Brinkmann startet beim 24-Stunden-Rennen

Motorsport

Der Stress wird zermürbend, die Belastung für die Fahrer riesengroß. Ist Dominik Brinkmann beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring in der Nacht von Pfingstsonntag (Start: 17 Uhr/live bei Sport1) auf Montag einen kurzen Moment unachtsam, „dann kann´s richtig wehtun“. Der Dortmunder ist sich der Gefahr bewusst.

DORTMUND

von Von Sebastian Reith

, 14.05.2013, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Haribo-Fahrer um Dominik Brinkmann (2.v.l.).

Die Haribo-Fahrer um Dominik Brinkmann (2.v.l.).

Dominik Brinkmann gilt als Fahrer mit konstanten Rundenzeiten. „Das ist beim Langstreckenrennen sehr wichtig“, sagt der gebürtige Lüner – und er macht die Nacht auf der Strecke zum Tage. Denn: „Ich kann in der Nacht die gleichen Rundenzeiten fahren wie tagsüber. Das hat grad im letzten Jahr gut funktioniert“, erzählt der Porsche GT3-Fahrer, der fast 500 PS über die Nordschleife manövriert. Dabei gibt es kaum härtere Wettbewerbe als 24-Stunden-Rennen, und noch dazu auf dem Nürburgring. Über 33 Links- und 40 Rechtskurven mit unterschiedlichen Steigungen verfügt die „Grüne Hölle“ in der Eifel. Eine Runde beträgt 25,378 Kilometer – achtmal kommen die Fahrer mit einer Tankfüllung hin, dann sind die 100 Liter Benzin verbrannt. 190 Autos sind unterwegs, etwa 100 kommen nur ins Ziel, mal wegen Technik-Pannen, mal wegen Fahrfehlern. Wer hier einen Fehler macht – ob im Hellen oder Dunklen –, der könnte ihn teuer bezahlen.

„Ich kenne die Strecke für mein Alter sicherlich gut, aber man hat nie ausgelernt. Es gibt immer Kurven, in denen man dazulernen kann“, sagt Brinkmann, der seit Jahresbeginn für das Haribo Junior Team fährt. Das Fernlicht des Boliden wird zum Dauereinsatz kommen, Brinkmann peilt aber zusätzlich ein kleines blaues Blinklicht an, das die Top40-Fahrer des Qualifying führen dürfen. „Sieht jemand das Licht im Rückspiegel, macht er eher Platz“, weiß er. „Wir fahren in der Nacht länger, weil die Fahrer sich an die Dunkelheit gewöhnt haben“, erklärt Brinkmann. Statt stündlich zu rotieren, wechseln sich die vier Piloten nur noch alle zwei Stunden ab, um sich gegenseitig ein wenig Schlaf zu gönnen. Trotzdem kommt Brinkmann nach seinem Stint nur schwer zur Ruhe: „Da werden Adrenalin und Hormone ausgeschüttet, es dauert eine Dreiviertelstunde, bis man runterkommt.

Dann kann man vielleicht eine Stunde schlafen. Erholung ist das nicht.“ Weil Brinkmann seit diesem Jahr einen Porsche mit Heckantrieb fährt, war die Umstellung groß. „Das Auto ist sehr sensibel, gerade bei Nässe. Deshalb hoffe ich auf trockenes Wetter. Aber die Eifel ist unberechenbar. Da kann es im Mai auch nochmal schneien“, sagt er – und wird es nehmen, wie es kommt. Wie es nach dem anstrengenden Marathon am Nürburgring für Brinkmann weitergeht, weiß er noch nicht – sein Vertrag beim Team mit dem großen Goldbären auf der Motorhaube läuft Ende Mai aus. „Ich hoffe, dass Teams auf mich zukommen oder dass ich bei Haribo verlängern kann“, kann sich Brinkmann eine Zukunft bei der Gummibären-Bande vorstellen. Erreicht er den angepeilten Platz unter den besten Zehn, sind beide Möglichkeiten vorstellbar.

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