Dortmund hat in der kommenden Saison einen Fußball-Zweitligisten

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Der Jubel in Dortmund ist riesig: In der Spielzeit 2020/2021 wird ein Dortmunder Team in der Zweiten Liga spielen. Möglich gemacht hat das ein Sieg des MSV Duisburg am Sonntag.

Dortmund

, 28.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Damen des MSV Duisburg sicherten sich am letzten Spieltag durch einen 2:0-Erfolg über das abgeschlagene Schlusslicht USV Jena den Klassenerhalt in der Bundesliga. Durch den Duisburger Sieg müssen die Frauen des 1. FC Köln den bitteren Weg in die zweite Bundesliga antreten - der Jubel über den Duisburger Sieg war in Dortmund aber bestimmt größer als in Duisburg selbst.

Nutznießer dieser Konstellation sind nämlich die Damen des SV Berghofen: Weil die Zweite des 1. FC als Aufsteiger aus der Regionalliga ebenfalls in der zweiten Liga kicken dürfte, wären die Kölnerinnen mit zwei Teams in der zweiten Liga vertreten. Das ist laut Satzung des DFB aber nicht erlaubt. Dadurch erhält der Tabellendritte SV Berghofen das Recht, als Nachrücker in die Zweite Liga aufzusteigen.

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Weil es in der wegen Corona abgebrochenen Saison keine Absteiger, dafür aber fünf Aufsteiger gibt, erfolgt in der kommenden Saison eine Zweiteilung der Zweiten Liga. In einer Gruppe spielen zehn Vereine, während in der anderen Gruppe mit neun Teams gekickt wird. Aus der Zehner-Gruppe wird es drei direkte Absteiger geben, während es aus der Neuner-Gruppe zwei Teams direkt erwischt. Der Drittletzte wird noch eine Relegation gegen einen Regionalligisten bestreiten. Die Gegnerinnen des SVB könnten in der kommenden Saison also 1. FC Saarbrücken, VfL Wolfsburg II, FC Bayern München II oder Turbine Potsdam II statt SV Budberg, SV Bökendorf oder GSV 1910 Moers heißen.

SV Berghofen ist auch für die Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert

Weiterer angenehmer Nebeneffekt des Aufstiegs: Als Zweitligist sind die Damen des SV Berghofen automatisch für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifiziert. Gerne erinnern sich die Berghoferinnen an das Highlight im diesjährigen Pokalwettbewerb. In einem mitreißenden Kampfspiel vor über 2000 Fans gab es nur eine knappe 0:2-Niederlage gegen den deutschen Serienmeister und Pokalsieger VfL Wolfsburg.

So ging der SV Berghofen unter Trainer Thomas Sulewski (l.) Anfang der Saison ins Rennen.

So ging der SV Berghofen unter Trainer Thomas Sulewski (l.) Anfang der Saison ins Rennen. Am Ende steht der Zweitliga-Aufstieg. © Nils Foltynowicz

„Unser langfristiges Ziel war die Zweite Liga. Schön, dass es bereits jetzt geklappt hat. Das ist die Belohnung für den Aufwand den wir in Berghofen betreiben“, freut sich der Sportliche Leiter Stephan Gebling. Die Verantwortlichen des SV Berghofen um Gebling und Achim Schütz haben bereits alles auf den Weg gebracht. Anfang Juli gibt es beim DFB in Frankfurt eine Managertagung, bei der die Eckdaten wie Saisonbeginn, Winterpause und Gruppeneinteilung festgelegt werden.

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Als Spielort des SVB steht das Aplerbecker Waldstadion fest. „Das Waldstadion verfügt über einen Naturrasen. Außerdem ist das gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Ordnungsamt der Stadt Dortmund gefertigte Sicherheitskonzept bereits vom DFB abgesegnet worden. Die Zusammenarbeit mit dem ASC insbesondere mit dem Vorsitzenden Michael Linke klappt vorzüglich“, bedankt sich Berghofens Sportlicher Leiter.

Die Finanzplanung steht beim SV Berghofen

Ebenfalls gesichert ist die Finanzplanung für die kommende Saison. Mögliche Übernachtungen des Teams am Spielort sind je nach Entfernung ebenfalls im Etat eingeplant. Die Spielerinnen freuen sich natürlich auch auf die neue Liga und gehen die Herausforderung mutig an. Groß war der Jubel bei der neuen Trainerin Laura Marienfeld. „Die zweite Liga wird für uns ein Abenteuer. Wir haben einen Plan und sind auf das Szenario gut vorbereitet“, sagt Marienfeld.

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Ob die Intensität etwa durch die Durchführung einer zusätzlichen Trainingseinheit zunimmt, wird die Trainerin erst nach Rücksprache mit der Mannschaft entscheiden. „Wir müssen abklären, ob eine zusätzliche Einheit mit dem Beruf vereinbar ist“, ergänzt Marienfeld. In der Vorbereitung sind die Damen an drei Tagen in der Woche auf dem Trainingsplatz, das Wochenende ist mit einem oder zwei Testspielen ausgefüllt.

Nach den ersten gemeinsamen Trainingseinheiten sind die neue Trainerin und Ihr Co-Trainer Fabian Franz von Ihrer neuen Mannschaft begeistert: „Der Einstieg hätte nicht besser sein können. Wir haben uns schnell kennengelernt, das Team hat bisher vorbildlich gearbeitet. Es ist reichlich Potential vorhanden“, lobt Marienfeld das gute Klima im Kader. In der kurzen Sommerpause erhält jede Spielerin Hausaufgaben in Form eines individuellen Trainingsplans.

SV Berghofen wird auf etliche Nationalspielerinnen treffen

Aber haben die Berghoferinnen denn eine realistische Chance auf den Klassenerhalt? „Die große Stärke der Mannschaft ist ihr Charakter. Wenn wir zusätzlich noch Teamwork und die nötige Athletik auf den Platz bringen, werden wir kein Kanonenfutter sein“, erklärt Marienfeld. Mit den Zweitvertretungen der TSG Hoffenheim, des VfL Wolfsburg, des FC Bayern München, des 1. FFC Turbine Potsdam sowie des 1. FFC Frankfurt spielen gleich fünf U20-Teams in der Zweiten Liga, gegen die es eventuell zu bestehen gilt.

„In den U20 Teams spielen etliche Talente und Junioren-Nationalspielerinnen, die sich für die Erste empfehlen wollen. Aufgrund des jugendlichen Alters fehlt es aber auch an Erfahrung und der nötigen Härte“, ergänzt Laura Marienfeld. Der Sportliche Leiter Stephan Gebling betrachtet den Aufstieg als sportliche Herausforderung und keinesfalls als Abenteuer: „Das ist der nächste Schritt der permanenten Weiterentwicklung des Vereins. Wir wollen uns nach Möglichkeit in der Zweiten Liga etablieren“.

Auch der ehemalige Trainer Thomas Sulewski, der die Berghoferinnen auf den dritten Platz geführt hat, freut sich über den Aufstieg. „Ich habe das Geschehen natürlich aus der Ferne beobachtet und freue mich für die Mädels. Als lachender Dritter ist uns der Aufstieg gelungen. Das ist das Ergebnis der tollen Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren. Damit hat Dortmund einen Zweitligisten mehr“, so Sulewski. „Es ist ein Privileg in der zweiten Liga zu spielen. Wir gehören damit zu den besten dreißig Teams in Deutschland. Vielleicht hat unser Aufstieg so etwas wie eine Signalwirkung für den gesamten Frauenfußball in der Stadt“, ergänzt der Sportliche Leiter Stephan Gebling.

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