Der FC Brünninghausen hat sich entschieden. Der 27jährige Maximilian Borchmann bleibt Trainer beim Oberligisten. Im Kader wird sich aber etwas ändern. Der Topstürmer geht wohl von Bord.

Dortmund

, 06.03.2019, 17:33 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie wollten sich eigentlich ein bisschen Zeit lassen in Brünninghausen, doch wie das so ist im Fußball, kam dann doch alles ganz anders. Maximilian Borchmann, 27jähriger Interimstrainer beim Oberligisten FC Brünninghausen bleibt auch weiterhin und über die Saison hinaus am Ruder des blau-weißen Kreuzers vom Hombruchsfeld.

Pragmatische Gründe

Die Gründe für die dann doch plötzliche Entscheidung sind zunächst einmal vor allem pragmatischer Natur: „Man kann in der Oberliga nicht bis in den April hinein warten, um mit der Kaderplanung zu beginnen“, sagt Geschäftsführer Klaus-Dieter Friers. Und weil man dafür einen Trainer benötigt, ist die Entscheidung für Borchmann konsequent: „Sie ist uns leicht gefallen“, sagt Friers, „er ist ein Fußballfachmann, der taktisch gut ausgebildet ist und die richtigen Ansprachen findet.“

Maximilian Borchmann ist unter den zehn jüngsten Trainern oberhalb der sechsten Liga.

Maximilian Borchmann ist unter den zehn jüngsten Trainern oberhalb der sechsten Liga. © Schütze

Borchmann ist damit der viertjüngste Cheftrainer oberhalb der sechsten Liga, der zweitjüngste in der Oberliga – und war selbst ein wenig überrascht von der plötzlichen Entscheidung: „Das kam für mich unerwartet, ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass wir später ein Fazit ziehen und dann weiterschauen.“ Doch auch Borchmann hatte mitbekommen, dass sich die Gespräche mit den aktuellen und potenziellen Spielern für die kommende Saison schwierig gestalteten, „weil die natürlich auch wissen wollten, wer dann hier Trainer ist.“

Standing ist „sehr gut“

Während dieser Gespräche wurde schnell deutlich, dass Borchmanns „Standing innerhalb der Mannschaft sehr gut“ ist, wie es Friers beschreibt. „Wir haben mit den wichtigsten Spielern gesprochen. Auch wenn sie nicht bestimmen, wer Trainer in Brünninghausen wird, halten wir es für wichtig, bei solchen Themen ihre Meinung einzuholen.“

Einer dieser Spieler ist Topstürmer Arif Et, der 26-Jährige traut Borchmann einiges zu: „Ich kenne ihn ja schon seit unseren Zeiten in Dröschede, da haben wir zusammengespielt. Es war schon damals klar, dass er in die Trainerrichtung gehen wird. Er ist spielintelligent und taktisch ausgefuchst. Und er hat die Entwicklung, die wir hier unter Alen Terzic genommen haben, konsequent weitergeführt.“

Keine Autoritätsprobleme

Dass Borchmann nur ein Jahr älter ist als Et, hält der Angreifer nicht für ein Problem: „Die Mannschaft steht komplett hinter ihm, da gibt es keine Probleme mit der Autorität.“ Borchmann selbst fühlt sich „nicht überfordert.“ Zwar habe er sich so früh noch nicht in dieser Position gesehen, „aber ich bin sehr froh und dankbar. Es ist schon ein gutes Gefühl.“

Einer der wichtigsten Jobs wird nun die bislang stockende Kaderplanung sein: „Wir haben uns direkt zusammengesetzt, sind den Kader durchgegangen und arbeiten das jetzt Stück für Stück ab“, sagt Borchmann. Friers, der schon das eine oder andere Vorgespräch geführt hatte, macht aber klar: „Es wird in der kommenden Saison einige Veränderungen innerhalb des Teams geben.“ Zahlreiche Spieler hätten höherklassige Angebote: „Wir wollen den Kern zusammenhalten“, sagt Borchmann.

Et wohl im Sommer weg

Arif Et wird nicht dazugehören. Das Smartphone des 12-Tore-Mannes stand in der Winterpause nicht still, es sieht danach aus, als würde es den 26-Jährigen in die Regionalliga ziehen: „Jeder weiß, dass ich mich in Brünninghausen wohlfühle, aber ich will mich nochmal weiterentwickeln“, sagt Et. Und Friers fügt hinzu: „Arif zu halten wird uns wahrscheinlich nicht gelingen.“ Zu welchem Klub es Et ziehen wird, will er noch nicht verraten. Nur soviel: „Es muss mit meiner Ausbildung zum Industriekaufmann zusammenpassen.“ Und die macht er momentan in Dortmund...

Et zu ersetzen, wird schwer bis unmöglich, aber bis zum Sommer ist er ja noch da. Wichtiger ist es, die aktuellen Lücken zu stopfen und da hatte der FCB in diesen Tagen noch einmal Glück: Mit dem 21jährigen gebürtigen Berliner Can Sakar schloss sich ein ehemaliger Regionalligaspieler dem Klub an, der in der U17 von Borussia Dortmund gespielt hat und über die Stationen Union Berlin, Würzburger Kickers, FC Oberlausitz und Viktoria Berlin beim FCB landete: „Zuletzt war er vereinslos, deshalb fehlt ihm Spielpraxis, aber er bringt Einiges mit“, sagt Borchmann, der sich den gelernten Spielmacher auch auf der momentan verwaisten Sechs vorstellen kann.

Kontakt über Brauer

Der Kontakt kam über den verletzten Hendrik Brauer zustande, der Sakar aus der gemeinsamen Zeit beim BVB kennt. Wie das eben manchmal so ist, im Fußball. Maximilian Borchmann kann da mittlerweile ein Lied von singen.

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