Diskussion um Schnelltest - Das Pokalspiel des Wambeler SV ist abgesagt

Fußball

Der Verband wollte den positiven Schnelltest der Co-Trainerin des Wambeler SV nicht anerkennen. Der Verein hatte Angst vor einer Strafe, weil er nicht antreten wollte. Dann kam die Absage.

Dortmund

, 25.10.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Fußballerinnen des Wambeler SV wollten wegen eines positiven Corona-Schnelltests im Team im Pokal gegen Bochum nicht antreten.

Die Fußballerinnen des Wambeler SV wollten wegen eines positiven Corona-Schnelltests im Team im Pokal gegen Bochum nicht antreten. © Stephan Schuetze

Eigentlich hätten die Fußballerinnen des Wambeler SV am Donnerstag gegen den VfL Bochum im Westfalenpokal spielen sollen. Das Spiel wurde jedoch abgesagt, da die Wambeler Co-Trainerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Da erst mal nur das Ergebnis eines Schnelltests vorlag, wollten die Pokalleiterin und der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) nicht absagen, dabei hatte die Trainerin am Sonntag noch an der Linie gestanden.

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Am Dienstag hatte sie einen Schnelltests gemacht, der vom Gesundheitsamt nicht als vollwertiger Tests anerkannt. Deshalb hat auch der Verband zunächst gesagt, dass er das Spiel auf Grundlage dieses Tests nicht absagen wolle, weil man sich da an Entscheidungen des Gesundheitsamts halte. FLVW-Vizepräsidentin Marianne Finke-Holtz betonte aber im Vorfeld des Spiels, dass man einfach noch länger warten wolle und man das Spiel ja auch immer noch absagen könnte.

„Das ist ganz in unserem Sinne“

So kam es schließlich auch. Erst am Donnerstagnachmittag fiel die Entscheidung: Absage. Die Co-Trainerin hatte da auch ihr offizielles Testergebnis erhalten. Das Spiel wird nachgeholt. Wambel muss keine Strafe zahlen. „Man hat uns zugesichert, dass wir nicht hätten zahlen müssen, weil wir so offen kommuniziert hätten“, sagt der Wambeler Trainer Timo Weißwange.

„Dass wir das Spiel jetzt zu einem späteren Zeitpunkt spielen können, ist ganz in unserem Sinne.“ Man freue sich schließlich auf das Spiel gegen die Regionalliga-Mannschaft aus Bochum. Auch die Bochumerinnen hätten die ganze Zeit bekundet, an einer sportlichen Lösung interessiert zu sein, sagt Weißwange.

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„Wir sind froh, dass der Verband, das letztendlich so gelöst hat“, zeigt sich der Coach erfreut, der gerade noch auf sein Test-Ergebnis wartet und bis Anfang November in Quarantäne bleiben muss. Er könne das Zögern des Verbandes teilweise auch nachvollziehen, sagt Weißwange.

„Dass er sich auf die Gesundheitsämter beruft, ist verständlich, sonst könnte ja jeder sagen, dass er einen Corona-Fall hat und ein Spiel absagen.“ Er finde aber problematisch, dass keine Einheitlichkeit herrsche. „Man muss klare Regeln dafür finden, was wann gemacht wird.“

Er sei jetzt neben der Entscheidung aber vor allem froh darüber, dass das Handy weniger klingelt. „Die letzten zwei Tage hätte ich es am liebsten aus dem Fenster geworfen. Ich habe die ganze Zeit mit Bochum, unseren Vereinsverantwortlichen und dem Gesundheitsamt telefoniert“, sagt Weißwange, der nebenbei auch noch die Fragen seiner Spielerinnen in WhatsApp-Gruppen beantworten musste, die wissen wollten, was nun mit dem Spiel ist.

Der Nachholtermin für die Pokalpartie gegen Bochum steht noch nicht fest.

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