Der nächste Spielabbruch in Dortmund: Vereine schieben sich die Schuld gegenseitig zu

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Nächster Spieltag, nächster Spielabbruch im Dortmunder Amateurfußball: Nach der Partie sind sich die Vereine uneinig, wer genau Schuld hat. Ein neutraler Zuschauer meldet sich auch zu Wort.

Dortmund

, 27.10.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Serie der Spielabbrüche im Dortmunder Amateurfußball reist auch am letzten Oktober-Wochenende dieses Jahr nicht ab. Am Sonntag ist es in Dortmund erneut zu einem vorzeitigen Spielabbruch gekommen. Die beiden betroffenen Vereine äußern sich unterschiedlich. Auch ein neutraler Zuschauer meldet sich bei unserer Situation und schildert den Fall.

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Spielabbruch - die Zweite: Erneut war der Fußball-C-Ligist FCK Sölde an einem Spielabbruch beteiligt. Schon in der vergangenen Woche war es in der Partie zwischen dem TuS Kruckel II und dem FCK Sölde zu einem Spielabbruch gekommen. Ein Sölder Spieler hatte sich über eine Schiedsrichterentscheidung geärgert. Der Unparteiische fühlte sich von den „bösen Blicken“ des Spielers bedroht und brach die Partie ab.

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Dieses Mal ging es für den FCK gegen die dritte Mannschaft von ÖSG Viktoria Dortmund. Bis zur etwa 80. Spielminute führte die Gastmannschaft mit 3:2 beim FCK. Die ÖSG kassierte dann eine Gelb-Rote Karte, Sölde bekam einen Freistoß zugesprochen. Danach ging es nicht mehr weiter.

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„Die ÖSG-Spieler sind beim Freistoß immer wieder zum Fußball gelaufen und haben den weggeschossen. Dann gab es auch noch Tumulte mit Ellenbogen. Acht Mann sind auf unseren Spieler Selami Aydin gelaufen. Ein Spieler von uns hat auch einen Schlag an den Hinterkopf bekommen. Wir haben dann versucht, ruhig zu bleiben und sind der Situation aus dem Weg gegangen“, sagt FCK-Trainer Marvin Weinand zu den Vorkommnissen.

Die ÖSG Viktoria aus Dortmund haben wir am Sonntagabend mit den Vorwürfen konfrontiert. Der Verein äußerte sich am Montagmittag mit einer ausführlichen Stellungnahme.

„Wir haben jetzt die Geschehnisse aufgearbeitet und wollen als erstes die Vorwürfe Söldes explizit zurückweisen, einer unserer Spieler hätte einen Akteur von Sölde geschlagen. Die Eintragungen des Schiedsrichters im Spielbericht unterstützen dies ja auch. Woher diese Anschuldigung seitens des Trainers von Sölde kommen, ist uns schleierhaft, zumal unser Spielertrainer der dritten Mannschaft (Torwart) geschildert hat, dass Söldes Trainer vom Schiedsrichter während des Spiels eine gelbe Karte gesehen habe und selber häufig Unruhe gestiftet habe“, schreibt der Verein in der Stellungnahme, in der sich Julian Kiszka, 1. Geschäftsführer der Fußballabteilung stellvertretend geäußert hat.

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Die weiteren Vorkommnisse schildert ÖSG Viktoria Dortmund wie folgt: „Als Reaktion auf Provokationen, Beleidigungen und „Geschubse“ gab es zumindest ein „Zurückgeschubse“ unsererseits. Ich möchte ein solches Verhalten in keiner Weise legitimieren, weise aber darauf hin, dass dies (leider) häufiger im Fußball vorkommt und normalerweise vom Schiedsrichter mit einer Verwarnung belegt und (zurecht) nicht als Tätlichkeit gewertet wird“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Volker Schneeloch bestätigt ÖSG-Aussage nicht

Zudem führte die ÖSG noch an, dass der Schiedsrichter „laut Eintragung des Schiedsrichters und des Staffelleiters Volker Schneeloch“ die Partie nur abgebrochen habe, weil er befürchtet haben soll, die Hoheit über das Spiel zu verlieren. Dieses Zitat stamme laut ÖSG von Volker Schneeloch. Schneeloch selbst wollte das auf Anfrage der Redaktion nicht bestätigen. „Die Geschichte geht zum Sportgericht. Wir äußern uns später dazu“, so Schneeloch. Auch Kreisschiedsrichter-Obmann Markus Schanz konnte sich am Montag auf Anfrage nicht äußern. „Ich habe den Spielbericht noch gar nicht gelesen und kann dazu entsprechend auch nichts sagen“, so der Obmann.

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Abschließend betonte die ÖSG in ihrer Stellungnahme noch, dass sie zum Zeitpunkt des Abbruchs mit 3:2 in Führung lag und keinerlei Interesse an Tumulten oder an einem Spielabbruch gehabt habe.

Welche Version nun abschließend stimmt, ist derzeit unklar. Am Sonntagabend meldete sich allerdings noch ein neutraler Zuschauer bei unserer Redaktion und wollte über die Vorkommnisse des Spiels aufklären. André Krüger ist Fußballer beim Ligakonkurrenten SuS Hörde und verfolgte das Spiel von der Seitenlinie aus. Krügers Aussagen decken sich zumindest mit den Aussagen von Marvin Weinand, Trainer des FCK Sölde.

Die Szenen auf dem Platz waren „vogelwild“

„In der 80. Minute hat der FCK einen Freistoß zugesprochen bekommen. Der FCK war zu dem Zeitpunkt auch am Drücker. Der Sölder Kapitän hat sich den Ball dann vier Mal zum Freistoß hingelegt und die ÖSG-Spieler haben den Ball vier Mal wieder weggeschossen. Es war vogelwild auf dem Platz und es wurde sehr viel herumgeschrien. Das war aber sehr einseitig vonseiten der ÖSG. Solche Verhaltensweisen habe ich noch nicht erlebt. Es sind auch acht ÖSG-Spieler auf die Nummer von Sölde gegangen. Ein Spieler von Sölde hat auch mit der Hand einen Wischer an den Hinterkopf bekommen“, sagt Krüger.

Wie im vorderen Teil des Textes bereits erwähnt, landet der Fall nun vor dem Sportgericht. Dann soll auch entschieden werden, wie die Partie gewertet wird.

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