BVB-II-Heimauftakt gegen Lotte: Mit mehr Mut zum ersten Saisonsieg

Fußball-Regionalliga

Das 1:2 gegen Essen „hat wehgetan“, sagt Trainer Tullberg. Gegen Lotte am Tag der Saisoneröffnung von Borussia Dortmund will es die U23 besser machen - mit mehr Mut und Aggressivität.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 03.08.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-II-Heimauftakt gegen Lotte: Mit mehr Mut zum ersten Saisonsieg

Joseph Boyamba (r.) erzielte den ersten Saisontreffer für den BVB II. © Bielefeld

Dortmunds U23-Trainer Mike Tullberg, das ist in den ersten Wochen seiner Amtszeit schon deutlich geworden, ist keiner, der sich hinter jeder gerade so passenden Standardfloskel verbarrikadieren und die mal längeren, mal kürzeren Fragenhagel abwarten will. Er, dem Ehrlichkeit ein hohes Gebot ist, antwortet bereitwillig, ausführlich - und unumwunden. Das vor einer Woche erlittene 1:2 gegen Rot-Weiss Essen habe „schon wehgetan“, sagt der Däne. „Wir mussten das verdauen, besprechen. Zwei Tage später allerdings war die gute Laune dann wieder da.“ Für das Aufeinandertreffen mit den Sportfreunden Lotte (Sonntag, 16.30 Uhr im Stadion Rote Erde) seien sie nun „voller Vorfreude und bereit für drei Punkte“.

BVB II arbeitet unbeirrt an seinem Plan

Die Trainingswoche, die stets den Weg dazu ebnen soll, verlief völlig problemlos. Keine neuen Ausfälle hat Tullberg zu beklagen. Inhaltlich übte Dortmunds U23-Fußballlehrer an den exakt selben Inhalten wie vor dem ebenso unglücklich wie unnötig abgegebenen Auftaktspiel bei Rot-Weiss Essen, das der BVB erst in buchstäblich letzter Sekunde durch einen umstrittenen Foulelfmeter verlor. „Wir arbeiten kontinuierlich an einem Plan“, sagt Tullberg. „Und der ändert sich natürlich nicht, nur weil wir in der 96. Minute einen Elfmeter bekommen.“

Der 33-Jährige muss nach dem späten Knockout in Essen keinen großen Problemberg abbauen. Das hatte sich in der guten Sommervorbereitung auch keineswegs abgezeichnet. Tullberg zielt in seinen Trainingseinheiten vielmehr darauf ab, Kleinigkeiten anzupassen. Auf dem Übungsplan zu finden ist das richtige Anlaufverhalten („Gegen Essen hätten wir teilweise aggressiver sein können“); außerdem spricht er an, „bei eigenem Ballbesitz noch mutiger zu sein“.

Zwei Zutaten also - Aggressivität und Mut -, die das Premieren-Tor dieser Regionalliga-Spielzeit erst ermöglichten. Steffen Tigges, der neu vom VfL Osnabrück hinzugewonnene Angreifer, eroberte den Ball, schritt noch ein paar Meter in Richtung des RWE-Strafraums und assistierte letztlich dem gleichfalls nach vorn geeilten Joseph Boyamba.

Kampf um die Form

Mit eben jenem Tigges, Maximilian Hippe, Lars Bünning und Chris Führich standen vor einer Woche vier Neuverpflichtungen in der Startelf. Gut möglich, dass selbes Quartett auch gegen Lotte beginnt. Der gelernte Innenverteidiger Hippe, nach siebzig Minuten mit starken Krämpfen gegen Jose Relucio ausgetauscht, wird wahrscheinlich erneut rechts draußen für den noch länger verletzten Haymenn Bah-Traoré seinen Defensivdienst verrichten. „Er“, lobt Tullberg, „hat das zuletzt überragend gemacht.“ Ein Jahr fand Hippe beim SV Rödinghausen wegen einer Schambeinentzündung und Hüftproblemen fast gar nicht statt, kam nur zu einem Regionalliga-Einsatz. „Jetzt“, sagt sein Trainer, „jetzt kämpft er jeden Tag darum, wieder die alte Form zu erreichen.“

Lotte, den Drittliga-Absteiger, schätzt Tullberg hoch ein, trotz der 0:1-Auftaktniederlage gegen Regionalliga-Aufsteiger TuS Haltern und der schwierigen personellen Situation. Nur 13 Feldspieler standen zuletzt im Kader, zwei Torhüter komplettierten das Aufgebot. Mit den kürzlich fixierten Verpflichtungen von Timo Brauer und Kevin Freiberger (beide zuletzt bei RWE) gelang es zumindest ein wenig, die Belegschaft aufzustocken.

„Sie haben zwar einen sehr kleinen Kader und sprechen das auch immer wieder sehr gerne an“, sagt Tullberg, „dennoch wird Lotte Qualität auf dem Platz haben.“ Beim ersten Ligaspiel der Sportfreunde mischte sich Dortmunds Trainer unter die Zuschauer und sah, „dass sie auch mit drei, vier Toren hätten gewinnen können. An dem Tag fehlte das Spielglück“, befindet Tullberg. „Wir werden sie wegen dieser Niederlage unter keinen Umständen unterschätzen.“ Zu groß wäre die Gefahr, dass es nachträglich erneut bitter wehtut.

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