Brackeler Spieler schreit seine Wut heraus: Die Mannschaft von Giovanni Schiattarella lebt

mlzFußball in Dortmund

Der SV Brackel verliert das Pokalspiel gegen den TuS Bövinghausen. Die zweite Derby-Niederlage direkt hintereinander. Ein Spieler der Brackeler ließ seinen Emotionen im Anschluss freien Lauf.

Dortmund

, 23.11.2019, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marc Langfeld war außer sich. Der Innenverteidiger des SV Brackel schrie seine Wut aus sich heraus, ließ seinem Frust, seinen Gefühlen freien Lauf. Irgendwie schien ihn aber keiner zu hören. Seine Mitspieler bereits alle auf dem Weg in die Kabine, sein Trainerteam saß auf der Bank, besprach sich.

„Sag den Jungs das in der Kabine!“

So eben ging das Pokalspiel gegen den TuS Bövinghausen verloren und Giovanni Schiattarella, Übungsleiter der Brackeler, nahm den Wutausbruch von Langfeld hin. „Ist gut“, rief er dem 26-Jährigen zu. „Sag den Jungs das in der Kabine!“

Langfeld regte sich auf. Über den Verlauf des Spiels, die knappe 0:1-Niederlage. Sein Trainer konnte das verstehen: „Wir haben sehr viel investiert, waren sehr dominant. Wir haben die komplett eingesperrt, hatten mehrere Torchancen, wo wir es vorentscheiden müssen.“

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Doch das hat der SV Brackel nicht. Patrick Sacher schoss die beste Chance an die Latte, Alexander Gowik vertändelte den Nachschuss in der ersten Hälfte. Im zweiten Abschnitt vergab Alessandro Rath die beste Möglichkeit kurz nach der Pause.

Rath musste nur wenige Minuten später den Platz verlassen. Nicht, weil Schiattarella mit der vergebenen Möglichkeit haderte, sondern: Rath zeigte dem Schiedsrichter angeblich die Wischer-Geste und kassierte dafür die Rote Karte.

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„Selbst nach dem Platzverweis die zehn, 15 Minuten, hat man die Unterzahl gar nicht so gesehen“, befand Schiattarella. „Am Ende war es dann eine Kraftsache, da musst du tiefer verteidigen.“

Denn trotz Unterzahl versuchte Brackel immer noch den Weg in der Offensive zu suchen, den Siegtreffer zu erzielen, was dem Gast aus Bövinghausen Kontermöglichkeiten gab, den Brackelern für die Schlussphase womöglich die nötige Spritzigkeit mit einem Mann weniger kostete.

Schiattarella betreibt keine Schwarzmalerei

„Entweder ist es der erste Torschuss oder eine Standardsituation“, haderte Schiattarella mit dem Gegentreffer nach einer Ecke. „Symptomatisch für unsere Situation im Moment“ sei dies, befand Brackels Trainer.

Wenngleich die Situation nicht allzu rosig erscheint, nach zwei Derby-Niederlagen hintereinander - erst in der Liga gegen Hombruch und nun im Pokal gegen Bövinghausen - möchte Schiattarella keine Schwarzmalerei betreiben: „Es ist ja nicht so, dass wir im Sumpf stecken. Wir haben ein Pokalspiel verloren, nicht mehr und nicht weniger.“

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Sein Personal hat nun bis Dienstag frei, Köpfe freibekommen, das spielfreie Wochenende genießen, ehe es dann zur Analyse der Pokalniederlage kommen wird.

Marc Langfeld hätte zu der Analyse bestimmt etwas beizutragen. Giovanni Schiattarella begrüßt das. „Die Mannschaft lebt“, freut er sich, „das ist auch gut so. Sie dürfen Emotionen zeigen!“

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