Charakterfrage für den ASC in Sprockhövel: „Fahren da nicht hin, um uns in die Hosen zu machen“

Fussball-Oberliga

Wenn ein Team schon am dritten Spieltag etwas gutzumachen hat, dann muss schon etwas besonderes passiert sein. Beim ASC 09 war das nicht die Heimpleite gegen Gütersloh. Sondern die Art und Weise.

Dortmund

, 24.08.2019, 12:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Charakterfrage für den ASC in Sprockhövel: „Fahren da nicht hin, um uns in die Hosen zu machen“

Lars Warschewski (M) und Moritz Isensee trotten nach der Pleite gegen Gütersloh vom Platz. Am Sonntag wollen sie ein anderes Gesicht zeigen. © Stephan Schuetze

In Aplerbeck haben sie sich in der vergangenen Woche die Augen gerieben. War das wirklich der Dortmunder Oberligist, der da gerade sang- und klanglos mit 0:1 gegen Gütersloh verloren hatte? War das wirklich das Team, das in der Woche zuvor noch ein mit Bundesliga-Profis gespicktes U21-Team vom SC Paderborn besiegt hatte?

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Es lag jedenfalls nicht an den weinroten Trikots, dass dem einen oder anderen Zuschauer nach dem Spiel zum Heulen zumute war und Trainer Daniel Sekic den Kaffee auf hatte.

„Klare Erwartungshaltung an die Mannschaft“

„Wir haben in dieser Woche mehrfach kundgetan, dass wir eine klare Erwartungshaltung an die Mannschaft haben, was die Mentalität angeht“, sagt Sekic vor der Reise zum schweren Auswärtsspiel bei der TSG Sprockhövel (Sonntag, 15 Uhr, Eickerstraße 23, 45549 Sprockhövel und bei uns im Livestream), gegen die die Aplerbecker in den vergangenen Jahren nicht besonders gut ausgesehen.

In der vergangenen Saison wurden die ASC-Punkte vom Winde verweht, mit 0:3 wurde das Sekic-Team bei wettertechnisch irregulären Bedingungen nach Hause geschickt. Von sechszehn Aufeinandertreffen gewann der ASC nur zwei: „Solche Statistiken interessieren mich nicht“, sagt Sekic, „der Gegner verdient unseren Respekt, aber wir fahren da nicht hin, um uns die Hosen zu machen.“

„Mit Halbgas erreichen wir nichts“

Im Gegenteil: Die Aplerbecker wollen schon am dritten Spieltag die Charakterfrage beantwortet haben: „Grundsätzlich zweifele ich nicht an den Jungs, die da sind“, sagt Sekic, „aber dass wir mit Halbgas nichts erreichen, das mussten sie vielleicht auch erstmal merken. Qualitativ sind wir auf jeden Fall stark genug, in Sprockhövel etwas mitzunehmen.“

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Der Ton ist in dieser Woche etwas rauer gewesen auf dem Kunstrasen-Trainingsplatz in Aplerbeck, der in der Vorbereitung auf den Kunstrasen in Sprockhövel genutzt wurde: „Für den Spaß im Training sind die Jungs verantwortlich. Gute Stimmung kommt durch positive Ergebnisse zustande“, sagt Sekic, der die Intensität hochgefahren hat - wobei er das auch dann getan hätte, wenn das Team gegen Gütersloh eine bessere Leistung abgerufen hätte.

Drei nominelle Innenverteidiger fallen aus

Dass mit Mike Schäfer, Maurice Buckesfeld und Jasper Stojan drei nominelle Innenverteidiger weiterhin ausfallen und sich jetzt auch noch Okan Saritas krank abgemeldet hat, verschärft die Probleme in der Defensive. Aber Sekic ist keiner, der das als Ausrede gelten lässt: „Wir hoffen natürlich, dass die Verletzten schnell zurückkehren, wir werden die Lücken aber intern füllen.“ Heißt: Auch wenn es bis Anfang September noch möglich wäre, nachzulegen, „sind wir nicht aktiv auf der Suche.“

Gegen Gütersloh verteidigten Philipp Rosenkranz und Jan Stuhldreier in der letzten Kette – und werden es wohl auch in Sprockhövel wieder tun. „Das ist ein brutal schwerer Gegner“, zollt Sekic den Gastgebern Respekt, „der in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet hat.“ Und der nach dem 2:5 in Wiedenbrück ebenfalls etwas gutzumachen hat.

„Ein anderes Gesicht“

Das Ergebnis steht dann auch gar nicht an erster Stelle: „Die Mannschaft ist gefordert, ein anderes Gesicht zu zeigen.“ Eines, das dem ASC würdig ist.

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