Ein Ex-BVB-Profi hat sich vor Großkreutz in den Amateurfußball gewagt und gibt ihm Tipps

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Kevin Großkreutz hat angedeutet, dass er sich vorstellen kann, zu einem Amateur-Klub in seiner Heimatstadt zu wechseln. Ein anderer Ex-BVB-Profi hat das schon getan und gibt Großkreutz Tipps.

Dortmund

, 21.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es wäre wohl der Transfer schlechthin: ein Weltmeister bei einem Dortmunder Amateur-Fußball-Klub. So weit weg scheint ein solcher Wechsel aber gar nicht zu sein, nachdem Kevin Großkreutz angekündigt hat, sich den Wechsel in den Dortmunder Amateurfußball vorstellen zu können. Es ist nicht der erste ehemalige BVB-Profi, der den Schritt in den Amateurbereich seiner Heimatstadt gewagt hat.

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Auch Marc-André Kruska entschied sich nach seiner Karriere dazu. Der 33-Jährige trug nach seiner Zeit in der BVB-Jugend von 2004 bis 2009 in 98 Pflichtspielen das Trikot der Profi-Mannschaft der Borussen. Nach seiner letzten Profi-Station beim belgischen Erstligisten F91 Düdelingen zog es ihn zurück nach Hause, in Dortmunds Nachbarstadt Castrop-Rauxel und zum Landesligisten FC Frohlinde.

„Ich wollte unbedingt zurück in die Heimat“, sagt Marc-André Kruska heute. Als das Angebot kam, dass er als Co-Trainer bei der U19 des VfL Bochum einsteigen könne, habe er nicht lange überlegen müssen. Gleichzeitig schnürte er die Fußballschuhe für den FC Frohlinde.

In 98 Pflichtspielen trug Marc-André Kruska das schwarzgelbe Trikot des BVB.

In 98 Pflichtspielen trug Marc-André Kruska das schwarzgelbe Trikot des BVB. © Archiv

„Ich hatte schnell auch ein paar Kilo mehr drauf“

„Ich konnte wegen meiner Trainertätigkeit aber nur maximal einmal in der Woche zum Training“, erzählt Kruska. „Es ist unglaublich, wie schnell die Fitness nachlässt. Ich hatte schnell auch ein paar Kilo mehr drauf. Eins kann ich Kevin sagen, wenn er zu einem Dortmunder Amateurverein wechselt: Laufen können die alle, da muss er sich drauf einstellen.“

Generell sei der Schritt in den Amateurbereich gar nicht so leicht gewesen, sagt Kruska. „Nach der Profi-Zeit fährt man vom Kopf her ein bisschen runter und nimmt alles etwas entspannter. Man hat auch nicht die Lust, für sich alleine laufen zu gehen, wenn man merkt die Fitness lässt nach, sondern will auch mal auf der Couch liegen und Zeit mit der Familie verbringen.“

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Gleichzeitig seien die Erwartungen an ihn hoch gewesen. „Da wird jede Aktion genau angeguckt und es heißt dann schnell: Warum kann der das nicht, der hat doch mal Bundesliga gespielt?“ Das habe ihn geärgert, sagt der ehemalige BVB-Profi. Er sei schließlich da, weil er Spaß haben will.

Kamen diese Sprüche auf dem Platz, ließ das Kruska kalt. „Auf dem Platz können die sagen, was die wollen, ich bin ja auch nicht auf den Mund gefallen.“ Das Gerede der Zuschauer am Seitenrand habe aber genervt. Es werde auf jeden Fall spannend zu sehen sein, wie Großkreutz damit umgehe, sagt Kruska. „Er ist ja viel bekannter als ich. Er muss sich darauf einstellen, dass jeder Schritt von ihm bewertet werden wird und das immer vor dem Hintergrund, dass er Weltmeister geworden ist.“

Spiele als ehemaliger BVB-Profi in Gelsenkirchen

472 Spiele hat der defensive Mittelfeldspieler als Profi gemacht. „Man hat ja einiges auf dem Platz erlebt, ich habe meinen Mitspielern dann auch Tipps gegeben, manche wollen das aber auch gar nicht hören“, erzählt Kruska.

Besondere Härte aber in Spielen nicht erlebt. Es sei bislang nicht vorgekommen, dass er extra hart angegangen worden oder absichtlich gefoult worden sei, sagt Kruska. „Ich bin eh kein Dribbler. Ich habe den Ball immer nur kurz, zwei, drei Kontakte und dann spiele ich weiter, da trifft man mich nicht so schnell.“ Auch Spiele gegen Mannschaften aus Gelsenkirchen seien vor dem Hintergrund seiner BVB-Karriere kein Problem gewesen. „Kevin hätte da vielleicht mehr Probleme, aber ich wurde nicht gesondert behandelt.“

Marc-André Kruska im Trikot des Landesligisten FC Frohlinde

Marc-André Kruska im Trikot des Landesligisten FC Frohlinde © Jens Lukas

Er vermisse den Profi-Alltag schon, sagt Kruska, er spürt aber auch, dass er seinen Körper über viele Jahre einer hohen Belastung ausgesetzt hat. Die Hüfte tut weh, der Meniskus ist kaputt. Eine Operation steht bald an. Auch deshalb will Kruska noch deutlich kürzertreten. Es wechselt sozusagen ins Epizentrum des Amateurfußball – in die Kreisliga. Den Pass vom A-Ligisten VfB Habinghorst hat er schon.

Mit dessen Trainer Marc Olschewski hat er schon in seiner Kindheit zusammen Fußball gespielt. „Weil ich so selten da war, war ich bei Frohlinde auch im Mannschaftsgefüge nicht so drin“, erzählt Kruska. „Bei Habinghorst kenne ich viele Jungs noch von klein auf. Mit ihnen will ich einfach zusammenspielen und Spaß haben.“

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