Eichenprozessionsspinner ist schuld: Gleich drei Spieler des TV Brechten müssen zum Arzt

Gefährliche Insekten

Die Dortmunder Handballer des TV Brechten haben sich einen schönen Tag auf der Davensberger Swin-Golf-Anlage gemacht. Am nächsten Tag gab es eine böse Überraschung. Vor allem für drei Spieler.

Dortmund, Davensberg

, 03.07.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eichenprozessionsspinner ist schuld: Gleich drei Spieler des TV Brechten müssen zum Arzt

Die Eichenprozessionsspinner haben den Handballern des TV Brechten nachträglich den Ausflug vermiest. © digital

Dieser Ausflug nach Ascheberg-Davensberg hat sich für die Handballer des TV Brechten absolut nicht gelohnt. Beim Swin-Golf auf der Anlage am Frieport in Davensberg wollten sie etwas für den Teamzusammenhalt tun. Stattdessen nahmen sie Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner auf. Was für mindestens drei Spieler ziemlich unangenehm endete.

Zumindest in Dortmund ist alles, was mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun hat, eine ziemlich große Nummer. Anlagen wie der Fredenbaumpark oder der Hoeschpark wurden gesperrt, Hinweisschilder machen Jogger und andere Freizeitsportler auf das kleine Tierchen aufmerksam. Und das Tiefbauamt ist gefühlt Tag und Nacht dabei, mit speziellen Staubsaugern gegen den Eichenprozessionsspinner vorzugehen.

Hunderprotzentige Bekämpfung nicht möglich

Und im Münsterland, besser gesagt in Davensberg, wo auf der Anlage Eickholt Swin-Golf gespielt werden kann? Natürlich ist das Problem auch in der Gemeinde Ascheberg bekannt und es wird mit ähnlichen Maßnahmen aktiv dagegen vorgegangen.

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Das Problem: Im Raum Ascheberg gibt es einen riesigen Bestand an Eichen, was eine hundertprozentige Bekämpfung unmöglich macht. „Eine Ausrottung des Eichenprozessionsspinners ist nicht möglich, eine Bekämpfung ist – wenn überhaupt – nur innerhalb von Siedlungsflächen sinnvoll“, sagte Simone Böhnisch, Pressesprecherin der Gemeinde Ascheberg, in dieser Woche auf Anfrage.

Keine Hinweisschilder gesehen

Auch die 14 Jungs vom Handball-Landesligisten TV Brechten hatten bei ihrem sonntäglichen Ausflug zur Swin-Golf-Anlage keine Hinweisschilder gesehen. „Uns hat auch niemand auf der Anlage darauf hingewiesen, dass wir vorsichtig sein sollten. Wir haben in den Bäumen allerdings zahlreiche Überreste von verbrannten Nestern des Eichenprozessionsspinner gesehen“, erklärte Spieler Sascha Reimann.

Beim Swin-Golf, dessen Spielverlauf große Ähnlichkeit mit dem Golf hat, aber auf naturbelassenem Gelände gespielt wird und dank der leicht verständlichen Regeln und der einfachen Ausrüstung als Alternative zum Golf gilt, wollten sich die Handballer des TV Brechten einen schönen Nachmittag machen – eine sogenannte Teambuilding-Maßnahme. Wo die Spieler jetzt genau mit den winzigen Haaren des Plagegeists in Kontakt kamen, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Drei Spieler des TV Brechten müssen zum Arzt

Torwart Marc Hügle, den es neben Sascha Reimann und Philipp Tast besonders stark erwischt hat, vermutete, dass die winzigen Härchen im Gras und in den angrenzenden Hecken versteckt waren. „Immer, wenn man den Ball aufgenommen oder in der Hecke gesucht hat, sind wir wahrscheinlich damit in Kontakt gekommen“, so Hügle.

Lennart Schulenburg, der amtierende Dortmunder Handballer des Jahres, glaubte, dass es die Bäume auf dem Weg vom Bahnhof Davensberg zur Platzanlage waren, in denen sich noch Nester versteckt haben könnten.

Auf Anfrage erklärte Franz-Josef Schütte, Besitzer der Swin-Golf-Anlage: „Wir haben nur eine ungespritzte kleine Eiche auf dem Gelände, sechs Eichen haben wir gespritzt. Allerdings sind auf dem Weg zu uns und im angrenzenden Wald zahlreiche Eichen. Die Härchen liegen da wohl in der Luft.“

Cortison-Tabletten und Cortison-Salbe

Auf jeden Fall mussten Torwart Marc Hügle, Sascha Reimann und Philipp Tast am Tag nach dem Ausflug zum Hautarzt. Die Diagnose war immer die gleiche. Entweder Krätze oder aber Eichenprozessionsspinner. Zumindest die Auswirkungen sind wohl ähnlich.

Hunderte von pockenähnlichen Stichen wurden festgestellt. „Das Jucken ist wirklich extrem“, so Schulenburg. Behandelt wurde es in allen Fällen mit Cortison-Tabletten und Cortison-Salbe. Dazu bekamen alle drei Spieler den Hinweis mit auf den Weg, ihre Sportwäsche bei 60 Grad zu waschen und zweimal am Tag gründlich zu duschen. „Glücklicherweise hatte niemand Atembeschwerden, zumal ich als Allergiker sowieso Probleme mit solchen Geschichten habe“, so Sascha Reimann.

Jetzt ist wieder alles okay bei den Spielern des TV Brechten

Am Mittwochabend war soweit wieder alles ok. Der Eichenprozessionsspinner war noch Gesprächsthema beim Training in Brechten. Und das Jucken war auch noch nicht ganz weg.

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