Brackel, Wickede und KSC legen Fehlstart hin

Fußball: Westfalenliga 2

Die neue Saison ist für die drei Dortmunder Fußball-Westfalenligateams nicht zufriedenstellend gestartet. Brackel (11.), Wickede (14.) und Kirchhörde (15.) stecken im Tabellenkeller fest. Drei Leistungsträger der Klubs erklären, warum ihr Team so schlecht gestartet ist und ob es noch nach oben geht.

DORTMUND

19.09.2017, 10:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Dortmunder Spieler müssen nach ganz unten auf die Tabelle schauen, um ihre Teams zu entdecken.

Die Dortmunder Spieler müssen nach ganz unten auf die Tabelle schauen, um ihre Teams zu entdecken.

Mirza Basic (27, SV Brackel 06): „Unten rein kamen wir erst durch die beiden Nieder-lagen gegen Erkenschwick und in Lünen. Ich nehme es vorweg: Das Spiel beim LSV ärgert mich persönlich besonders, weil ich hätte vier Tore erzielen können.

Ich meine also nicht nur den verschossenen Elfmeter. Zudem fehlte bei mir, wenn ich auf die Lüner Kette zugelaufen bin, der Pass in die Schnittstelle. Die beiden Spiele haben wir aber auch verloren, weil wir gegen Erkenschwick drei Spieler wegen Feldverweisen verloren und in Robin Rosowski einen sehr wichtigen Spieler aus Verletzungsgründen auswechseln mussten.

Wir mussten daher in Lünen mächtig improvisieren und haben da so unsere Schwierigkeiten gehabt. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass wir die ersten fünf Spiele nicht verloren haben. Die drei Unentschieden waren aber zu wenig. In allen Spielen war auch mehr drin.

Wir machen zwar, im Vergleich zu früher, öfter das Spiel, sind aber noch zu ineffizient. Selbst wenn du noch so erfreuliche Unentschieden einfährst, bringt dich das am Ende nicht weit nach vorne. Hoffnung macht, dass wir in allen Spielen bewiesen haben, mithalten zu können. Gerade gegen Teams von oben haben wir im Vorjahr gezeigt, dass sie uns liegen. Robin Rosowski, Veit Wettklo und in einer Woche Yamoussa Sylla kommen zurück. Wir sind gut genug, um nicht dauerhaft unten zu stehen.“

 

Andreas Toetz (34, Westfalia Wickede): „Wir sind schon ziemlich enttäuscht, da braucht man überhaupt nichts beschönigen. Es war unser Anspruch, unter die ersten Vier zu kommen, davon sind wir nach dem schlechten Start weit entfernt.

Unser größtes Problem ist das immense Verletzungspech, das sich wie ein roter Faden durch diese Saison zieht. Mit Nils Dietz und Marco Dej fehlt die komplette Zentrale und immer wieder kommen Ausfälle weiterer Leistungsträger hinzu. Das ist wohl von keiner Mannschaft zu kompensieren. Ein Qualitätsverlust ist die logische Folge, und durch die Niederlagen ist die Verunsicherung groß. Das war auch am Sonntag gegen Wiemelhausen zu sehen: Wir haben gut begonnen, aber beim ersten Gegentor fiel das gesamte Gebilde wie ein Kartenhaus zusammen.

Um es deutlich zu sagen: Am Trainergespann liegt es nicht, vielmehr müssen wir uns Spieler an die eigene Nase fassen. Die Arbeit zwischen den beiden funktioniert, Alex Gocke und Thomas Gerner machen als gleichberechtigte Partner einen guten Job.

Die aktuelle Situation macht es natürlich für alle nicht leicht. Wir müssen uns wohl erst einmal bis zur Winterpause durchkämpfen, dabei darum bemüht sein, den Anschluss nicht zu verlieren, so viele Punkte wie möglich zu sammeln und dann mit hoffentlich komplettem Kader versuchen, eine Serie zu starten. Sind endlich mal alle einsatzbereit und fit, sind wir in der Lage, jeden in dieser Liga zu schlagen. Davon bin ich nach wie vor überzeugt.“

 

David Wawrzynczok (26, Kirchhörder SC): „Wir hatten bereits in der Vorbereitung viele Ausfälle, konnte nie so richtig trainieren, wie es die Trainer gerne gehabt hätten. Die Vorbereitung erfüllte also nicht ihren Zweck, da sie ja auch dazu da ist, nicht nur fit zu werden, sondern auch die Abläufe einzustudieren. Und das funktioniert dann nicht so.

Zwar kommen jetzt immer mehr Leute zurück, aber es fallen eben auch immer welche aus. Diese Personalsituation ist sicherlich ein Hauptgrund für unseren enttäuschenden Start. Dazu kommt, dass wir zu viele selbstverschuldete Gegentore kassieren.

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Neun erzielte Treffer sind ja nicht schlecht. Die bringen uns aber nicht weiter, wenn wir 16 hinnehmen müssen. Da passieren uns zu viele Fehler. Wenn ich nur die denkbar knappen Heimspiele gegen Brackel und Finnentrop nehme. Da schießen wir in zwei Heimspielen sechs Tore und bestrafen uns selbst. Hätten wir diese Partien gewonnen, müssten wir über Ursachen für einen Fehlstart gar nicht reden.

Ich denke aber, dass wir, wenn alle da sind, mehr Qualität im Kader haben als im Vorjahr. Wir müssen im Training aber auch in den Spielen Gas geben, erst Recht, wenn alle fit sind und wir dann gezielter arbeiten können. Jedenfalls ist alles nah beieinander und wir können mit einem positiven Lauf schnell da unten rauskommen und die Regionen anpeilen, in die wir qualitativ auch gehören.“

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