Dortmunder Jan Deitenbach schnappt sich den WM-Titel

Motocross

DORTMUND Jan Deitenbach setzt sich auf sein Motorrad. Wartet auf den Startschuss. Adrenalin kocht hoch. Die Anspannung steigt. Die Nervosität verschwindet. Der Knall erfolgt. Jan Deitenbach dreht wie in Trance seine Runden auf der Super-Motocross-Strecke.

von Von Thomas Schulzke

, 23.10.2009, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Quer in der Luft steht Weltmeister Jan Deitenbach mit seiner Super-Motocross-Maschine.

Quer in der Luft steht Weltmeister Jan Deitenbach mit seiner Super-Motocross-Maschine.

Im abschließenden Lauf der dreitägigen Veranstaltung sichern sie sich den Titel. Großen Anteil daran hat Deitenbach, der im entscheidenden Lauf mit seiner 450-Kubik-Maschine von Platz 19 auf Rang 7 fährt. „Ich habe gar nicht mehr nachgedacht. Habe einfach nur Gegner um Gegner überholt“, sagt er. Nach der Zielankunft ist ihm überhaupt nicht bewusst, wie die Gesamtwertung aussieht. „Auf welchem Platz liegen wir?“, fragt er in die Runde. Eine TV-Moderatorin klärt ihn auf: „Ihr habt den Titel.“ Der Jubel der Deutschen ist grenzenlos. Auch Jans Mutter Petra Deitenbach kommt jetzt zur Strecke gerannt. Nimmt ihren Sohn in den Arm. Zuvor hatte sie die ganze Zeit über im Wohnwagen gesessen. Sie schaut sich keine Rennen ihres Sohnes mehr an. „Das ist zu nervenaufreibend“, sagt sie. Petra Deitenbach hat mit ihrem Filius schon eine Menge mitgemacht. „Die ganzen Knochenbrüche kann ich gar nicht mehr zählen“, sagt sie.

Mit drei Jahren begann Jan Deitenbach mit dem Motorsport, und mit 19 passt seine Trophäensammlung schon gar nicht mehr in sein Zimmer. Die Krönung war jetzt der WM-Titel. Ausruhen gibt es aber nicht. „Ich will Profi werden“, sagt Deitenbach. Finanziell kann er von seinem Hobby (noch) nicht leben, auch wenn er mit Suzuki einen namhaften Sponsor hat. „Das Ziel muss sein, irgendwann für ein Werk-Team zu starten und in den USA Geld zu verdienen“, sagt Jan Deitenbach. Dann kocht das Adrenalin bestimmt noch höher.

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