„Die schlechteste Abwehr der Welt“ ist für Schürens Valentin Simoes Dos Santos nicht mehr nötig

mlzFußball in Dortmund

Valentin Simoes Dos Santos hat ein bisschen Anlaufzeit gebraucht, doch spätestens nach seinen drei Toren beim 4:3-Erfolg beim Lüner SV ist er angekommen beim Westfalenligisten BSV Schüren.

Dortmund

, 28.10.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieses Mal blieb das Lied in der Kabinenschublade. Den Julian-Schieber-Gedächtnis-Song, in dem dem ehemaligen BVB-Angreifer liebevoll nur dann Tore zugestanden werden, wenn „die schlechteste Abwehr der Welt“ in der Defensive stehe, hatte das Team vom BSV Schüren beim ersten Saisontor von Valentin Simoes Dos Santos geschmettert.

Endlich angekommen

Doch am Sonntag, beim 4:3-Erfolg beim Lüner SV, dessen Abwehr nicht mal die schlechteste der Westfalenliga ist, da gab es keinen Grund für das Lied. Denn Simoes dos Santos ist nach dem Derbysiegtor gegen Wickede und seinen drei Toren gegen Lünen endlich so richtig angekommen beim BSV.

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Man könnte auch sagen: Die Abwehr des Gegners muss ihn, der zuvor in sieben Spielen gar nicht getroffen hatte, wieder fürchten: „Jetzt bin ich drin, fühle mich gut, mache die Tore“, sagt Dos Santos spartanisch, „in den Spielen zuvor hatte ich sicher auch Chancen für vier Tore, aber da lief es immer unglücklich.“

„Ein schöner Spaß“

Auch deshalb hatten sie nach dem Derbytor den Schieber-Song intoniert: „Das war ein schöner Spaß aus der Mannschaft, die ja wusste, dass ich lange nicht getroffen hatte“, sagt Dos Santos, der die Stimmung beim BSV im Moment als „überragend“ bezeichnet.

Kein Wunder, nach durchwachsenem Saisonstart holte der BSV aus den vergangenen sieben Spielen sechs Siege. Und auch wenn Trainer Arthur Matlik nach dem am Ende knappen 4:3-Erfolg nach 4:0-Führung unzufrieden war, „weil wir einfach aufgehört haben, gierig zu sein“, sagt Dos Santos: „Es funktioniert gerade. Und am Ende zählt, dass wir den Sieg über die Zeit gerettet haben.“

Über Urania, den BVB und Hombruch nach Schüren

Der 20-Jährige hat ein bisschen gebraucht, um in Schüren glücklich zu werden. Nach seinen Jugendjahren bei Urania Lütgendortmund, dem BVB und dem Hombrucher SV folgte er seinem Bruder Miguel zum BSV. Doch während Miguel in die Bezirksliga zum VfR Sölde wechselte, blieb Valentin trotz deprimierender Verletzungen und entsprechend geringer Spielzeit an der Schürener Straße.

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„Ich hatte viele Verletzungen“, sagt der Bauingenieurwesen-Student, „das zog sich durch die ganze Saison.“ Doch jetzt ist er fit, die Verletzungen sind kein Thema mehr. Dass sein Bruder nicht mehr in Schüren spielt, sei zwar schade, aber „wir sprechen immer noch viel“, sagt Dos Santos, „er hat mir auch zu den drei Toren gratuliert. Er war ja auch schonmal ‚Spieler des Spieltags‘, da hab ich ihm zu gratuliert“, sagt er.

Der erste Dreierpack seiner Karriere

Drei Tore seien ihm zuvor noch nie gelungen, „nicht mal in der Jugend“, sagt Dos Santos. Besonders gefeiert hätte er seinen Dreierpack allerdings nicht: „Es haben sich alle über den Sieg gefreut“, sagt Dos Santos, „aber es ging dann auch relativ schnell nach Hause.“

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Anders als in den letzten 30 Minuten gegen Lünen, in denen manch einer schon das legendäre 4:4-Derby zwischen Schalke und dem BVB im Hinterkopf hatte, wollen sie fokussiert bleiben beim BSV: „Wir haben gerade eine gute Phase und wollten das beibehalten“, sagt Dos Santos, „auf keinen Fall wollen wir wie im vergangenen Jahr wieder nach unten gucken müssen.“

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