Constantin Rutschs Höhenflug hält an: Dortmunder wird Deutscher Jugendmeister

mlzDeutsche Jugend-Hallenmeisterschaften

Constantin Rutsch wird seiner Favoritenrolle bei den Jugend-Hallenmeisterschaften gerecht. Trotz anfänglicher Nervosität gewinnt der Dortmunder Stabhochspringer den Titel.

Dortmund

, 24.02.2019, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Mama musste sich am Samstag erst einmal gedulden, bis sie ihrem Sohn zum Titel bei den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen gratulieren durfte. Erst stand für Constantin Rutsch nach seinem Sieg in der Stabhochsprung-Konkurrenz die Doping-Kontrolle auf dem Programm, anschließend musste sich der Dortmunder auch noch für das Rennen mit der 4x200-Meter-Staffel stärken. Dann aber klappte es endlich. Telefonisch übermittelte Mutter Susanne die Glückwünsche aus der Heimat.

„Wir sind sehr glücklich und zufrieden“, sagte sie. Am Bildschirm hatte sie mit ihrem Sohn in Sindelfingen mitgefiebert und dessen Siegessprung über die 5,00 Meter wie immer nervös verfolgt. „Jetzt bin ich umso erleichterter, dass es geklappt hat“, sagte sie. Auch Sohn Constantin, Deutscher U20-Meister von 2018, konnte rund 420 Kilometer entfernt im Glaspalast von Sindelfingen eine gewisse Nervosität vor und während des Wettkampfs nicht verbergen. „Ich war schon relativ nervös, auch weil ich als Favorit in den Wettbewerb gegangen bin“, sagte der 18-Jährige von der LG Olympia. „Aber die ersten Sprünge haben mir dann Sicherheit gegeben.“

Noch Luft nach oben

Seine Einstiegshöhe 4,70 Meter meisterte Rutsch souverän im ersten Versuch. Ebenso die 4,90 Meter. Weil auch Joshua Fadire (LG Bünde/Löhne) und Fabian Brummer von der LG Filstal diese Höhen sicher übersprangen, sollte die Entscheidung zehn Zentimenter höher fallen. Während Brummer und Fadire dreimal an den 5,00 Metern scheiterten, ließ Rutsch noch ordentlich Luft zwischen sich und der Latte. „Ich bin diese Höhe zuletzt mehrmals übersprungen, daher wusste ich, dass ich das drin habe“, sagte der 18-Jährige.

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Constantin Rutsch über den Titel in Sindelfingen

Überbordende Freude folgte bei dem LGOler nach dem erfolgreichen ersten Versuch über die 5,00 Meter indes nicht. Vielmehr hielt Rutsch die Konzentration hoch, auch, weil der Wettbewerb zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden war. „Wenn ich mich zu sehr freue, geht Druck verloren. Und ich brauche Druck, um gute Leistungen zu zeigen“, sagte er. Doch seine beiden Konkurrenten scheiterten, und Rutsch war Deutscher Meister.

Im Bewusstsein, den Titel bereits in der Tasche zu haben, ließ Rutsch die Latte in Absprache mit seinem Trainer Kai Atzbacher noch einmal 15 Zentimenter höher legen. Nach 5,10 Meter bei den Hochschulmeisterschaften in Kalbach hätte dies neue persönliche Bestleistung für Rutsch bedeutet. Und es hätte aus einem sehr guten Nachmittag einen überragenden gemacht. „Das wäre schon super gewesen, wenn es geklappt hätte“, sagte Rutsch. Doch der 18-Jährige scheiterte dreimal und blickt nach seinem letzten Hallen-Wettkampf in dieser Saison bereits auf den Sommer. Auch dort sind Höhen jenseits der fünf Meter das erklärte Ziel. „Ich denke, das ist auf jeden Fall möglich“, sagte Rutsch.

Auch Elias Schreml wird Deutscher Jugendmeister

Der Stabhochspringer blieb am Wochenende nicht der einzige Titelträger aus Dortmund. Rutschs Teamkollege Elias Schreml gewann am Sonntag eindrucksvoll das Rennen über die 3000 Meter, sein erstes über diese Distanz überhaupt in dieser Hallen-Saison. Er sei mit dieser Entscheidung „volles Risiko gegangen“, sagte er – und wurde belohnt. In 8:33,48 Minuten distanzierte der 18-jährige LGOler Marius Abele vom SSC Hanau-Rodenbach (8:37:75 Minuten) um fast vier Sekunden.

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Elias Schreml über seinen Titel in Sindelfingen

„Ich habe Marius Abele als Hauptkonkurrenten ausgemacht“, sagte Schreml, der seine Taktik entsprechend ausgerichtet hatte. Der Dortmunder hing sich lang Zeit an den Läufer aus Hanau-Rodenbach und setzte am Ende auf seinen „guten Schlussspurt“. Zwei Runden vor Schluss zog Schreml, der sich künftig wohl auf die 5000 oder 10.000 Meter konzentrieren will, entsprechend das Tempo an. Abele konnte dem 18-Jährigen nicht mehr folgen, und Schreml lief souverän zum Titel in Sindelfingen.

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