Der Erfolg von ASC 09 und Mengede hat mehrere Ursachen

Fußball: Westfalenliga 2

Dieses Tabellenbild ist aus Dortmunder Sicht gleichsam erfreulich und überraschend. Der ASC 09 hatte sich nie den Aufstieg zum Ziel gesetzt, Mengede 08/20 wäre nach der mäßigen Vorbereitung glücklich gewesen, nicht in Abstiegsregionen zu rutschen. Dass beide vorne sind, ist aber alles andere als ein Zufall.

DORTMUND

von Von Alexander Nähle

, 07.10.2013, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Samir Habibovic, Aplerbecks Sportlicher Leiter, sieht ein gutes Klima rund um die Mannschaft. "Erstens ziehen gerade die vielen jungen Spieler mit, zweitens arbeitet Trainer Daniel Rios sehr gewissenhaft und positiv mit der Mannschaft. Er versteht es, den großen Kader richtig zu nutzen. Drittens erhält Daniel besonders vom Vorsitzenden Michael Linke auch das Vertrauen und die Zeit, diese Mannschaft zu entwickeln", kommentiert Habibovic.Rios schlau genug Rios ist zudem schlau genug, die richtigen Schlüsse aus der aktuellen Situation zu ziehen. "Für uns bedeutetet das nur, noch mehr zu arbeiten. Denn jeder möchte den Ersten schlagen." Der Coach sieht sein Team auf dem richtigen Weg, er gestattet seinen Jungs dennoch auch mal wieder Rückschläge. Auf der anderen Seite traut er ihnen einiges zu. "Bis auf das Spiel in Hassel haben wir immer ordentlich gespielt. Freiwillig wollen wir Platz eins nicht abgeben." Und auch nicht den Kreispokal: Am Mittwoch um 19 Uhr in Hombruch dürfen diejenigen auflaufen, die sich im Schatten der ersten Elf sehr gut verhalten. "Sie spielen sehr engagiert in der 2. Mannschaft auf Asche, das spricht für sie", sagt Rios.Stärkste Konkurrenz Dass die momentan stärkste Konkurrenz aus Dortmund kommt, begrüßen die Aplerbecker sogar: "Respekt vor der Arbeit von Andreas Teichmann", sagt Habibovic. "Für ihn freut es mich einfach."Die Wertschätzung kommt dann von der bislang größten Überraschung der Saison postwendend zurück: "Aplerbeck hat sicher mehr Möglichkeiten als wir. Dass Daniel Rios daraus eine Mannschaft mit seiner Handschrift formt, verdient Respekt", erklärt Teichmann.Teichmanns Verordnung Stichwort Handschrift: Diese spüren auch die Mengeder. Teichmann verordnet seinem Team noch mehr Aggressivität. "Ich bin keiner, dem es reicht, schönen Fußball zu sehen. Ich erwarte enormes Engagement im Spiel gegen den Ball." Dass die Mengeder dieses auch zeigen, liegt am im Vergleich deutlich verbesserten Fitness-Stand. Dazu kommt, dass Teichmann auf seine Spieler individuell eingeht. Ein Beispiel: Ahmet Cosgun. Nach seiner Aplerbecker Zeit fiel er nicht mehr so richtig auf, unter Teichmann avanciert er zum ganz wichtigen Mann. "Dazu muss ich wissen, dass er ein Wohlfühlspieler ist. Wenn er den Verein mag, ich ihm vertraue und er dann noch auf der zu ihm passenden Position spielt, bringt er solche Leistungen.""Alle ziehen mit" Teichmann aber hebt die gesamte Mannschaftsleistung hervor. "Auch die Ergänzungsspieler ziehen mit und leben den Teamgedanken." Dass der in dieser Form so existiert, schreibt der Sportliche Leiter Martin Schiffer dem Coach zu: "Andreas trifft mit seinen aggressiveren Ansprachen genau den Ton, den die Jungs brauchen. Die Mannschaft ist fit, diszipliniert und macht deutlich weniger Fehler als im Vorjahr." Teichmann hört es gerne. "Die Jungs feiern zu Recht ausgelassen. Ich freue mich zurückhaltender und denke schon wieder an die kommende Aufgabe." ASC und Mengede - zwei schöne Momentaufnahmen mit Hauptdarstellern, die auf dem Teppich bleiben.

Lesen Sie jetzt