Dortmunder Anschieber Christopher Weber mit Lochner nur Achter im Zweierbob

mlzBob-Weltmeisterschaft

Der Wunsch nach einer Zweier-Medaille war groß. Doch früh deutete sich bei der WM an, dass es damit für den Dortmunder Christopher Weber nichts wird. Das lag wohl auch an einem Frauen-Bob.

Dortmund

, 03.03.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie kamen aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus. „Die Feier fällt aus“, sagte der Dortmunder Anschieber Christopher Weber nach dem enttäuschenden achten Platz bei der Bob-Weltmeisterschaft in Whistler. Trotz starker Startzeiten ganz oben, leuchteten unten am Ende der Weltmeisterschafts-Bahn keine starken Zeiten auf.

„Die Zeiten haben nicht gepasst“

Im Gegenteil: Vom ersten von vier Läufen an kamen Weber und sein Bobpilot Johannes Lochner nicht über Platz acht hinaus: „Die ersten zwei Fahrten waren nicht optimal getroffen, die zweiten waren eigentlich gut, aber die Zeiten haben nicht gepasst“, sagte Weber.

Hier gibt‘s den ersten Lauf im Video:

Vor allem in den ersten beiden Läufen rappelte es ordentlich in dem gelben Schlitten von Lochner und Weber. Die Startzeiten waren durchaus medaillenwürdig, die Fahrten waren es danach nicht. Der überragende Weltcup-Gesamtsieger Francesco Friedrich setzte sich am Ende vor Lokalmatador Justin Kripps und dem zweiten deutschen Bob von Nico Walther die WM-Krone auf. Über die erste Fahrt von Lochner und Weber sagte der englische Kommentator dagegen: „Einen schlechteren Lauf hätte er nicht hinlegen können.“

Ein anderer Schlitten

Weber konnte in der Nacht nach dem Abschluss des Wettkampfs noch nicht so recht ergründen, woran es lag: „Wir sind so ein bisschen ratlos, ob es jetzt am Schlitten liegt, an der Aerodynamik... Wir wissen nicht so richtig, was vorgefallen ist.“ Dass Friedrich nicht zu schlagen sein würde, war relativ schnell klar, doch bei den Startzeiten waren Lochner und Weber sogar besser als die Silber- und Bronzemedaillengewinner.

Trotzdem war der 27-Jährige insgesamt unzufrieden, fand dann aber doch noch einen konkreten Ansatz für die Zukunft: „Vielleicht bekommen wir einen anderen Schlitten.“ Denn der, den sie in Whistler gefahren sind, „ist halt eigentlich eher für Frauen ausgelegt. Da passt so ein 108-Kilo-Mensch nicht so gut rein“, sagt der 108-Kilomensch Weber.

Schlechtestes Ergebnis seit Dezember 2017

Die vielen Trainingsstürze – 16 an der Zahl, „das war wirklich heftig“ – hätten die Fahrer zwar zum Nachdenken gebracht, „aber die meisten Stürze waren in der vierten auf die fünfte Kurve – und mit der hatten wir eher weniger Probleme“, sagt Weber. „Es war nicht so, dass wir gesagt haben: ‚Das ist jetzt schwierig, wir wissen nicht, was wir machen sollen.“

Für Lochner war es trotzdem das schlechteste Ergebnis seit dem 9. Dezember 2017, als er ebenfalls mit Weber in Winterberg nur 16. wurde. Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang ein paar Monate später war es immerhin Rang fünf, doch danach fuhr Lochner mit und ohne Weber nur noch einmal nicht aufs Treppchen: „Die Stimmung war jetzt aber nicht so enttäuscht wie bei den Olympischen Spielen, weil wir halt wussten, dass nach vorne nicht mehr viel geht. Wenn man alles tut, um vorne mitzufahren und es dann trotzdem nicht geht, dann muss man das halt akzeptieren“, sagt Weber.

Zweite Chance

Wer ihn kennt, weiß, dass ihm das schwer fällt. Aber es gibt ja – wie damals in Südkorea – noch eine zweite Chance: „Ich blicke nur noch auf den Vierer nächste Woche“, sagt Weber, „da stehen die Chancen auf jeden Fall besser als im Zweier.“

So war es auch in Pyeongchang – da fuhren sie dann auch im Vierer nur auf Platz acht. „Wir schauen voraus und hoffen, dass wir nochmal richtig angreifen können“, sagt Weber. Die Hoffnung auf eine Medaille lebt weiter.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt