BVB-U23 geht gegen Schalke unter: „Ein bisschen Mentalität, ein bisschen Ehre muss man haben“

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Die U23 von Borussia Dortmund kassiert eine Abreibung im Derby gegen die Schalke-Reserve. Trainer Mike Tullberg spricht die Fehler seines Teams im Anschluss gnadenlos an.

Dortmund

, 27.10.2019, 16:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mike Tullberg hatte vor Saisonbeginn klar formuliert, was zu seinem Fußballstil nicht zugehört: „Was ich von den Jungs nicht sehen will, ist Angsthasenfußball.“ Dafür soll die U23 des BVB bei Ballverlusten, „aggressiv zur Sache gehen, ihn schnell zurückbekommen.“

Noch üblere Tiefschlag

Eine klare Vorstellung vom Fußball des Übungsleiters, die sein Team momentan kaum auf den Platz bringt. Die vergangenen Wochen waren ernüchternd, sehr ernüchternd. Vier Spiele konnte das BVB-Personal nicht mehr gewinnen, es wirkte so, als wäre der vorläufige Tiefpunkt vor rund drei Wochen bei der 1:2-Schmach gegen Lippstadt erreicht gewesen.

Dem war nicht so: Einen noch übleren Tiefschlag gab es für die BVB U23 am Samstag. 1:5 - im Derby gegen die Schalker Reserve. Nach 1:0-Führung zur Halbzeit. Tullbergs Team brach in der zweiten Halbzeit komplett zusammen, zeigte zu kaum einen Zeitpunkt den Antrieb, das Duell noch an sich reißen zu wollen.

Das sprach der Däne dann auch schonungslos an: „Du musst dich auch wehren. Wir sind momentan sehr gefordert. Wir haben viele Einzelspieler, spielen aber überhaupt nicht als Mannschaft.“

„Und du kannst in so einem Spiel nicht so untergehen“

Tullberg sieht dabei aber nicht nur sein Personal in der Pflicht. „Das ist aber auch mein Job, das hinzubekommen“, erklärt er. Nach Ausreden wollte er nach Abpfiff aber nicht suchen. „Nach dem 1:1 sieht man dann, wie verunsichert wir sind. Klar, sind wir jung. Klar, haben wir keine über 23 in der Mannschaft“, erklärte er, „Ich habe aber auch U19-Mannschaften lange trainiert, in denen man ein bisschen Mentalität und Ehre haben muss. Und du kannst in so einem Spiel nicht so untergehen. Da sind wir als Mannschaft komplett gefordert.“

Mentalität. Ehre. Einstellungsbegriffe, die Fans verwenden, wenn es um Derbys geht. Jene Spiele der Saison, die man auf keinen Fall verlieren darf. Besonders nicht in dieser Höhe.

Dabei machte die schwarzgelbe Reserve in der ersten Hälfte noch einen genießbaren Eindruck, ging sogar in Führung durch Chris Führich (12.). „Wir haben versucht tiefer zu stehen, nicht so viel Rückraum zu lassen, das hat gut funktioniert“, erklärte Tullberg. Der BVB ließ Schalke wenig Räume in der Defensive, ging vor allem über Konter, erspielte sich so Möglichkeiten, „die wir nicht gut genug herausspielen.“

Vor allem einen Schalker konnte der BVB nicht stoppen

Dann aber das Debakel in der zweiten Halbzeit. Vor allem einen Schalker konnte der BVB nicht stoppen: Nassim Boujellab. Elfmeter zum Ausgleich herausgeholt, den zweiten Treffer selbst erzielt, das dritte Tor vorbereitet. Boujellab zeigte nach unauffälliger erster Halbzeit, eine überragenden zweiten Durchgang - unter gütiger Mithilfe des BVB.

„Vier von fünf Toren kann man unterbinden“, sagt Tullberg. „Wenn man nicht mal in der Lage ist einen Ball zu klären oder eine Flanke zu unterbinden oder mal hinzugehen, dann wird es schwierig.“ Ein wenig Schutz gab es dann aber doch noch vom 33-jährigen. Die letzten beiden Tore nehme er auf seine Kappe. Er hatte versucht heranzukommen, wollte Unentschieden spielen, ging volles Risiko.

Schwierige Aufgabe

Schalke bestrafte das durch gut ausgespielte Konter. „Das darf so nicht passieren“, ärgerte er sich darüber. Jetzt steht für Tullberg und seine Mannen kommenden Samstag die womöglich unangenehmste Aufgabe an: Es geht gegen Tabellenführer SC Verl. „Es wird schwierig gegen Verl, aber vielleicht kommt das Spiel zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Tullberg.

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Verl spielt in Sphären in der Tabelle, die Tullberg vor der Saison selbst erreichen wollte, damals ankündigte: „Wir wollen und müssen oben mitspielen. Und das werden wir versuchen.“ Mit dem momentanen elften Platz in der Regionalliga West, richtet sich der Blick des BVB wohl eher nach unten.

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