Corona vereint zwei der besten Dortmunder Keeper - die helfen sich nun

mlzFußball in Dortmund

Sie gehören zu den besten Torhütern im Dortmunder Amateurfußball. Bei den Hallenstadtmeisterschaften heimste das Duo einige Titel ein. Während der Corona-Krise trainieren die Keeper nun zusammen.

Dortmund

, 16.04.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei den Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften waren sie Konkurrenten, kämpften neben dem Stadtmeistertitel auch um eine ganz persönliche Auszeichnung: die des besten Turnier-Torhüters. Am Ende setzte sich Sascha Samulewicz vom Turniersieger BSV Schüren durch – vor Jan Hennig vom Hombrucher SV und vor Muhammed Acil von Türkspor Dortmund. In den beiden Jahren davor sah das anders aus. Da siegte jeweils „Mo“ Acil. Das Coronavirus schweißt die „Samu“ und Acil nun zusammen.

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Der Schürener und der Türkspor-Keeper zählen mit zu den besten Torhütern, die

der Dortmunder Amateurfußball zu bieten hat. Während der aktuellen Corona-Krise haben die beiden Schnapper allerdings nicht die Möglichkeit, ihre Klasse auf dem Feld zu zeigen. Den Spiel- und Trainingsbetrieb hat der Verband nämlich wegen der Pandemie vorerst ausgesetzt. Wie lange? Ungewiss. Fit halten wollen sich „Samu“ und „Mo“ aber trotzdem – und machen das nun gemeinsam.

Sascha "Samu" Samulewicz.

Sascha "Samu" Samulewicz. © Montage: Klose/Foto: Schaper

Treffpunkt Tremoniapark. An Ostern. Samulewicz und Acil packen ihre Utensilien aus. Sechs Fußbälle, Hütchen, Torwarthandschuhe und auch Tennisbälle haben die beiden dabei. Bereits zum zweiten Mal hält das Duo während der Corona-Krise nun ein gemeinsames Torwarttraining im beliebten Dortmunder Park ab.

„So ein Training ist absolut erlösend für mich, weil ich zuvor ja nur gelaufen bin“, sagt Acil und ergänzt, dass es sich beim ersten Training zunächst um eine ganz spontane Entscheidung gehandelt habe. „Wir wollten einfach mal eine Session bei dem guten Wetter machen. Wir bereuen es beide nicht“, so Acil weiter.

Session an Ostern

Mittlerweile hat das Duo auch schon eine zweite gemeinsame „Session“ gemacht, hat über die Ostertage unter anderem an seiner Koordination gearbeitet. „Diese Übungen sind sehr wichtig. Die Bewegungsabläufe sind nämlich ganz anders als beim Laufen. Wir haben zwar keine optimalen Bedingungen, weil wir kein Tor und keinen ebenen Boden haben, aber es macht mit Mo richtig Spaß“, sagt Samulewicz, der aber nicht nur den Spaßfaktor hervorhebt.

Muhammed "Mo" Acil.

Muhammed "Mo" Acil. © Montage Klose/Foto: Schütze

Sowohl Acil als auch Samulewicz profitieren beim Training nämlich auch von dem Feedback des „Kontrahenten“. Mit der Smartphone-Kamera halten die Keeper die gegenseitigen Übungen und Bewegungen auf Video fest, korrigieren sich danach in der Analyse gegenseitig – bis ins allerfeinste Detail.

„Das sind dann auch mal knallharte Facts, die uns beiden aber sehr wichtig sind. Wir müssen ja über die Fehler sprechen“, sagt Acil, der aber auch direkt betont: „Wir halten uns natürlich dabei an das Annäherungs- und Kontaktverbot sowie an die Schutzverordnung und trainieren immer nur zu zweit“.

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Auch Samulewicz hebt die vielen Vorteile des gemeinsamen Trainings hervor. „Da Mo auf so einem hohen Level spielt, kann ich die Übungen daran auch entsprechend anpassen und den Schwierigkeitsgrad erhöhen. Dadurch, dass Mo so eine hohe fußballerische Qualität hat, fordere ich mich natürlich auch selbst“, sagt der Schürener, der früher unter anderem bei Borussia Dortmund II zwischen den Pfosten stand.

Regelmäßiges Training

Die beiden Trainingseinheiten, die pro „Session“ gute 90 Minuten andauerten, sollen übrigens nicht die letzten gewesen sein. Die Torwarte wollen sich – solange das Coronavirus den normalen Trainingsbetrieb aussetzt – mindestens einmal pro Woche weiterhin treffen.

Hält sich im Tremoniapark gemeinsam mit Sascha Samulewicz fit: Türkspor-Keeper Mo Acil.

Hält sich im Tremoniapark gemeinsam mit Sascha Samulewicz fit: Türkspor-Keeper Mo Acil. © Männel

„Wir wollen ja im Flow bleiben und möchten bei 100 Prozent sein, wenn die Saison wieder losgeht“, sagt Acil, der von der Ungewissheit, wann die Saison nun fortgesetzt wird, mittlerweile nur noch genervt ist. „Wenn ich an unserem Sportplatz vorbeilaufe, dann ist das momentan echt absurd. Man hat natürlich völlig das Verlangen, wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt der Türkspor-Keeper.

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Und noch einen positiven Effekt hat das Training für das Duo, das auch Teil unserer 7er-Kette ist: Neben den fußballerischen Fähigkeiten stärken Acil und Samulewicz Woche für Woche auch ihre Freundschaft. Die beiden Keeper pflegen nämlich schon seit längerer Zeit eine gute Beziehung zueinander. Die hat man – trotz aller Konkurrenz – auch schon bei den Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften gesehen, als sich die beiden Keeper zwischen den Spielern warmschossen.

Mit Torwarthandschuhen, Hütchen, und ganz vielen Bällen zeigten sich Muhammed Acil und Sascha Samulewicz im Tremoniapark.

Mit Torwarthandschuhen, Hütchen, und ganz vielen Bällen zeigten sich Muhammed Acil und Sascha Samulewicz im Tremoniapark. © Muhammed Acil

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