BVB II vergibt viele Chancen und drei Punkte beim Wuppertaler SV

Fußball-Regionalliga

Es war ein denkbar knappes Spiel. Aber am Ende hatte die U23 des BVB gegen den Wuppertales SV das schlechtere Ende für sich und verlor mit 0:1.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 09.08.2019, 22:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB II vergibt viele Chancen und drei Punkte beim Wuppertaler SV

Glücklos: Steffen Tigges und der BVB stolperten beim WSV. © Schulze

Sie drückten, sie drängten, sie dominierten den Wuppertaler SV. In der ersten Halbzeit, in der zweiten Halbzeit. Nur der Torschrei ging der U23-Belegschaft von Borussia Dortmund nicht über die Lippen. Mit 0:1 (0:1) verlor sie letztlich gegen einen zwar eifrig kämpfenden, aber spielerisch überforderten WSV. „Unfassbar ärgerlich“ fand Kapitän Joseph Boyamba - und meinte: „Wir hätten hier eigentlich mit 8:1 gewinnen müssen.“

Auf einer Position hatte Trainer Mike Tullberg seine Belegschaft im Vergleich zum 2:1-Sieg gegen die Sportfreunde Lotte verändert: Statt Eric Oelschlägel, der später am Abend im DFB-Pokalspiel gegen den KFC Uerdingen auf der Bank Platz nahm, rückte Jan-Pascal Reckert in die Startelf. Reckert, im Team hoch angesehen ist und deshalb im Mannschaftsrat vertreten, kam damit zu einem seiner höchstwahrscheinlich wenigen Einsätze. In der vergangenen Saison sechs Mal gefordert, ist für ihn auch in diesem Jahr die Reservistenrolle vorgesehen.

Das, was er bei seinem seltenen Erlebnis als Starttorhüter von hinten beobachten durfte, verärgerte Reckert. Nicht weil die spielerische Leistung oder das Defensivverhalten seiner Vorderleute mangelbehaftet war, sondern „weil wir uns einfach nicht belohnt haben. Wuppertal hat nur den Bus geparkt. Wir waren ballsicher, hatten Großchancen.“ Allein der Torerfolg fehlte.

Dortmunds Sturmlauf begann gleich in der Anfangsphase. Boyamba erreichte ein Anspiel Höhe der Mittellinie, der flinke Außenstürmer setzte daraufhin zum Sprint an, ließ noch zwei Gegenspieler aussteigen, scheiterte dann aber am rechten Pfosten (6.). Ebenfalls zu unpräzise blieb Chris Führich zwei Minuten später, als er WSV-Torwart Edin Pepic anschoss. Und als Führich wiederum den linken Pfosten traf, hätte die offensiv variabel attackierende Dortmunder Elf schon längst führen müssen. Tullberg meinte: „Jeder, der das Spiel heute gesehen hat, hat eine mutige Dortmunder Mannschaft gesehen. Eine, die überragend am Ball war, die die Positionen gut besetzt hat.“

Wuppertal, zumeist mit der Sicherung des eigenen Tores beschäftigt, kam erst in der 35. Minute zu ersten von zwei Möglichkeiten. Der ehemalige BVB-II-Spieler Beyhan Ametov verzog aus zentraler Position, war dann aber an der Entstehung des für Wuppertal höchst schmeichelhaften Führungstreffers beteiligt, als er den Ball gegen Julian Schwermann gewann – und Lukas Knechtel letztlich frei vor dem Tor auftauchte (38.).

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Als „einen kleinen defensiven Bock“ bezeichnete Reckert diese Szene. „Das passiert halt mal.“ Passte aber ins Bild einer auch in der zweiten Hälfte anrennenden Borussia, die irgendwann zu verzweifeln schien. Taylan Duman traf per sehenswertem Freistoß das Lattenkreuz (59.); Mittelstürmer Tigges schoss aus acht Metern völlig freistehend mit seinem starken linken Fuß weit über das Wuppertaler Gehäuse (60.); und Boyamba traf erneut Aluminium, diesmal die Latte (80.) – der ingesamt vierte Stangen-Treffer des BVB an diesem bitteren Abend. Als dann drei Minuten vor Ende auch der eingewechselte Emre Aydinel daneben zielte, nahm das Drängen und Drücken sein Ende. Und drei Punkte waren verloren. „Schade“, seufzte Boyamba. „Wir hatten so viel mehr verdient.“

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