Die fünf größten Skandale der Saison – von Schlammschlachten und Straftaten

mlzAmateurfußball in Dortmund

In der noch recht jungen Saison, die aktuell aufgrund der Coronavirus-Pandemie pausiert, gab es bereits einige Skandale. Wir haben die fünf krassesten zusammengefasst.

Dortmund

, 19.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Amateurfußball-Saison wurde durch die Coronavirus-Pandemie vorerst gestoppt. Die Spielzeit war dabei noch gar nicht alt, lief erst seit wenigen Wochen wieder. So kurz die Zeit auch war – sie hat der Dortmunder Amateurfußball-Welt gereicht, um für ein paar handfeste Skandale zu sorgen. Wir haben die fünf krassesten für euch zusammengefasst – von kleinen Mini-Skandalen bis zu unfassbaren Aktionen.


Platz 5 – Der Ausraster von Marko Schott
Schon nach vier Spieltagen ist Wickede-Trainer Marko Schott die Hutschnur geplatzt. Die Westfalia blamierte sich mit einer 0:6-Heim-Niederlage gegen Sodingen und stand mit nur einem Punkt bereits auf einem Abstiegsplatz. Grund genug für den Trainer des Westfalenligisten, seine Spieler sprichwörtlich „zur Sau“ zu machen. „Bei allem Taktik-Gelaber, es ist mir scheiß egal, ob wir ein 4:3:4-System oder von mir aus auch ein 6:3:1-System spielen. Das alles bringt nichts, wenn der Mannschaft, die auf dem Platz steht, die Leidenschaft und der Ehrgeiz fehlen“, wütete Schott.

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Ausreden wollte der Coach nicht hören: „Viele der Jungs sind schon länger hier und ganz ehrlich: Seit 2,5 Jahren haben die zu Hause schlecht gepöhlt, da müssen wir uns einfach bei den Zuschauern entschuldigen.“ Schott rief den Abstiegskampf für seine Westfalia aus. In den steigen die Wickeder dann auch ein, sollte die Saison wieder losgehen. Das Schott-Team steht derzeit nämlich auf Platz 16 – zum Klassenerhalt reicht aber erst Rang 13.

Platz 4 – Der verbale Schlagabtausch zwischen Florian Juka und seinem Trainer

Türkspor-Trainer Dimitrios Kalpakidis wechselte Florian Juka beim 3:2-Sieg über Kaiserau zur zweiten Hälfte ein – und in der Nachspielzeit wieder aus. Das passte dem TSD-Spieler überhaupt nicht. „Er hat mich vor allen gedemütigt“, ging Juka mit seinem Ärger an die Öffentlichkeit. „Ich kenne Dimi schon jahrelang, ich war wie sein kleiner Sohn, seine rechte Hand. Und dann macht er sowas. Das werde ich ihm nie wieder verzeihen.“

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Die Entschuldigung von Kalpakidis nach dem Spiel reichte Juka nicht, er erwartete eine Reaktion von seinem Trainer. „Ich werde nicht auf ihn zugehen.“ Für die öffentliche Kritik von seinem Spieler kündigte Kalpakidis im Gegenzug Konsequenzen an. „Solche Sachen gehören intern geklärt, sonst macht man sich nach außen hin zur Lachnummer. Es macht keinen Sinn auf die lächerlichen Antworten zu reagieren.“ Daraufhin sprachen sich die beiden Streithähne angeblich aus – am folgenden Spieltag stand Juka dann aber im Kader der zweiten Mannschaft statt in dem der ersten.

Platz 3 – Kung-Fu-Tritt und Faustschlag in der Kreisliga C

Gleich am ersten Spieltag der Saison gab es in der Kreisliga C einen Spielabbruch. Die zweite Mannschaft von TuRa Asseln traf auf das Team von RW Obereving. Kurz vor Ende der Partie – Asseln führte mit 5:1 – streckt ein Spieler von Obereving nach einer Schiedsrichter-Entscheidung einen Asselner mit einem Kung-Fu-Tritt zu Boden. Als das Opfer wieder aufsteht, verpasst ihm ein weiterer Obereving-Spieler einen Faustschlag ins Gesicht. Die Partie wird abgebrochen.

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Der verletzte Spieler wird mit einer Gehirnerschütterung von einem Krankenwagen abtransportiert, die Polizei ermittelt. Obereving schmeißt beide Spieler kurz darauf aus dem Verein. Die Kreisspruchkammer verurteilt den Kung-Fu-Treter im Oktober zu einer Sperre von fünf Jahren, den Faustschläger zu einer Sperre von zwei Jahren.

Platz 2 – Der Trainer-Wirbel um Kalpakidis, Hassani und Großkreutz

Noch vor dem Saisonstart wirft Westfalenligist TuS Bövinghausen Trainer Dimitrios Kalpakidis mit einer Bilanz von 15 Siegen aus 15 Spielen raus. „Wir mussten jetzt einfach die Notbremse ziehen. Der Verein hat Pläne und wir glauben nicht, dass wir sie mit Dimitrios erreichen werden“, so TuS-Chef Ajan Dzaferoski. Was folgt ist eine öffentliche Schlammschlacht. „Ich weiß ja nicht, welchen Trainer die in Bövinghausen haben möchten. Vielleicht passt ja Jürgen Klopp“, giftete Kalpakidis, für den Bövinghausen schon nach einem Tag Ersatz gefunden hatte.

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Aber das war noch nicht das Ende der Geschichte. Mitte September soll Kalpakidids Sportlicher Leiter beim Landesligisten Türkspor Dortmund werden – daraufhin schmeißt das Trainerteam Reza Hassani/Kevin Großkreutz hin. Interimstrainer wird Kalpakidis selbst. Die Verpflichtung des Ex-Bövinghausers sei mit ein Grund für das Ende seiner Zeit bei Türkspor gewesen, so Hassani, der bis heute keinen neuen Job im Dortmunder Amateurfußball hat. Kalpakidis ist bis heute Trainer bei Türkspor.

Platz 1 – Der widerliche Angriff auf einen Schiedsrichter in der Kreisliga A

Wieder ein Spielabbruch. Dieses Mal in der Kreisliga A bei der Partie zwischen Osmanlispor und dem VfB Lünen. Die Szene, die zum Spielabbruch führt, ist kaum zu glauben. Noch in der ersten Halbzeit entscheidet der Schiedsrichter auf Elfmeter für Lünen und zeigt einem Osmanlispor-Spieler die Gelb-Rote Karte. Der sprintet zum Schiedsrichter, schlägt ihm mit der Faust ins Gesicht und tritt ihm mit dem Knie in den Brustbereich. Obwohl seine Mitspieler versuchen, ihn zurückzuhalten, tritt der Osmanlispor-Spieler dann noch auf den am Boden liegenden, verletzten Referee ein.

Der Unparteiische erleidet eine Rippen- und eine Kieferprellung, muss mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden und leidet Wochen später noch psychisch unter dem Angriff. Osmanlispor distanziert sich von seinem Spieler, schmeißt ihn aus dem Verein und entschuldigt sich noch auf dem Platz bei allen Beteiligten. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. Die Kreisspruchkammer verhängt im Oktober die höchste Strafe, die es im FLVW jemals gab: Der Angreifer wird für insgesamt acht Jahre gesperrt.

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