Der Hombrucher Enke-Trick: Wie der Landesligist das Fehlen seines Spielertrainers kompensiert

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Den Ausfall von Alexander Enke als Spieler hat der Hombrucher SV problemlos aufgefangen. Seine Qualitäten nutzen sie beim Landesligisten nun anders - mit großem Erfolg.

Dortmund

, 11.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manchmal ist alles einfacher, als viele denken. Vier Augen sehen mehr als zwei. So klingt die Erklärung von Alexander Enke, warum sein erzwungener Wechsel von der Rolle des Spielertrainers des Hombrucher SV in die des Trainers der Mannschaft guttut. Ohne groß im Vordergrund zu stehen, setzt sich der HSV auf Rang drei der Liga fest, direkt hinter den für Furore sorgenden Wacker Obercastrop und Kirchhörder SC. Aber mit dieser Rolle lebt Hombruch gut.

Seitdem der 31 Jahre alte Routinier wegen seines Kreuzbandrisses Anfang der Saison nicht mehr beim Landesligisten mitmischen kann, läuft es. Und das hat bestimmt nichts damit zu tun, dass er seiner eigenen Mannschaft als Spieler im Wege stand. Seine Rolle erfüllte er immer noch mit Klasse.

Breiter Kader

Aber er hat jetzt doch mehr Möglichkeiten, den Trainerkollegen Sebastian Didion zu unterstützen. Und Enke räumt ein, dass seine Mannschaft von seiner neuen Aufgabe profitiert: „Erstens liegt es daran, dass wir eine gute Breite im Kader haben. Selbst wenn wie zuletzt viele Spieler ausfallen, können wir immer ordentlich reagieren. Jeder, der reinkommt, macht das gut.“

Darauf hat Enke aber, seitdem er nicht mehr selbst spielt, nun größeren Einfluss. „Wenn ich draußen stehe, ist das für mich ein komplett anderes Fußballspiel“, sagt er. „Spiele ich, verfolge ich immer den Ball. Bin ich draußen als Trainer, sehe ich auch die Nichtballbesitz-Situationen.“

Enke sieht von außen mehr

Und dann falle es Enke viel leichter, im Verbund mit Didion aus den Beobachtungen Schlüsse zu ziehen. „Ich kann auch ganz anders mit den Spielern reden, weil ich nicht mit mir selbst beschäftigt bin.“ Als Spielertrainer funktioniere das Beobachten nur, „wenn du so gut bist, dass du trotz des aktiven Eingreifens noch die Zeit findest, anderes zu sehen“. Das sei ihm nicht immer leicht gefallen. „Ich denke, wenn ich jetzt von außen viel mehr sehe, profitiert die Mannschaft auch davon.“

Einer, der das gerne bestätigt, ist Raimund Büth. Er kennt Enke schon aus Brün-ninghauser Zeiten: „Klar, wenn Alex nicht spielt, fehlt auf dem Platz seine Erfah-rung. Aber wie er von außen auf uns einwirkt, hilft er uns enorm.“ Büth, der Enke einen „offenen, positiven Typen, der zum guten Kumpel geworden ist“, nennt, erklärt: „Er beobachtet von außen genau, zeigt uns gerade in Drucksituation, wie wir uns stellen und verschieben sollen. Das ist eine große Unterstützung.“

Volle Punktzahl

Am Sonntag treten die Hombrucher beim Vorletzten SSV Buer an. „Das wird nicht leicht, die Punkte mitzunehmen. Wenn wir im vorderen Bereich bleiben wollen, sollten wir dies aber tun“, erklärt Enke. Und Büth ergänzt: „Wir haben während der Saison zwei Unentschieden gespielt. Ich hätte diesmal gerne die volle Punktzahl.“ Der ehemalige Brünninghauser hat Lust auf das Spiel.

Wohl fühlt er sich beim HSV: „Das liegt an meinen ehemaligen Teamkollegen Alex Enke, Benjamin Bielmeier und Tim Schrade. Aber die Mannschaft ist ohnehin sehr nett. Jetzt wollen wir auch wieder das erreichen und den beiden führenden Teams auf den Fersen bleiben.“

„Qualität ist unsere Stärke“

Weiterhin fallen in Buer mehrere wichtige Spieler aus. Aber Enke bleibt dabei, dem kompletten Kader zu vertrauen. „Wenn ich sage, dass die Qualität im Aufgebot unsere Stärke ist, vertrauen wir auch am Sonntag darauf.“

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