Bildergalerie

Sportlerwahl 2020

Das sind die Kandidaten bei der Dortmunder Sportlerwahl 2020.
02.12.2020
/
Sportlerin 2020: Tabea Schendekehl (Ruderin)

Tabea Schendekehls Geschichte klingt ein wenig verrückt: Die Ruderin des RC Hansa wurde 2016 nach dem EM-Titel mit dem Juniorinnen-Achter und der Silbermedaille bei der Junioren-WM von amerikanischen Universitäten regelrecht gescoutet. Die heute 21-Jährige hatte direkt nach ihrem Abitur vier Angebote im Email-Fach und entschied sich für die University of Washington in Seattle. Seither wird ihr tägliches Leben vom Rudern und Studieren bestimmt. Im September reiste Schendekehl für die Ruder-Europameisterschaft in Posen über den großen Teich. Das sollte sich lohnen: Die Dortmunderin führte als Schlagfrau den seit vielen Jahren erfolglosen deutschen Frauen-Achter zu EM-Silber, und der Hunger ist noch nicht gestillt: „Jetzt wollen wir uns im Mai für Olympia qualifizieren“, verrät die Hanseatin.© DRV
Sportlerin 2020: Lina Magull (Fußballerin)

Lina Magull ist eine echte „Dortmunder Pflanze“, nur im falschen Trikot. Spaß beiseite, die Fußball-Nationalspielerin läuft in der Bundesliga inzwischen für ihren Lieblingsverein Bayern München auf, den sie sogar als Kapitänin aufs Feld führt. Magull lernte beim Hörder SC und Hombrucher SV das Kicker-Handwerk, spielte bis zur C-Jugend ausschließlich in Jungen-Teams und wechselte schon mit 13 Jahren nach Kaiserau ins Sportinternat. Ihr Bundesliga-Debüt gab die 26-Jährige für den damaligen Triple-Sieger VfL Wolfsburg. Über Freiburg wechselte die meinungs- und dribbelstarke Mittelfeld-Spielerin 2018 zum aktuellen Tabellenführer der Frauen-Bundesliga nach München. Magull, 2013 bereits Dortmunds Sportlerin des Jahres, ist wichtiger Bestandteil der Nationalmannschaft.© picture alliance/dpa
Sportlerin 2020: Dana Bleckmann (Handballerin)

Dana Bleckmann hat sich trotz ihrer erst 19 jungen Jahre im Haifisch-Becken Bundesliga durchgesetzt – als aktuell einzige Nachwuchsspielerin aus dem Talentschuppen der BVB-Handballerinnen. „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom“ nennt die im linken Rückraum spielende Rechtshänderin, die seit 2016 die schwarzgelben Farben trägt, als Lebensmotto. Bleckmann kommt aus dem niederrheinischen Aldekerk und dort aus einer echten Handballer-Familie. Dani, so wird sie in der Mannschaft gerufen, ist übrigens verwandt mit DHB-Nationalspieler Julius Kühn, er ist ihr Cousin. 2017/18 schnupperte Bleckmann neben ihrem erfolgreichen Wirken mit der BVB-A-Jugend erstmals Erstliga-Luft, seit 2018 gehört die Junioren-Nationalspielerin mit der Rückennummer 66 fest zum Kader. Und der Weg geht weiter.© Peter Ludewig
Sportler 2020: Mohamed Mohumed (Leichtathlet)

Als Mohamed Mohumed Ende Juli bei einem kleinen Sportfest im niederrheinischen Sonsbeck nach 1500 Metern über die Ziellinie lief, ließ sich erahnen, dass die deutsche Läuferszene demnächst aus den Fugen geraten könnte. 3:38,83 Minuten wurden für den erst 21 Jahre alten Mittel- und Langstreckenspezialisten gestoppt - es war die zweitschnellste Zeit, die 2020 in Europa gelaufen wurde. Und bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig setzte der sympathische Läufer der LG Olympia das nächste Ausrufezeichen und stürmte über 5000 Meter zum Titel. „Ich bin sehr glücklich über diesen Titel. Ich hatte damit ein bisschen geliebäugelt, weil ich über 1500 Meter mit europäischer Jahresbestzeit sehr gut in die Saison eingestiegen bin,“ erklärte der 21-Jährige Dortmunder, der immer schneller wird. Sein nächstes ehrgeiziges Ziel: Olympia in Tokio 2021.© picture alliance/dpa
Sportler 2020: Julian Garth (Ruderer):

204 Zentimeter lang, 95 Kilogramm schwer – Gardemaße für einen Ruderer. Der Dortmunder Julian Garth bringt körperlich alles mit, und auch mental ist der gerade einmal 19-Jährige, der im vergangenen Jahr zu „Dortmunds Juniorsportler“ gewählt wurde, im Ruderboot äußerst stark. So durfte sich Abiturient Garth in seinem ersten U23-Jahr gleich bei der Europameisterschaft auf der Duisburger Wedau beweisen. Als Co-Schlagmann führte der Modellathlet den deutschen Achter in die EM-Rennen – und souverän zur Goldmedaille. Ein Einstand nach Maß in der höheren Altersklasse. Übrigens fand der Riemenrecke 2012 über eine Zeitungsanzeige in den Ruhr Nachrichten zum Rudersport, als der RC Hansa einen Schnupperkurs anbot. Julian Garth, der gerade ein Studium im Bauingenieurwesen angefangen hat und von der Wilo-Foundation gefördert wird, ist schnell bei den „Großen“ angekommen.© DRV
Sportler 2020: Christopher Weber (Bobfahrer)

Christopher Weber war schon einmal Dortmunds Sportler des Jahres, 2018 war das, und der bullige Bob-Anschieber hatte sich für die Olympischen Spiele in Pyeonchng qualifiziert. Damals lief es in Südkorea nicht nach Plan, dafür lief es im Februar 2020 deutlich besser für den gelernten Automobil-Kaufmann. Der echte Dortmunder wurde im sächsischen Altenberg doppelter Vize-Weltmeister. Mit seinem Piloten Johannes Lochner wurde Weber sowohl im Zweier- als auch im Viererbob Zweiter. Dabei war die Vierer-Entscheidung hauchdünn, Gold war zum Greifen nah. „Nach dem Rennen war ich schon erstmal etwas enttäuscht. Im Rückblick auf die gesamte Saison bin ich aber sehr zufrieden. Hätte mir jemand vorher gesagt, dass wir zweimal Vize-Weltmeister werden, ich hätte sofort unterschrieben.“ Corona-bedingt trainierte Weber zuletzt in der Autowerkstatt des elterlichen Betriebes. Sein neues Ziel ist klar: Olympia 2022 in Peking.© picture alliance/dpa
Mannschaft 2020: Deutschlandachter (Rudern)

Die Bilder gingen im Lockdown-Frühjahr durch die Republik: Ruderer aus dem Deutschland-Achter beim Trockentraining auf dem heimischen Balkon, im Vorgarten, auf einem Parkplatz, im Wohnzimmer. Die Ergometer glühten nach der Olympia-Verschiebung mit unbekanntem Ausgang. Dann endlich war Wassertraining in Kleingruppen wieder erlaubt und das – am Ende einzige – sportliche Ziel des Jahres hieß Europameisterschaft in Polen. Im September legten die Schützlinge von Bundestrainer Uwe Bender in Posen den ganzen Lockdown-Frust in zwei starke Rennen, gekrönt vom achten Europameister-Titel in Serie. Nur knapp verpassten die Recken vom Ems-Kanal ihren eigenen Weltrekord. Jakob Schneider aus dem Paradeboot resümierte: „Es war schwierig, aber letzten Endes ist für uns alles gut ausgegangen. Ich bin sehr froh, dass die EM stattgefunden hat und wir den Titel geholt haben. Was der Titel am Ende wert ist, das werden wir nächstes Jahr sehen.“© DRV
Mannschaft 2020: Frauen Borussia Dortmund (Handball)

Die Saison der Handball-Frauen von Borussia Dortmund endete mit Pauken und Trompeten, aber ohne Titel. Als souveräner Tabellenführer der Bundesliga und Favorit im Final 4 des Pokals erwischte die Schwarzgelben von Trainer André Fuhr der Corona-Abbruch eiskalt. Anders als bei den Männern, die trotz Saison-Abbruchs einen Bundesliga-Meister kürten, gingen die Borussinnen gänzlich leer aus. „Mit dem Begriff Meister der Herzen kann ich nichts anfangen“, schimpfte Abteilungsvorstand Andreas Heiermann und bekam viel Zuspruch für die beklagte Ungleichbehandlung. Unter dem Strich blieb das Dortmunder Debüt in der Champions League, dort zahlen die Frauen um Spielmacherin Alina Grijseels gerade etwas Lehrgeld, und der erneute Marsch durch die aktuelle Bundesliga-Saison, wo die Fuhr-Schützlinge immer noch ohne Verlustpunkt sind. Gerade vertreten Grijseels und Isabell Roch die DHB-Farben bei der EM.© Peter Ludewig
Mannschaft 2019: Katharina Müller/Tim Dieck (Eistanzen)

Zu Jahresbeginn 2020, da war die Welt noch in Ordnung, besonders für das Dortmunder Eistanz-Paar Katharina Müller und Tim Dieck. „Es ist schon eine Riesenlast von unseren Schultern gefallen“, sagte Dieck, nachdem ihr fünfmaliges vergebliches Antanzen bei den Deutschen Meisterschaften und fünf Vize-Titeln in Serie endlich in Oberstdorf von Erfolg gekrönt war. Der erste nationale Meistertitel brachte zwar nicht automatisch die Qualifikation für die Europameisterschaft mit sich, obwohl dies zuvor von Verband versprochen wurde, aber auch die interne Qualifikations-Hürde nahm das Paar, das seinen Trainings- und Lebensmittelpunkt inzwischen nach Moskau, an die Wiege des Eistanzes, verlegt hat, souverän. Bei der EM in Graz holten Müller/Dieck nach verstolpertem Auftakt dann in der Kür mit der besten technischen Final-Note von allen noch unglaubliche fünf Plätze auf und wurden 13. – das beste deutsche EM-Ergebnis im Eistanzen seit vielen Jahren.© picture alliance/dpa
Juniorensportler 2020: Anna Malia Hense (Leichtathletin)

Die Leichtathletik-Gene wurden Anna Malia Hense durch Eltern und Großeltern reichlich in die Wiege gelegt. Die hoffnungsvolle Langsprinterin der LG Olympia, die bereits während der Hallensaison 2018/2019 von Erfolg zu Erfolg eilte, startete nach einer längeren Verletzungspause in 2019 mit Trainer Thomas Kremer in diesem Jahr richtig durch, wurde als Jungjahrgang Deutsche U18-Meisterin über die gnadenlosen 400 Meter. In der europäischen Bestenliste belegt die 16-jährige Rang drei, in ihrem Jahrgang ist sie sogar die Schnellste des Kontinents. Vor wichtigen Wettkämpfen achtet Anna Hense immer darauf, dass sie ausgeschlafen an den Start geht und in den Tagen vorher genügend trinkt: „Nervös bin ich am Wettkampftag nicht. Ich verspüre lediglich beim Warmlaufen eine leichte Anspannung.“© Yoshi Müller
Juniorensportler 2020: Youssoufa Moukoko (Fußballer)

Wo Youssoufa Moukoko auf dem Fußball-Feld auftaucht, fallen Tore, viele Tore. Und immer ist der Stürmer von Borussia Dortmund der Jüngste. Seit dem 21. November einen Tag nach seinem 16. Geburtstag, ist der Schwarzgelbe der jüngste Spieler der Bundesliga-Geschichte. Nach dem Acht-Minuten-Debüt bei Hertha BSC hätte Trainer Lucien Favre seinen Rekord-Junioren am liebsten gleich wieder ein bisschen in Watte gepackt. „Da müssen wir aufpassen. Niemand hat ihn gesehen, niemand kennt ihn und alle sagen, er wird sooo“, sagte der BVB-Coach. Moukoko, geboren in Kamerun, seit 2016 in Dortmund, wurde als 15-Jähriger mit 34 Toren in 20 Einsätzen in der U19-Bundesliga weit vor dem Zweiten (13 Treffer) Torschützenkönig. © Florian Groeger
Juniorensportler 2020: Denis Gurdzhi (Eiskunstläufer)

Eine Eintagesfliege ist Denis Gurzhi wahrlich nicht. Seinem ersten deutschen Junioren-Meistertitel im Eiskunstlauf 2019 ließ der Dortmunder 2020 gleich den nächsten folgen und bestätigte seine starke Entwicklung. Der 17-Jährige, der auf der NRW-Sportschule Goethe-Gymnasium in Hörde gute Bedingungen findet, hat sich große Ziele gesetzt: die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking. Dafür trainiert der Läufer des TSC Eintracht, der mit zwei Jahren erstmals auf Schlittschuhen stand, mit Trainerin Julia Gnilozubova sechs Mal in der Woche an der Strobelallee. Einen „Plan B“ hat Denis nicht („Ich will laufen bis mindestens zum 30. Lebensjahr“), sein Leben ist Eiskunstlaufen, sein großes Vorbild der russische Olympiasieger Evgeny Pluschenko.© privat