Individualisten nicht. In der Vorbereitung gibt es immer viele Experimente. Eine richtige Tendenz gibt es erst nach fünf bis acht Spieltagen. Wir müssen die Füße still halten.

Ist Ihr Team denn eines mit vielen Individualisten oder kommt Bövinghausen auch als geschlossene Einheit daher?

Die Mischung passt bei uns. Die Leute, die wir dazu geholt haben, passen super ins Mannschaftsgefüge. Jetzt müssen wir nur noch Woche für Woche alles optimieren.

Es waren am Sonntag auch ein paar Neuzugänge im Einsatz: Wer hat bleibenden Eindruck hinterlassen?

Auf jeden Fall die Rudolph-Brüder, die haben einen super Eindruck hinterlassen. Patrick hat sehr gut hinten abgeräumt und Kevin hat vorne auf der Zehn und im Sturm gut gespielt. Auch Ervin (Catic, Anm. d. Red.) hat vorne richtig gut gewirbelt. Bei ihm hat man auch im Training schon gesehen, dass er viel Potenzial hat. Und unsere beiden Torhüter haben auch eine super Leistung gezeigt.

Was auffällig war: Dino Dzaferoski hat dieses Mal in der Innenverteidigung und nicht auf der Sechs gespielt...

Dimi (Dimitrios Kalpakidis, Trainer TuS Bövinghausen, Anm. d. Red.) wird sich dabei etwas gedacht haben. Dino hat ein super Spiel gemacht. Er kann aber natürlich auch auf der Sechs spielen. Das ist ein bisschen unser Vorteil. Wir können alle flexibel spielen. Das ist ein positiver Beitrag und kann eine Erfolgsgeschichte für die Zukunft sein.

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Sie sind bekanntlich neuer Kapitän beim TuS Bövinghausen. Wie lief das Prozedere genau ab?

Das Trainerteam und Dino sind auf mich zugekommen und haben mich gefragt, ob ich mir das Kapitänsamt vorstellen kann. Ich habe dann mit Leuten und Spielern gesprochen, die schon länger im Verein sind und gefragt, ob sie auch einverstanden sind, damit es nicht zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Wir haben das dann alles super geregelt und es sind keine negativen Stimmen gekommen.

Was bedeutet Ihnen das Amt?

Ich freue mich natürlich, möchte es aber auch nicht zu hoch bewerten. Ich habe mich auch vorher schon als Führungsspieler gesehen, weil ich viel Erfahrung mitbringe und hoch gespielt habe. Ich kenne meine Rolle.

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Sie sind jetzt rund ein Jahr beim TuS Bövinghausen aktiv – wie lautet Ihr Zwischenfazit?

Wir hatten ja den Trainerwechsel. Zuerst war Thorsten (Legat, Anm. d. Red.) da, der mich auch nach Bövinghausen geholt hat. Jetzt haben wir mit Dimi einen perfekten Trainer bekommen. Die Zahlen sprechen für ihn. Unter Thorsten hatte es damals noch nicht so gut funktioniert, da waren wir noch in der Findungsphase. Dimi hat alles noch einmal verfeinert und jetzt geht es steil bergauf. Leider konnten wir die letzte Saison nicht zu Ende spielen, aber jetzt geht es darum, weiterzumachen.

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