Deutschlandachter rudert Richtung Tokio - Neue Bestzeiten auf dem Ergometer

Rudern

Auf den Ruder-Ergo klettern, die Schwungscheibe glühen lassen, 2000 Meter lang den Schmerz vergessen. 18 Ruderer aus dem Team Deutschlandachter haben ihre erste Olympia-Probe bestanden.

Dortmund

, 25.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Deutschlandachter rudert Richtung Tokio - Neue Bestzeiten auf dem Ergometer

Die erste Etappe auf dem Weg nach Tokio war der Ergo-Test in Dortmund. © Oberhagemann

2000 Meter Renndistanz auf dem Ruder-Ergometer unter Maximalbelastung – das ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, auch wenn der Blick aus dem Fenster des Ruderleistungszentrums in Dortmund auf den träge dahinfließenden Dortmund-Ems-Kanal beinahe idyllisch anmutet. 18 Riemenruderer aus dem Team Deutschlandachter haben den ersten schmerzhaften Nominierungs-Schritt zu den Olympischen Spiele in Tokio im Sommer getan.

Hohe Motivation

„Die Motivation war hoch, es wurde bis ans Limit gekämpft. Es gab Licht und Schatten, wobei die Lichtblicke überwogen“, sagte Bundestrainer Uwe Bender nach Abschluss des Ergometer-Tests am Freitag. „So allmählich merke ich so eine Art Routine bei dem Test, aber es ist auch befreiend im Kopf, wenn man es hinter sich gebracht hat“, sagte Achter-Weltmeister Jakob Schneider und fügte mit dem Blick nach vorne hinzu: „Der erste Schritt Richtung Olympia ist geschafft, die erste Aufgabe ist gelöst.“

Neun neue persönliche Bestzeiten

Von den 18 Sportlern aus dem Team Deutschland-Achter wurden neun persönliche Bestwerte gefahren. Die Leistungsüberprüfung verlangte den Sportler alles ab. „Nach 1000 Metern tut es das erste Mal weh, aber man beißt sich durch. Denn man weiß, wie gut das Gefühl ist, wenn am Ende eine gute Zeit steht“, meinte Christopher Reinhardt, der die beste Zeit fuhr. „Ich habe einen guten Rhythmus gefunden und bin genau nach Plan gefahren. Das war ein guter Einstieg in die Selektion“, ergänzte der 23-Jährige.


Deutschlandachter rudert Richtung Tokio - Neue Bestzeiten auf dem Ergometer

Die Erleichterung nach dem Ergo-Test war allen anzusehen. © Wicke

Seite an Seite pushten sich auch Olaf Roggensack und Felix Wimberger, die den Kampf gegen die Uhr gemeinsam angingen, zu neuen eigenen Bestzeiten. „Persönlich gibt einem das ein gutes Gefühl, vor allem wenn man bedenkt, dass wir den Test sonst zwei Monate später fahren“, meinte Wimberger und ergänzte mit Blick auf seinen neuen, sieben Jahre jüngeren Zweierpartner: „Hut ab vor seiner Leistung. Olaf, du bist eine Maschine.“ Wimberger gehört seit 2013 fest zum Team Deutschlandachter und ist dort mal im Großboot, mal im Vierer erfolgreich unterwegs.

Trainingslager in Portugal

Am Sonntag dann wartet das nächste Trainingslager, diesmal in Portugal. Und da geht´s aufs Wasser, da müssen sich die Olympia-Aspiranten dann im Kleinboot messen. Bender und sein Trainerteam haben in den letzten Wochen zum Teil altbekannte, zum Teil aber auch neue Zweier-Besetzungen, zusammengesetzt, die in Montemor-o-Velho dann in Ausscheidungsrennen gegeneinander antreten.

Nominierung schon Ende Januar

Ende Januar dann kreißt der Berg, oder besser: Uwe Bender hat die jedes Jahr aufs Neue schwere Aufgabe, seine leistungsstarken und -willigen Ruderer auf Achter, Vierer und Zweier zu verteilen, wobei die kleineren Boote die direkte Olympia-Qualifikation bei der Weltmeisterschaft 2019 verpasst hatten. „Wir haben das feste Ziel, mit allen drei Booten nach Tokio zu fahren“, hatte der Bundestrainer zu Saisonbeginn propagiert. Das misslang.

Zwei Boote müssen nachsitzen

Dass zwei Boote nun im Frühsommer „nachsitzen“ müssen, führte dazu, dass der Nominierungs-Zeitplan deutlich nach vorne verlegt werden musste. „Vierer und Zweier sollen schließlich genügend Zeit haben, sich richtig einzufahren“, so Bender. Das große Sehnen aller Athleten gilt aber dem Achter, dem Prestigeboot schlechthin.

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