Die Entscheidungen des FLVW im Amateurfußball: Das ist der Stand der Dinge

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Beinahe täglich gibt es neue Entwicklungen zur Fortsetzung der aktuellen Spielzeit im Amateurfußball in Westfalen. Wir haben die bisherigen Entscheidungen des FLVW zusammengefasst.

Dortmund

, 27.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Coronavirus hat den Amateurfußball seit Wochen lahmgelegt. Das letzte Meisterschaftsspiel bestritten die Amateurkicker Anfang vergangenen Monats - am Sonntag, 8. März. Wegen der Pandemie ruht seither der Spiel- und Trainingsbetrieb in den Ligen. Dabei stehen eigentlich noch eine Menge an Partien aus. Wie es genau weitergeht, ist aktuell noch ungewiss. Die wichtigsten Fakten haben wir aber schon einmal gesammelt.

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Wann dürfen die Amateurfußballer wieder auf den Sportplatz?

Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) richtet sich bei seinen Entscheidungen immer nach den Vorgaben der Bundes- beziehungsweise Landesregierung. „Wir haben die Entscheidung, erst wieder ab September Fußball zu spielen, aus den politischen Äußerungen übernommen. Fußball ist ein Kontaktsport. Wenn von der Politik die Freigabe kommt, kann wieder gespielt werden“, sagte Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball. Das heißt konkret: Vor September wird es definitiv keinen Amateurfußball in Westfalen geben.

Welche Optionen zur Saisonwertung schlägt der FLVW vor?

Der FLVW hat seine Vereine kürzlich darum gebeten, an einer Umfrage zur Fortsetzung der Saison teilzunehmen. Der Verband erhoffte sich so ein Stimmungsbild der Klubs. Die Vereine hatten die Möglichkeit, aus vier Antworten zu wählen:

  • 1. Die Saison wird annulliert und es gibt keine Auf- und Absteiger
  • 2. Die Hinrundentabelle wird gewertet. Hieraus ergeben sich Aufsteiger, aber keiner Absteiger
  • 3. Die Saison wird mit dem aktuellen Tabellenstand beendet. Es gibt nur Auf- keine Absteiger
  • 4. Die Saison wird frühestens ab September zu Ende gespielt.

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Was ergab die Umfrage?

Insgesamt 1149 Vereine aus Westfalen haben abgestimmt. Die meisten Stimmen erhielt die Antwortmöglichkeit, dass der Verband die Saison abbreche und annulliere (393 Stimmen, 34,2 Prozent). Das Bild trügt allerdings. 623 Vereine entschieden sich nämlich für einen Abbruch der Saison, wollen jedoch, dass die Spielzeit in irgendeiner Form gewertet wird. Für die Wertung der Hinrundentabelle entschieden sich 345 Vereine (30 Prozent), für den aktuellen Tabellenstand 278 Klubs (24,2 Prozent).

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In beiden Fällen gäbe es nur Aufsteiger und keine Absteiger. Deutlich wurde hierbei, dass sich eine große Mehrzahl an Amateurklubs gegen eine Fortsetzung der Saison ab September entschied. Lediglich 133 Vereine (11,6 Prozent) stimmten dafür. Der Verband gab auf Nachfrage der Redaktion an, dass er derzeit selbst von einer Annullierung absehe. „Eine deutliche Mehrheit der Vereine stimmte gegen die Annullierung. Daher spielt die Option erst einmal keine Rolle mehr in unseren Überlegungen“, sagte zuletzt Alfred Link, Staffelleiter in der Westfalenliga 2.

Was passiert im Aufstiegsfall mit den Tabellenzweiten?

Der Verband führt täglich Videokonferenzen mit Vertretern der verschiedenen Ligen. Am Samstag gab es beispielsweise eine Videokonferenz zwischen den Klubs der Landesligen 3 und 4 sowie den Verbandsvertretern. Dabei gab der Verband auf Nachfrage bekannt, dass er im Falle eines Abbruch der Saison nur mit einem Aufsteiger pro Liga plane.

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Diese Regelung betreffe alle Ligen - von der Westfalenliga bis zur Kreisliga D. Wird der aktuelle Stand genommen, denkt der Verband über eine Quotientenregel nach, weil einige Teams weniger Spiele haben. Entscheidet sich der Verband für die Hinrunde, dann ist klar, wer auf Platz eins steht.

Wann genau gibt es nun eine Entscheidung?

Das ist unklar. Zunächst einmal muss der Verband seine letzten Videokonferenzen mit den Vereinen abhalten. Erst danach hat er ein komplettes Stimmungsbild gesammelt. Zudem wartet der FLVW derzeit auf ein in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten. Mithilfe dessen will sich der Verband gegenüber einer möglichen Klagewelle von Vereinen schützen. Denn: Nirgendwo ist bislang schriftlich fixiert, wann eine Fußballsaison überhaupt abgebrochen werden kann. Auf dieses Gutachten wartet der Verband allerdings noch.

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Wie geht es weiter, wenn der Verband das Gutachten hat?

Sobald das Gutachten eingetroffen ist, weiß der Verband, welche Möglichkeiten ihm rechtlich offen stehen, die Saison zu werten. Der FLVW wolle dann einen Entscheidungsvorschlag präsentieren, dem die Ständige Konferenz zustimmen muss. Im zweiten Schritt wird dann auf einem Verbandstag final entschieden, was mit der aktuellen Saison passiert. Der Verbandstag soll Ende Juni stattfinden.

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Was kann man abschließend zur aktuellen Situation sagen?

Man kann sagen, dass noch nichts entschieden ist. Was bisher vom Verband getan wurde, ist nur Vorarbeit. Erst wenn das Rechtsgutachten vorhanden ist, können die Verantwortlichen konkrete Vorschläge machen. Kommt heraus, dass die Saison nicht abgebrochen oder annulliert werden darf, muss sie fortgesetzt werden. Also ist Stand heute die Fortsetzung genauso wahrscheinlich wie der Abbruch.

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