Der Kirchhörder SC hat wieder richtig Lust auf Fußball - trotz des Westfalenliga-Abstiegs

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Nach dem Abstieg aus der Fußball-Westfalenliga arbeitet der Kirchhörder SC in der Landesliga an einer Wiedergutmachung. Dabei setzt der KSC auf einen ganz bestimmten Trumpf.

Dortmund

, 27.07.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als Absteiger gehört man eigentlich fast automatisch zu den Liga-Favoriten. Konfrontiert man Sascha Rammel, Trainer des Kirchhörder SC, der den Klassenerhalt in der Westfalenliga deutlich verpasste, mit dieser These, findet man keine Zustimmung. „Wir müssen erst einmal die Liga kennenlernen. Das wird unsere größte Herausforderung“, sagt Rammel, wünscht sich aber „einen Platz im ersten Drittel“.

Viele Schultern sollen die Verantwortung tragen

Die Favoritenrolle schiebt Rammel auch von sich, weil es einen großen Umbruch in der Mannschaft gab. Gleich 14 neue Spieler müssen in das Team integriert werden. Der KSC hatte aber auch einige Abgänge zu verzeichnen. Die aber, so betont Kai Gräfenkämper, Sportlicher Leiter beim KSC, „waren nicht die Vorantreiber. Gilmar Mendes, Marcel Stiepermann oder Andreas Lichtner sind die Wortführer, die geben viele Kommandos auf dem Platz“, so Gräfenkämper, sagt aber auch, dass die Verantwortung auf mehr als diese drei Schultern verteilt werden müsse.

Auch wegen des Umbruchs sieht Rammel eher andere Klubs weiter vorn. Einen Favoriten auszumachen sei zwar schwierig, aber um Platz eins werde in erster Linie Bövinghausen mitspielen. „Aber auch Hombruch will oben angreifen“, sagt Rammel.

Bei 14 Neuen soll es dann auch bleiben. „Wir haben keinen weiteren Neuzugang in Aussicht“, betont Gräfenkämper. Besonders stolz sind sie beim Landesligisten auf ihre Jugendarbeit. „Wir sind zufrieden, weil wir viele Spieler aus der A-Jugend geholt haben, die technisch echt gut ausgebildet sind“, sagt Gräfenkämper. „Es macht einfach Spaß, die jungen Spieler bringen richtig Zug rein. Das sieht ganz anders aus als letztes Jahr“, so der Sportliche Leiter.

Kirchhörde setzt auch auf die Jugend

Und auch sein Trainer ist vom Nachwuchs beim KSC begeistert. David Dapes zum Beispiel sei ein junger Spieler „mit einer schon jetzt wahnsinnigen Ruhe am Ball“, sagt Rammel. „Er erkennt viele Situationen schon früh und hat außerdem keine Angst, in die Zweikämpfe zu gehen.“

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Das ist der Kader des Kirchhörder SC 2019/20.

Das ist der Kader des Kirchhörder SC 2019/20.
25.07.2019
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Vorne sitzend, von links: Fabian Doyscher, Mustafa Yüksel, Kagan Atalay, Lukas Leuchtmann, Andreas Lichtner, Florian Ernst, Leon Franke, Philippe Daniel Tchienguin Touko, Simon Rudnik,

Mitte, von links: Karim Bouasker (Co-Trainer), Sascha Rammel (Trainer), Thomas Schmitter, Philipp Kremer, Marcel Stiepermann, Mehmet Sahin, Jonas Brigdar, Gilmar Veigas Mendes, Kai Gräfenkämper (Sportlicher Leiter), Mirko Rottke, Jörg Mielers (Sportlicher Leiter),

Oben, von links: Viktor Schumacher, Bole Garcia Jonas, Nicholas Rous, Michael Sievers, Andrei Joan Mura, Alexander Deiters, Simon Bank.

Es fehlen: David Dapes, Leon Prause, Alexander Bernhard, Aleksandar Djordjevic, Dirk Jankowski (Torwarttrainer)© Nils Foltynowicz
Die Neuzugänge und Trainer: Vorne sitzend, von links: Simon Rudnik, Lukas Leuchtmann, Philippe Daniel Tchienguin Touko, Florian Ernst, Leon Franke
Mitte, von links: Karim Bouasker (Co-Trainer), Kagan Atalay, Mehmet Sahin, Andrei Joan Mura, Thomas Schmitter, Sascha Rammel (Trainer). Oben, von links: Viktor Schumacher, Nicholas Rous, Bole Garcia Jonas, Jonas Brigdar. Es fehlt: David Dapes.© Nils Foltynowicz
Alexander Deiters© Nils Foltynowicz
Andreas Lichtner© Nils Foltynowicz
Andrei Joan Mura© Nils Foltynowicz
Bole Garcia Jonas.© Nils Foltynowicz
Bole Garcia Jonas© Nils Foltynowicz
Fabian Doyscher© Nils Foltynowicz
Florian Ernst© Nils Foltynowicz
Gilmar Veigas Mendes© Nils Foltynowicz
Jörg Mielers (Sportlicher Leiter)© Nils Foltynowicz
Kagan Atalay© Nils Foltynowicz
Karim Bouasker (Co-Trainer)© Nils Foltynowicz
Leon Franke© Nils Foltynowicz
Lukas Leuchtmann© Nils Foltynowicz
Marcel Stiepermann© Nils Foltynowicz
Mehmet Sahin© Nils Foltynowicz
Michael Sievers© Nils Foltynowicz
Mustafa Yüksel© Nils Foltynowicz
Nicholas Rous© Nils Foltynowicz
Philipp Kremer© Nils Foltynowicz
Philippe Daniel Tchienguin Touko© Nils Foltynowicz
Sascha Rammel (Trainer)© Nils Foltynowicz
Simon Bank© Nils Foltynowicz
Simon Rudnik© Nils Foltynowicz
Thomas Schmitter© Nils Foltynowicz
Viktor Schumacher© Nils Foltynowicz

Und auch für den aus der A-Jugend hochgezogenen Leon Franke findet Rammel nur lobende Worte: „Leon ist ein Mittelstürmer, dem man nicht ansieht, welche Qualität er mitbringt. Er hat alles, was ein Stürmer braucht.“

Doch nur auf die Jugend zu setzen wäre ein riskanter Weg. Das wissen auch die Verantwortlichen des KSC. Also hat sich der Klub auch externe Verstärkung gesucht. Zwei von ihnen sind Simon Rudnik und Kagan Atalay. „Beide heben unsere fußballerische Qualität auf ein ganz anderes Level“, berichtet Rammel.

Gegner soll bestimmt werden, aber keine volle Attacke

Mit der Achse aus jungen und gestandenen Spielern will der Kirchhörder SC dann auch seinen Spielstil dem Gegner aufzwingen. „Wir wollen versuchen, 90 Minuten den Gegner zu bestimmen“, sagt der Trainer. „Volle Attacke über das ganze Spiel wird aber nicht funktionieren.“ Möglich machen soll das das „riesige Potenzial“ (Rammel), was im Kader stecke. Gegenüber der Vorsaison habe sich die Mannschaft „auf keinen Fall verschlechtert“, sagte Rammel.

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Neu in Kirchhörde ist auch der Trainer. In der vergangenen Saison stand Rammel noch auf dem Feld. Jetzt dirigiert er das Spiel seiner Mannschaft an der Seitenlinie. Gräfenkämper will dem Coach in jedem Fall etwas Zeit geben. „Es ist sein erstes Jahr als Hauptverantwortlicher, da wird man sich erstmal finden müssen.“ Schließlich sei es ja auch die erste Station als Cheftrainer.

Trumpf im Kampf um die vorderen Plätze in der Landesliga könnte der Zusammenhalt beim KSC werden. „Die Grundstimmung ist positiv. Man merkt einfach, dass alle richtig Lust auf die Sache haben“, sagt Gräfenkämper. Und auch Rammel sieht die Mannschaft auf einem guten Weg. „Ich bin durchweg zufrieden. Egal ob Trainingsbeteiligung, Intensität oder Verletzungen - es ist einfach eine runde Sache“, sagt der Coach. „Es gibt wenig, was man verbessern kann.“

Der Stimmungswechsel ist vollzogen

Im Vergleich zur abgelaufenen Abstiegssaison sei die neue Stimmung „ein Unterschied wie Tag und Nacht“, sagt Rammel. So geht der Kirchhörder SC schon mal mit einem guten Grundgefühl in die neue Spielzeit. Und vielleicht schielen sie dann ja auf mehr als das Top-Drittel der Liga.

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