Dortmunder Amateurkicker stirbt in Amsterdam - Begleiter erzählt und ruft zur Spende auf

mlzFußball in Dortmund

Ein 19-jähriger Dortmunder Amateurfußballer ist in Amsterdam verstorben. Seine Freunde haben jetzt eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um die Familie des Verstorbenen zu unterstützen.

Dortmund

, 14.08.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunder Amateurfußball-Familie trauert um eines ihrer Mitglieder - und rückt jetzt noch enger zusammen, um der Familie des Verstorbenen zu helfen. Der 19-jährige Dortmunder Theo Niyogushimwa war am vergangenen Sonntag (9. August) in Amsterdam leblos aus der Amstel gezogen worden.

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Niyogushimwa hielt sich am vergangenen Samstag mit Freunden im Park Somerlust südlich der Amsterdamer Innenstadt auf. „Zuletzt haben wir Theo am Strandanfang, wo ihm das Wasser bis zu den Knien ging, gesehen“, schildert Richard Ferati, der gemeinsam mit Niyogushimwa und seinen Freunden in den Niederlanden war. Niyogushimwa habe zu diesem Zeitpunkt das Wasser in Richtung Ausgang verlassen wollen, durch die Corona-Regelungen seien die Bereiche eingezäunt gewesen, um den Abstand zwischen allen Menschen zu wahren.

„Dabei“, berichtet Ferati, „gab es einen Ein- beziehungsweise Ausgang, welcher von Security Leuten bewacht wurde. Theo wollte einen einfacheren Ausgang aus dem Wasser nehmen und musste dazu über eine anderen Wiese den Bereich verlassen, um zu uns zurückzukehren.“ Die Freunde warteten allerdings vergeblich auf Niyogushimwa, auch die anschließende Suche blieb erfolglos.

Todesursache ist noch nicht geklärt

Der junge Dortmunder wurde am Sonntag leblos von Tauchern aus dem Wasser gezogen. „Ob Theo bei vollem Bewusstsein war und ertrunken ist oder bewusstlos ins Wasser gefallen ist, können wir uns leider bisher nicht erklären“, sagt Ferati, „und dass, obwohl der besagte Kanal prall gefüllt mit Menschen am und im Wasser war.“ Die Ermittlungen der Amsterdamer Polizei dauern weiter an. „Der Ort ist ein bekannter Badeplatz, da gibt es keine gefährlichen Strömungen“, erklärte eine Polizeisprecherin.

Inzwischen haben Ferati, ebenfalls Dortmunder Kicker bei A-Ligist Hörder SC, und seine Freunde eine Spendenaktion für ihren verstorbenen Freund ins Leben gerufen. „Theo war einer der herzlichsten, selbstlosesten und positivsten Menschen, die ich bisher kennenlernen durfte, die Spendenaktion ist für uns eine Selbstverständlichkeit“, erklärt Ferati, der auf der Plattform des Online-Bezahldienstes Paypal Geld für Niyogushimwas Familie sammelt, unter anderem für die Beerdigung des 19-Jährigen, für die es aktuell noch keinen Termin gibt. Innerhalb von vier Tagen haben die Freunde bisher 10.170 Euro (Stand 14. August, 10 Uhr) gesammelt, über 600 Menschen haben gespendet.

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„Wir werden Theos Familie in sämtlichen Belangen so gut wie es nur geht helfen, denn das ist das Mindeste, was wir noch tun können“, erklärt Ferati, der gemeinsam mit seinen Freunden aktuell „die wahrscheinlich schwierigste Phase unseres Lebens“ durchmacht.

Dortmunder Vereine unterstützen die Spendenaktion

Niyogushimwa, der mit seiner Familie 2012 aus dem ostafrikanischen Ruanda nach Deutschland ausgewandert ist, wäre in der kommenden Saison für die dritte Mannschaft des FC Brünninghausen aufgelaufen, zuvor war der Fußballer für den Hörder SC und den BSV Schüren im Einsatz. Ferati spielte ein Jahr mit seinem Freund Theo beim BSV Schüren II, „meine Freunde hatten das Glück, mit ihm schon in der Jugend gespielt zu haben“.

Natürlich wünschen sich die Freunde von Niyogushimwa einen möglichst hohen Spendenbetrag, um die Familie des Dortmunder Amateurkickers so gut wie möglich zu unterstützen. „Die Endsumme spielt hierbei aber nur eine nebensächlichen Rolle. Uns war es umso wichtiger, dass wir als Gemeinschaft unsere Teilhabe zeigen, egal ob Freunde, Bekannte, Familie oder Mitmensch“, erklärt Ferati.

Unter anderem haben bereits der BSV Schüren und der FC Brünninghausen III die Spendenaktion auf ihren Social-Media-Kanälen geteilt. Gespendet werden kann auf der angelegten Paypal-Seite.

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