Droht die Nummer eins im Dortmunder Laufkalender auszufallen?

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Auch in diesem Jahr steht am 3. Oktober das Gebiet rund um den Phoenix See wieder im Zeichen des Sparkassen-Phoenix-Halbmarathons. Aber kann der Lauf wie geplant ausgetragen werden?

Dortmund

, 26.04.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neunte Auflage des Sparkassen-Phoenix-Halbmarathon steht bereits in den Startlöchern – doch die Auswirkungen der Corona-Krise sorgen für große Unsicherheiten. Kann Dortmunds beliebtestes Laufevent mit über 4000 Athleten und Athletinnen überhaupt stattfinden, gibt es Veränderungen zum Vorjahr? Organisator Marcus Hoselmann steht im Interview Rede und Antwort.

Die Politik hat ja ein Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August ausgesprochen. Terminlich wäre der Sparkassen-Phoenix-Halbmarathon ja davon nicht betroffen. Zumindest Stand heute. Das heißt doch, der neunten Auflage steht nichts im Wege, oder?

Das Argument mit dem Termin stimmt natürlich. Aber man muss ja auch sagen, dass die Situation alle 14 Tage neu bewertet wird. Wir wissen also nicht, was demnächst kommt, stehen vor großen Unsicherheiten. Natürlich stehen wir voll in den Planungen, haben aber aufgrund von Kurzarbeit die Agentur umstrukturiert.

Die Event- und Sportbranche ist von der Corona-Krise besonders hart betroffen. Wie spüren Sie das ganz konkret?

Es wird Veränderungen beim Sparkassen-Phoenix-Halbmarathon geben, das ist sicher. Stand heute wissen wir nicht, wie unsere Partner die Krise überstehen, die Bühnenbauer, die Tontechniker, die Moderatoren oder die Catering-Firma. Es sind große Unsicherheiten vorhanden. Ich gehe davon aus, dass wir den 3. Oktober als Termin halten können, dennoch wird es zwangsläufig gewisse Anpassungen geben müssen, welche aber nicht auf den Rücken der Läufer ausgetragen werden sollen.

Marcus Hoselmann (r.), mit seiner Agentur „upletics“ Organisator des Sparkassen-Phoenix-Halbmarathons, appelliert an die Dortmunder.

Marcus Hoselmann (r.), mit seiner Agentur „upletics“ Organisator des Sparkassen-Phoenix-Halbmarathons, appelliert an die Dortmunder. © Schütze

Was ändert sich?

Der Streckenverlauf wird eine Änderung erfahren. Dafür sind aber noch abschließende Gespräche nötig. Ich sage nur soviel: Die Neuerung ist sehr attraktiv, der Streckenabschnitt wäre ein absolutes Highlight.

Niemand plant derzeit für die Zukunft. Wie macht sich das bei den Anmeldezahlen bemerkbar?

Die Zahlen sind natürlich schlechter als im Vorjahr. Wir überlegen aber, die Frühbucher-Rabatte zeitlich auszudehnen, um allen potenziellen Startern und Starterinnen entgegenzukommen.

Zusammen mit Jana Hartmann betreiben Sie sehr erfolgreich die Agentur „upletics“ und organisieren insgesamt sieben Laufevents im Jahr. Alles Läufe, die gut angenommen wurden. Wenn es schlecht läuft, könnte eine Großzahl davon ausfallen. Was heißt das konkret?

Das weiß ich auch noch nicht wirklich. Bislang lief es bei uns richtig gut. Wir hatten sieben Veranstaltungen, die Auftragslage war gut, die Finanzen waren in Ordnung. Jetzt stehen wir erstmal vor einer sehr schwierigen Zeit.

Haben Sie einen Alternativplan für das Jahr 2020?

Ich sage mal so: Für uns ist es existenziell wichtig, dass der Sparkassen-Phoenix-Halbmarathon, der „Do it fast“ im August und der ein oder andere Firmenlauf stattfinden. Am „Do it fast“ als Vorbereitungslauf über fünf und zehn Kilometer am 16. August auf dem Phoenix-West-Gelände halten wir fest. Zur Not begrenzen wir für dieses Event die Teilnehmer-Zahl.

Verlegungen in den Herbst sind ein großes Thema bei allen Veranstaltern in sämtlichen Sportarten. Sollte die Politik Grünes Licht geben, dürfte der September und Oktober dann proppenvoll werden, die Konkurrenz ist riesig.

Das könnte in der Tat ein ganz enormes Problem werden. Es gibt unfassbar viel Konkurrenz in dieser Zeit. Am 4. Oktober, also ein Tag nach unserer Veranstaltung, soll der Köln-Marathon stattfinden. Allein schon aus diesem Grund appelliere ich an alle Dortmunder Lauffreunde, bei uns zu starten. Wir brauchen eine gewisse Mindestteilnehmer-Zahl, sonst kann man solch ein Event nicht ausrichten. Wir brauchen in diesen Zeiten die Solidarität der Läufer und Läuferinnen, wir brauchen auch die Solidarität der Dortmunder Unternehmen. Ich bin da aber sehr zuversichtlich.

Wer also mit dem Einstieg in den Laufsport spekuliert oder überhaupt einen Halbmarathon laufen will, der sollte es am 3. Oktober in Dortmund realisieren?

Richtig. Deshalb mein Appell an alle Einsteiger, an alle Lauf-Treffs in der Umgebung. Wir brauchen Euch in diesem Jahr, die Dortmunder Läufer und Läuferinnen sind unsere Hauptzielgruppe.

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