Christina Hammer trennt sich von Trainerlegende Kirnos - und holt einen Ex-Weltmeister

Boxen

Christina Hammer geht neue Wege. Nach der Niederlage im WM-Kampf gegen Claressa Shields folgte ein Kurswechsel: Hammer wechselt den Trainer: Es ist ein Ex-Weltmeister.

Dortmund

, 20.07.2019, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christina Hammer trennt sich von Trainerlegende Kirnos - und holt einen Ex-Weltmeister

Das neue Team: Christina Hammer (Mitte) mit ihrem neuen Coach Jürgen Brähmer (l.) und Athletik-Trainer Sebastian Förster. © privat

Natürlich lag die Vermutung nahe, dass sich was ändern müsse in ihrem Umfeld. Dafür war die Niederlage gegen die Amerikanerin Claressa Shields in Atlantic City Mitte April zu deutlich. Der größte Kampf in der Geschichte des Frauenboxens verlief ganz und gar nicht nach den Vorstellungen von Christina Hammer. Die unterschwellig geäußerten Vorwürfe gegen ihren langjährigen Coach Dimitri Kirnos waren nur zu offensichtlich.

Hammer sorgt für klare Verhältnisse

Jetzt hat Christina Hammer für klare Verhältnisse gesorgt. Nach zehn Jahren hat sich die in Kasachstan aufgewachsene Dortmunderin von der 82-jährigen Trainerlegende getrennt. „Er konnte mich nicht mehr so pushen, ich hoffe, dass kann jeder nachvollziehen“, erkärte die 28-Jährige, die vor dem Shields-Kampf neun Jahre lang unbesiegt war, dazu vierfache Weltmeisterin, niemals am Rande einer Niederlage stand. Sie war Aushängeschild des deutschen Frauen-Boxens, bevor sie von der Amerikanerin vom Box-Thron gestoßen wurde.

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Anfang Juni verpflichtete Manager Christian Jäger den Profi-Boxer und ehemaligen WBA und WBO Weltmeister im Halbschwergewicht, Jürgen Brähmer aus Schwerin. Dieser bereitet nun die Dortmunderin auf ihre nächsten Kämpfe vor. Eigentlich auf einen geplanten Fight gegen Nikki Adler, der aber schon wieder abgesagt wurde, da Adler verletzt sein soll. Und hauptsächlich natürlich auf das Rematch gegen Claressa Shields. Doch auch Shields laboriert an einer Knieverletzung. Datum des Rückkampfs noch völlig offen. „Im September möchte ich unbedingt wieder in den Ring klettern, aber nicht für einen Aufbaukampf, sondern gegen eine starke Gegnerin. Ich brauche keine Aufbaugegnerin, die ich nach zwei Runden K.o. schlage, ich bin in Form und will das den Fans zeigen“, versprach Hammer.

Verhältnis ist nun distanzierter

Der Wechsel von Kirnos auf Brähmer passierte einige Wochen nach ihrer Rückkehr aus den USA. Sie sei zu ihm nach Hause gefahren und habe ihm das ganz freundschaftlich gesagt, so Hammer. Eine Diskussion wäre wohl auch sinnlos gewesen. „Ich musste mich einfach trennen, hätte es schon früher tun sollen, ich brauchte Veränderungen, musste neue Wege einschlagen“, erklärte Hammer ihre Motivation für diesen sicherlich nicht leichten Schritt. Immerhin war Kirnos zehn Jahre lang ihr Trainer, Wegbegleiter, Ansprechpartner, die Familien befreundet. Dass diese Trennung keine große Freude bei Dimitri Kirnos ausgelöst haben dürfte, steht außer Frage. „Unser Verhältnis ist distanzierter geworden“, gesteht Hammer.

Kirnos gilt als harter Hund. Für ihn und den Erfolg spulte sie die verrücktesten Trainingsprogramme ab. Wie vor dem Shields-Kampf, als drei Einheiten am Tag und im Schnee anstanden. Es wurde viel gelaufen, gegen schwere Lkw-Reifen geschlagen. Wollte man es kritisch sehen, würde man das Training Old School nennen, zumindest war es unkonventionell.

Inhaltlich ändert sich Einiges

Jürgen Brähmer, mehr als 40 Jahre jünger als sein Vorgänger, geht naturgemäß anders ans Werk. „Das Training ist einfach effektiver, moderner. Ich habe das Gefühl, dass er mich anders fordert, das Training macht einfach Spaß“, beschreibt Hammer ihre Eindrücke. Und auch inhaltlich hat sich einiges geändert. Das Trainingsprogramm von Jürgen Brähmer sieht weniger Laufeinheiten vor. „Ich trainiere meine Kondition jetzt anders, lege viel Wert auf Koordination. Wichtig ist, dass ich meine Kraft aus den Beinen auf den Schlag übertrage“, so Hammer.

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Und noch etwas hat sich geändert. Christina Hammer trainiert jetzt mehr im Box-Gym von Brähmer in Schwerin, pendelt zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Dortmund. Alles, um demnächst wieder ganz oben auf dem Box-Thron zu stehen.

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