Derne betreibt Unterwasser-Rugby auf hohem Niveau

DORTMUND Beim Unterwasser-Rugby geht es nicht vorrangig um Kraft, sondern um Koordination und Kondition. Ziel ist es den Ball in einem Korb zu versenken, der 4,60 Meter tief, auf dem Beckenboden angebracht ist. Der SV Derne betreibt diese Sportart durchaus erfolgreich.

von Von Christina Rentmeister

, 24.03.2009, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Derne betreibt Unterwasser-Rugby auf hohem Niveau

Unterwasser-Rugby ist ein fordernder Sport.

Seit 1972 gibt es die Mannschaft. „Aus dem Tauchverein des SV Derne heraus hat sich die Unterwasser-Rugby-Abteilung gegründet. Entstanden war die Idee schon vorher in Duisburg. Die Taucher suchten nach einer Möglichkeit auch im Winter fit zu bleiben“, sagt Tim Sainsbury, Mannschaftsführer der Derner. Gespielt wird zu sechst. Weitere sechs Spieler sitzen auf der Ersatzbank und dürfen nach Belieben eingewechselt werden. Zwei Mal 15 Minuten dauert der Wettkampf. Die Teams werden farblich unterschieden. Die einen tragen Weiß, die anderen Blau. Ziel ist es, den Ball in dem Korb am Beckenboden zu versenken.

Welche Fähigkeiten man dafür brauche? „Man sollte keine Angst vor Wasser haben und wie beim Tauchen, brauche man eine ärztliche Untersuchung.“ Es gehe nicht vorrangig um Kraft, sondern um Kondition und Koordination. Auch zwei Frauen gehören zur Mannschaft. „Im Wasser kann eine Frau einen Mann genauso gut wegdrücken wie ein Mann“, sagt Sainsbury. Auch das Alter spielt keine große Rolle. Der älteste Spieler ist 62 Jahre alt. Ein Grund dafür: Der Unterwasser-Sport ist gelenkschonend, das Verletzungsrisiko sehr niedrig. „Vielleicht mal ein überdehnter Finger, mehr passiert aber nicht“, sagt Sainsbury. Das Schwierige an dem Sport ist vor allem die Kommunikation unter Wasser, denn Lautzeichen seien kaum zu orten. Also müssen die Spielzüge so trainiert werden, dass sie blind ausgeführt werden können. Ausgerüstet mit einer Mütze mit Ohrenschutz, einer kleinen Tauchmaske, einem kurzen Schnorchel, Flossen und Badehose oder -anzug treiben die Spieler zuerst wie schwerelos unter der Wasseroberfläche. Einige sind sehr athletisch. Andere eher schmächtig. Wieder andere bringen ein stattliches Kampfgewicht mit.

„Wenn diese Masse aber erst einmal in Bewegung ist, dann sind sie im Wasser kaum zu stoppen“, erklärt Sainsbury. Der nächste Angriff läuft. Kleine Wasserfontänen spritzen aus den Schnorcheln. Alle 20 Sekunden wird Luft geholt. Die Spieler tauchen wie Delphine wellenartig auf und ab. Stürzen sich auf den Ball. Tauchen 4,60 Meter tief, um den Ball dann im Korb unterzubringen. Vorausgesetzt sie überwinden den Torwart. Denn der liegt meistens auf dem Korb, was das Unternehmen deutlich erschwert. Doch auch der Torwart muss mal Luft holen. Läuft es schlecht, ist das die Chance für den Gegner. Das harte Training zahlt sich aus. Der SV Derne ist dank eines 8:2 Sieges am vergangenen Freitag gegen Mühlheim Tabellenführer in der 2. Bundesliga. Auch weil sie einfach ein homogenes Team seien, kennt Sainsbury ein Geheimnis für den Erfolg.

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