Deja-Vu für Osmanlispor II: Kreisliga-Gegner bleibt zur Halbzeit schon wieder in der Kabine

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Anfang Oktober blieb Arminia Marten nach 45 Minuten gegen Osmanlispor II in der Kabine sitzen. Zwei Monate später stand der Mengeder Klub schon wieder alleine auf dem Platz.

Dortmund

, 11.12.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

So langsam wird es zur Gewohnheit für die Zweite Mannschaft des SC Osmanlispor in der Kreisliga C1. Am Sonntag spielte die Mannschaft von Trainer Senol Közen eine Halbzeit lang gegen die ohnehin nur mit zehn Mann angetretene Dritte von Westfalia Huckarde. 3:0 hieß es zur Pause. Doch danach hatten die Mengeder keinen Gegner mehr. Das war ihnen bereits Anfang Oktober gegen Arminia Marten passiert.

„Foulspiele hinter dem Rücken?

„Ich bin zu ihnen die Kabine gegangen und habe gefragt, was los ist. Sie meinten nur, dass sie alle am Montag noch arbeiten müssten“, sagt Közen ein paar Tage später.

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Auch Schiedsrichter Daniel Uffelmann war überrascht: „Aus meiner Sicht war es ein recht ruhiges Spiel. Aber die Huckarder erklärten, dass es wohl hinter meinem Rücken viele Foulspiele gegeben habe und sie deshalb nicht weiterspielen wollten.“ Dass Uffelmann überhaupt in Mengede auf dem Platz stand, war allerdings schon eine Besonderheit. Doch dazu später mehr.

„Alles ganz normal“

Közen wähnte sich jedenfalls schon wieder im falschen Film: „Es war alles ganz normal. Dass es auch mal härter zur Sache geht, dafür ist der Schiedsrichter da. Aus meiner Sicht ist alles fair verlaufen - und wenn es 0:0 gestanden hätte, hätten sie wahrscheinlich weitergespielt.“

Doch den Huckardern ging es längst nicht mehr ums Ergebnis: „Das Ganze hat eine Vorgeschichte“, sagt einer von den Huckarder Vertretern, der seinen Namen nicht im Internet lesen möchte, „im Hinspiel wurden wir schon getreten, geschlagen und beleidigt, ohne dass der Schiedsrichter reagiert hätte.“ Das hätte man alles bei Soccerwatch sehen können. Auch dieses Mal - ohne Live-Übertragung - sei die Stimmung von außen aggressiv gewesen und bei Fouls sei noch nachgetreten worden.

Rückspiel ausfallen lassen?

Deshalb - und weil der Kader zum Ende des Jahres arg dezimiert war - hatten sie überlegt, ob sie bei diesem Rückspiel überhaupt antreten sollten. Doch den „Joker“ hatten die Huckarder schon in der Woche zuvor beim Duell mit den Sportfreunden Hafenwiese gezogen - gegen die es ähnliche Szenen wie beim Hinspiel gegen Osmanlispor gegeben haben soll.

Also hatten sie für die Partie ein Schiedsrichter-Gespann bestellt: „Völlig bescheuert, für ein Kreisliga C-Spiel“, sagt der Huckarder und das dachten sich dann wohl auch die Schiedsrichter - und kamen nicht. „Deshalb haben wir vorher schon gesagt: Wenn es wieder so losgeht, dann spielen wir nicht weiter“, sagt der Huckarder.

Seit der Spruchkammersitzung

Közen von Osmanlispor hatte sich so etwas schon gedacht „Ich habe die Vermutung, dass das so ist, seit die Spruchkammersitzung wegen des Spiels gegen Marten war. Immer, wenn wir mal ein bisschen härter reingehen, wird sofort aufgehört zu spielen.“ Bei der besagten Sitzung hatte Osmanlispor übrigens die Punkte zugesprochen bekommen.

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Auch dieses Mal wird Huckarde ohne Zählbares bleiben, sagt Volker Schneeloch vom Fußballkreis, der bei der Spruchkammersitzung dabei war und sich auskennt: „Eine Mannschaft darf nicht von sich aus den Platz verlassen.“ Heißt: Wenn der Schiedsrichter nicht abbricht, muss weitergespielt werden.

„Das ist Kreisliga C“

Doch um Punkte geht es den Huckardern gar nicht: „Das ist Kreisliga C, wir machen das, um Spaß zu haben. Da gibt man sich hinterher die Hand und trinkt noch ein Bier. Aber so eine Scheiße macht keinen Spaß.“

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Vielleicht ist das das Problem. Dass da zwei Mannschaften aufeinandergetroffen sind, die eine unterschiedliche Auffassung vom Fußball in diesen Ligen haben. Denn Közen sagt: „Fußball ist ein körperbetontes Spiel. Dann haben sie sich den falschen Sport ausgesucht.“

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