Brünninghausens Jan und Leon Broda im Interview: „Das ist das beste Bruderverhältnis“

Fußball-Westfalenliga

Jan (30) und Leon (21) Broda sind Brüder, jetzt auch Konkurrenten. Aber so richtig auch wieder nicht. Das erklären die beiden neuen Torhüter des Westfalenligisten FC Brünninghausen im Interview.

Dortmund

, 29.07.2019 / Lesedauer: 4 min
Brünninghausens Jan und Leon Broda im Interview: „Das ist das beste Bruderverhältnis“

Jan (r.) und Leon Broda (l.) Broda. © Nils Foltynowicz

Bevor wir über das Sportliche reden: Lassen Sie uns doch bitte zunächst klären, wie Ihr Verhältnis zueinander ist…

Jan Broda: Das ist das beste Bruderverhältnis, das überhaupt vorstellbar ist. Ich fand es immer cool, einen jungen Bruder zu haben.

Leon Broda: Und ich, einen älteren zu haben. Wir hatten nie Streit.

Jan: Als unser Vater 2011 starb, sind wir noch enger zusammengerückt.

Leon, Ihr Vater war damals in Wickede Ihr Torwarttrainer. Jan, Sie hatten im Anschluss Ihre Karriere vorübergehend beendet. Können Sie über den Verlust Ihres Vaters reden?

Jan: Wir haben das aufgearbeitet. Heute leben wir normal. Ich habe ja 2014 geheiratet. Meine Frau war mir immer eine Stütze.

Leon: Ja, heute geht es uns gut. Wir haben immer zusammengehalten und waren gegenseitig Stützen. Ich lebe noch bei meiner Mutter. Und da wir jetzt in einer Mannschaft spielen, sieht Jan mich öfter als seine Frau.

Dann kommen wir zum Sportlichen: Ein Konkurrenzkampf, der aus Brüdern Rivalen macht, muss Ihre Mutter also nicht befürchten. So klingt es zumindest…

Jan: Ich sehe das nicht als Konkurrenzkampf, eher als Herausforderung. Natürlich will ich spielen, aber wenn Leon Nummer eins ist, erhält er meine Rückendeckung und Unterstützung. Ich gönne es ihm.

Leon: Ich bin nach Brünninghausen gegangen, um öfter zu spielen als beim ASC 09 Dortmund . Ich wäre sicherlich enttäuscht, wenn ich nicht Nummer eins werde, aber bei Jan ist es etwas anderes. Ich möchte zwar spielen, aber ich freue mich eben auch für ihn. Das ist nicht zu vergleichen mit einem Konkurrenzkampf mit ASC-Torwart Jan Held, wobei wir uns auch gut verstehen.

Welche Gründe sprechen für Jan, Leon? Und warum könnte sich der Coach für Leon entscheiden, Jan?

Leon: Jan ist sehr erfahren, er hat ein gutes Auge und weiß genau, wann er rauskommen muss und wann er besser im Tor bleibt. Er hat während seiner Nachwuchszeit beim BVB sehr viel gelernt.

Jan: Leon ist vom Kopf her offener, er denkt nicht so viel nach. Er ist ein guter Fußballer, er dirigiert viel und hat seine Stärken auf der Linie. Wie sein älterer Bruder hat er es nur nicht so mit dem Herauslaufen bei Ecken.

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Leon, Sie haben schon angedeutet, Sie wechseln zum FCB, um zu spielen. Was sprach noch für einen Wechsel?

Leon: Gute Gespräche mit Geschäftsführer Klaus-Dieter Friers und Trainer Max Borchmann. Und ich habe eine gute Chance, zu spielen.

Jan, in Ihrem Fall ist die Entscheidung, nach fünf Jahren Pause überhaupt wieder einzusteigen, überraschender als Ihr Wechsel zum FCB. Erklären Sie doch bitte beides…

Jan: Ich war ja während der Zeit Torwarttrainer in Wickede und Brünninghausen. Im Gegensatz zu Leon bin ich nicht der Fitness-Studiotyp. Meine Frau hat dafür gesorgt, dass ich mein Gewicht halte. Am Ende hat es wieder in den Fingern gejuckt. Und da ich Sebastian Didion und Alex Enke gut kannte, habe ich beim Hombrucher SV wieder angefangen. Ich habe mich schnell wieder reingefunden. Der Kontakt zum FCB kam am Rande des Derbys gegen Aplerbeck zustande. Das war zunächst nur ein Spaß von Klaus. Daraus wurde aber zum Glück Ernst.

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Wie war der Start in den neuen Klub?

Leon: Uns war etwas mulmig, weil wir aus der Abstiegssaison der Brünninghauser von einigen Dissonanzen gehört hatten. Ich hatte in Aplerbeck, wo ich viele Spieler kenne, eine große Harmonie. Aber jetzt in Brünninghausen haben wir doch auch eine sehr sympathische Mannschaft.

Haben Sie es bereut, zugesagt zu haben, bevor der Abstieg feststand oder gar darüber nachgedacht, Ihre Zusage zurückzuziehen?

Jan: So etwas gehört sich nicht. Das machen wir auch nicht. Das ist nicht unsere Art.

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Was erwarten Sie für sich und für den Verein von der kommenden Spielzeit?

Leon: Für mich, dass ich Stammspieler werde und ich gesund bleibe. Ich hatte ja oft Verletzungspech. Irgendwann kann ich mir auch gut vorstellen, eine oder zwei Ligen höherzuspielen, am liebsten natürlich mit Brünninghausen. Für uns als Mannschaft hängt viel davon ab, wie die ersten fünf Spiele laufen. Wenn sie gut enden, können wir auch über den Aufstieg reden.

Jan: Natürlich wäre das schön, aber es ist zu früh, ein so klares Ziel festzulegen. Unter die ersten Fünf aber wollen wir schon.

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