Dilettantische Abwehrfehler - Westfalia Wickede strauchelt weiter durch die Liga

mlzFußball-Westfalenliga

Westfalia Wickede bekommt einfach keine Stabilität in die eigene Partie und der BSV Schüren zeigt sich „willen- und orientierungslos“. Immerhin gelang dem FC Brünninghausen ein Achtungserfolg.

Dortmund

, 02.03.2020, 10:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Unser Abwehrverhalten war dilettantisch. Wir haben zu oft die falsche Entscheidung getroffen. Erst nach dem deutlichen 0:4-Rückstand haben wir angefangen gut Fußball zu spielen“ analysierte Wickedes Trainer Marco Schott die Partie gegen die DJK TuS Hordel.

Bereits in der zweiten Minute hätte Marcel Großkreutz für einen Auftakt nach Maß sorgen müssen. Aus drei Metern Entfernung scheiterte er am Pfosten. Ein Führungstreffer hätte der nach der Niederlagenserie sichtlich verunsicherten Wickeder Mannschaft mit Sicherheit Auftrieb gegeben.

Zwei kapitale Fehler innerhalb von 30 Minuten

Nach elf Minuten drang Hordels Philipp Dragicevic in den Wickeder Strafraum ein und wurde von Anil Konya plump gefoult. Timo Erdmann ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den verhängten Elfmeter zum 1:0.

Nach dreißig Minuten schoss die Wickeder Defensive den nächsten kapitalen Bock: Muhammed Cakir köpfte viel zu lasch zu Anil Konya zurück, der von einem Gegenspieler bedrängt über den Ball säbelte und so Hordels Peter Elbers freie Bahn zum 0:2 verschaffte. Westfalias Torhüter Malte Remmert verhinderte mit einer Fußabbwehr im Stile eines Handballtorwarts nach einem Schuss von Philipp Dragicevic die Vorentscheidung (32.).

Mit dem 0:2 wurden dann auch die Seiten gewechselt. Durch einen Doppelwechsel: Robin Wodniok und Kevin Franzen für Christopher Herwig bzw. Sefa Topcu versuchte Trainer Marco Schott dem Spiel eine Wende zu geben.

Finn-Jona Heinings traf unmittelbar nach Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit nur das Außennetz ( 46.).

Wickedes Geschwindigkeitsdefizite eiskalt offenbart

Danach rappelte es aber erneut im Tor der Westfalia. Said Dahoud legte die Geschwindigkeitsdefizite der Wickeder Abwehr offen und traf zum 0:3 (57.). Als in der 76. Minute auch noch Hontcheu zum 0:4 traf, befürchteten die Fans im Pappelstadion ein Debakel.

Aber die Wickeder ließen den Kopf nicht hängen und besannen sich endlich auf ihre durchaus vorhandenen fußballerischen Qualitäten.

Ein abgefälschter Distanzschuss von Robin Wodniok sorgte für das 1:4 (78.). Vier Minuten vor dem Ende hatte Robin Dieckmann den Torschrei schon auf den Lippen. Sein exzellent geschossener Freistoß landete aber zu seinem Entsetzen nur am Pfosten des Hordeler Tores.

Den Schlusspunkt setzte schließlich Robin Wodniok mit seinem zweiten Treffer zum 2:4- Endergebnis.

Wickede: Remmert - Herwig (46. Franzen), Schreiber, Großkreutz, Konya - Homann, Cakir, Topcu (46. Wodniok), Pietryga (60. Erdogan), Heinings (66. Krahn) - Dieckmann -

Tore: 0:1 Erdmann (11. FE.), 0:2 Elbert (30.), 0:3 Dahoud (57.), 0:4 Hontcheu (76.), 1:4 Wodniok (78.), 2:4 Wodniok (88.).

FC Brünninghausen mit Achtungserfolg

Wanne-Eickel - Brünninghausen 1:1 (0:0) – „Unter dem Strich ist es das gerechte Ergebnis gewesen“, befand Brünninghausens Trainer Florian Gondrum nach intensiven 90 Minuten. Sein FC begegnete dem Westfalenliga-Zweiten Wanne-Eickel nahezu durchgehend auf Augenhöhe, sodass es am Ende zur Punkteteilung kam.

Torlos ging es in die Halbzeit-Pause, ehe der zweite Abschnitt mit einem Knall begann: Patrick Trawinski netzte nur zwei Zeigerumdrehungen nach Wiederanpfiff zur Führung für den FC. Wanne-Eickel reagierte wütend und schaltete umgehend zwei Gänge hoch. Der Ausgleich durch Michen war die fast logische Konsequenz, Brünninghausen stand nun unter Druck.

Jetzt lesen

„Nach dem Tor haben sie uns zeitweise hinten eingeschnürt, in den brenzligen Situationen hatten wir aber immer einen Fuß vor dem Ball“, lobte Gondrum seine Abwehrkollegen. Nach dieser Drangphase des DSC hatte Brünninghausen in der Schlussphase sogar den Sieg vor Augen.

„Spielen wir unsere Konter etwas besser zu Ende, dann wären wir vielleicht mit drei Punkten statt einem nach Hause gefahren“, haderte Gondrum.

FC Brünninghausen: Kabath - Tekin, Lötters, Sahin, Schröder - Kösecik, Brauer - Enzmann (69. da Costa Pereira), Terzicik (65. El Hamassi), Trawinski - Gondrum (79. Telschow)
Tore: 0:1 Trawinski (47.), 1:1 Michen (56.)

BSV Schüren gerät komplett unter die Räder

Lennestadt - Schüren 6:2 (3:0) – In Lennestadt geriet der BSV Schüren im Westfalenliga-Spiel unter die Räder. 2:6 (0:3) hieß es nach neunzig Minuten, von denen BSV-Trainer Arthur Matlik nur die ersten zehn gefielen: „Wir sind sehr gut reingekommen in die Partie und hatten direkt zwei gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen.“

Weil Schürens Offensivkräfte jedoch nicht entschlossen genug zu Werke gingen, versandeten diese Gelegenheiten und damit auch die Chance, beim FC Zählbares mitzunehmen. Denn was Schüren im Anschluss bot, hatte mit der engagierten Anfangsphase nichts mehr zu tun.

Jetzt lesen

„Danach war unser Spiel, vor allem defensiv, körper-, willen- und orientierungslos“, stellte Matlik fest. Die Gastgeber übernahmen fortan die Spielkontrolle und führten zur Pause 3:0. Der BSV sammelte sich in der Kabine zwar, ein Samulewicz-Fehler nahm der Matlik-Elf aber den letzten Wind aus den Segeln – 0:4 nach 53 Minuten.

Kamil Bednarski sorgte mit seinem Doppelpack wenigstens für ein wenig Ergebnis-Kosmetik. „Lennestadt war gnadenlos effektiv „, bilanzierte Schürens Arthur Matlik.

BSV Schüren: Samulewicz - Anhari, Mönig (46. Santos), Radojcic, Hederich - Stratacis (81. Ali), Menneke, Güreser, Cosgun(81. Merkel) - Bednarski, Hines
Tore: 1:0 Friedrichs (18.), 2:0 Gouranis (32.), 3:0 Friedrichs (34.), 4:0 Friedrichs (53.), 4:1 Bednarski (66.), 5:1 Dobbener (78.), 6:1 Eickelmann (86.), 6:2 Bednarski (88.)

Lesen Sie jetzt