Die Dortmunder Teams sind nicht zu schlagen - Die Geister, die Jürgen Lepine rief

Handball-Verbandsliga

Was für ein Wochenende für die drei Dortmunder Handball-Verbandsligisten. Zwei Teams setzten sich in der Spitzengruppe fest, das dritte gewann vor der Pause zum ersten Mal in dieser Spielzeit.

Dortmund

, 06.10.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 3 min
Die Dortmunder Teams sind nicht zu schlagen - Die Geister, die Jürgen Lepine rief

Jürgen Lepine war fünf Tore für den ATV Dortsfeld. © Stephan Schuetze

OSC Dortmund - SGSH Dragons II 25:22 (12:12)

Es war das erwartet hart umkämpfte Spitzenspiel, das sich gestern der OSC Dortmund und die Gäste der SGSH Dragons II aus Schalksmühle in der Dortmunder Halle Hacheney lieferten. Für die Gastgeber schien von Beginn an die Marschroute klar: Es galt den ersten Heimsieg in der noch jungen Verbandsligasaison einzufahren. Dass das ausgerechnet gegen den Tabellenzweiten gelingen sollte, machte die Aufgabe nicht unbedingt leichter.

Dennoch gelang den Dortmundern ein furioser Start und nach gut einer Viertelstunde Spielzeit konnte der OSC mit dem zwischenzeitlichen 9:4 seinen Torvorsprung erstmals auf fünf Tore ausbauen. Der Vorsprung hielt bis zur Halbzeitpause, aus der die Gäste allerdings mit neuer Stärke zurückkamen. Den Gastgebern gelang zu diesem Zeitpunkt nur noch wenig. Und in neun langen Minuten, in denen der OSC nicht einen Treffer setzte, erzielten die Dragons schließlich den Ausgleich zum 16:16. Von da an war es ein neues, ein packendes Spiel zwischen zwei starken Mannschaften. Der OSC kämpfte sich jedoch aus dem Tal und ging doch noch mit 25:22 als Sieger vom Platz.

OSC-Trainerin Anne Ewert sah sich nach dem Spiel in ihren Erwartungen bestätigt. „Schalksmühle war der erwartet starke und unangenehme Gegner. Aber wir waren bis auf die Schwächephase in der zweiten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft. Mit etwas mehr Konsequenz hätten wir das auch über die ganzen Spielzeit sein können.“

RSVE Siegen - Westfalia Hombruch 25:28 (14:12)

Marc Lauritsch ist erleichtert. Der Trainer des TuS Westfalia Hombruch durfte sich am Samstag über die ersten Punkte der Westfalia im vierten Saisonspiel freuen. „Der Knoten ist endlich geplatzt“, war Lauritsch glücklich über den 28:25-Auswärtserfolg in Siegen. Doch vor allem in der ersten Halbzeit hatten die Hombrucher noch arge Probleme mit den Gastgebern aus Siegen. Vor allem defensiv klappte bei den Hombruchern relativ wenig.

„Wir haben die Deckung nicht hingekriegt, die Torhüter haben nicht jeden Ball gehalten“, erklärt Lauritsch, „und wenn sie am Ball dran waren, ging er trotzdem rein.“ Hinzu kamen „viele technische Fehler“, die für den 12:14-Rückstand sorgten.

Erst in der zweiten Halbzeit wendete sich das Blatt für Hombruch. Die TuS-Defensive nahm Siegens besten Torschützen aus dem Spiel, stellte die Deckung um. Defensiv lief es im Anschluss deutlich flüssiger, doch auch in der Offensive ging wesentlich mehr für die Westfalia. Zur Freude von Lauritsch. Der wollte im Anschluss an das Spiel aber nicht einen Spieler herausheben: „Wir haben als Mannschaft überzeugt. Alle haben mitgezogen.“

Nach drei Niederlagen für Hombruch zum Start der Saison ein wichtiger Erfolg, oder? „Für unser Selbstbewusstsein auf jeden Fall. Wenn du in die Herbstpause ohne Punkte gehst, das wäre schon blöd gewesen“, sagt Lauritsch.

ATV Dorstfeld - HSG Gevelsberg Silschede 25:23 (10:12)

Als Jürgen Lepine nach dem Sieg bei der Wahl zu Dortmunds Handballer des Jahres am 11. Juli mit einem Augenzwinkern anmerkte, der ATV Dorstfeld werde nach dem überraschenden Aufstieg in die Verbandsliga nun den nächsten Durchmarsch hinlegen, hatte der Routinier die Lacher noch auf seiner Seite. Heute, drei Monate später wird aus Spaß zunehmend ernst. Durch den 25:23-Erfolg am Samstag gegen Gevelsberg ist der ATV mit nun 6:2 Punkten bereits auf den zweiten Tabellenplatz geklettert.

In der Mannschaft wurde Lepines Spruch nach der Partie sogar nochmals aufgegriffen. „Irgendjemand hat Jürgens Aussage von damals noch mal aufgegriffen“, sagte Trainer Moritz Fuß. „Wir haben dann ein bisschen darüber gewitzelt.“ Dass man am Ende vielleicht tatsächlich eine Rolle im Aufstiegsrennen spielen könne, daran wollen sie beim ATV Dorstfeld keinen Gedanken verschwenden. „Das ist für uns kein Thema“, so Fuß. „Wir sind einfach happy, dass der Saisonstart so gut gelungen ist.“

Gegen Gevelsberg Silchede, die Fuß zu den „Topteams der Liga“ zählt, dauerte es allerdings seine Zeit, bis die Gastgeber ins Spiel gefunden hatten. Bereits nach elf Minuten hatte sich die HSG eine Fünf-Tore-Führung erarbeitet (8:3) und Moritz Fuß zweifeln lassen, „ob das heute wirklich was wird“. Es wurde noch etwas, da sich seine Mannschaft, in der Jürgen Lepine mit fünf Toren wieder einmal Topscorer war, über eine stabile Defensive eindrucksvoll zurückkämpfte und den Kontakt bis zur Pause (10:12) nicht abreißen ließ.

Fuß drehte in der Kabine noch an ein paar Stellschrauben, die spätestens beim Stand von 13:16 dann auch so richtig zu greifen wussten (37.). Der ATV erspielte sich mit einem 5:0-Lauf bis zu 43. Minute erstmals eine Zwei-Tore-Führung und verteidigte diese, auch dank des stark aufgelegten Torhüters Kevin Harris bis zum Ende. „Wir haben sie niedergekämpft wie die Löwen“, lobte Fuß seine Mannschaft.

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