FC Brünninghausen auf der Suche nach der Lösung: Drei Optionen für Rafik Halim

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Der FC Brünninghausen ist mit einem Punkt aus zwei Spielen aus der Winterpause gestartet - auch weil auf einer Position etwas Entscheidendes fehlt. Ein Spieler könnte jedoch die Lösung sein.

Dortmund

, 27.02.2020, 18:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist nicht immer die fußballerische Qualität, die über Sieg oder Niederlage auf dem Platz entscheidet. Nicht immer die Technik, die bestimmt, ob ein Spiel erfolgreich bestritten wird. Und nicht immer die Spielintelligenz, die die wichtigste Fähigkeit auf dem Feld ist.

Manchmal sind es auch einfach Dinge, die niemand erlernen kann, die in den Genen der einzelnen Spieler legen - und genau dadurch ein großer Vorteil oder eben auch ein Nachteil für eine Mannschaft sein können.

Anis El Hamassi und Sahin Kösecik sind ähnliche Spielertypen

Genau das ist aktuell Thema beim FC Brünninghausen und führte in der Partie gegen die Spielvereinigung Erkenschwick sogar zu einer Systemumstellung. Aus der etablierten Viererkette wurde eine Dreierkette - obwohl das Problem eine Position weiter vorne, im defensiven Mittelfeld liegt.

Anis El Hamassi ist vielseitig einsetzbar beim FC Brünninghausen

Anis El Hamassi ist vielseitig einsetzbar beim FC Brünninghausen © Nils Foltynowicz

„Wir haben viele kleine, wendige Spieler. Uns fehlt so ein bisschen die Robustheit auf der Sechs. Da wollen wir uns auch in der nächsten Saison verstärken“, analysiert Trainer Rafik Halim.

Beim 2:2 gegen den BSV Schüren bildeten Anis El Hamassi und Sahin Kösecik die Doppelsechs. Sie machten ihren Job gut, mit viel Lauffreude und Zweikampfstärke versuchten sie die Schürener vom Tor wegzuhalten. Am Boden gelang das ordentlich, problematisch wurde es aber, wenn Schüren den Ball hoch - und damit einfach über die Köpfe von El Hamassi und Kösecik hinweg - spielte. Denn beide sind nicht die größten, die Präsenz in der Luft fehlt zwangsläufig.

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Um diesen Nachteil auszugleichen, probierte es Halim in der Partie gegen Erkenschwick dann mit einer Dreierkette.

Hinten sollten Mert Sahin, Sebastian Lötters und Malek Arafa auch Lufthoheit beweisen und somit die defensiven Mittelfeldspieler Kösecik und den neu ins Team gerückten aber ebenfalls nicht besonders großgewachsenen Amadeus Piontek entlasten, El Hamassi rückte dafür zunächst auf die Zehnerposition und später auf die Außenbahn. Denn „leider hat es nicht so ganz gegriffen. Wir haben nach kurzer Zeit wieder auf Viererkette umgestellt“, sagt Halim.

Rafik Halim hat drei Optionen beim FC Brünninghausen

Ein mehr oder weniger misslungener Versuch ist aber noch lange kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen und den Plan ad acta zu legen. Denn das Spiel gegen Erkenschwick fand aufgrund des Sturmes unter besonderen Bedingungen statt.

Yüksel Terzicikist ist nach seiner Verletzung zurückgekehrt.

Yüksel Terzicikist ist nach seiner Verletzung zurückgekehrt. © Foltynowicz

„In der ersten Hälfte hatten wir Rückenwind und waren klar besser, in der zweiten Gegenwind, da war Erkenschwick deutlich stärker“, berichtet Halim, der einen weiteren Versuch mit Dreierkette durchaus für realistisch hält: „Ich denke, wir probieren es nochmal.“

Denn dann könnte ein entscheidendes Puzzleteil das ganze Bild komplettieren - nämlich Hendrik Brauer. Gegen Schüren war er in der Innenverteidigung gefragt, gegen Erkenschwick fehlte er gesperrt.

Hendrik Brauer könnte beim FC Brünninghausen in der Westfalenliga künftig eine andere Rolle als zuletzt zukommen.

Hendrik Brauer könnte beim FC Brünninghausen in der Westfalenliga künftig eine andere Rolle als zuletzt zukommen. © Schröer

Nun ist er zurück und soll das „Manko“, wie es Halim bezeichnet, ausmerzen. Brauer sei „ein guter Abräumer“, er bringe „Kopfball- und Zweikampfstärke“ mit und scheint damit für die Rolle auf der Sechs prädestiniert zu sein.

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Doch die Variante mit Brauer ist nicht die einzige, die Halim durchspielt. Auch Florian Gondrum könnte er aus dem Sturmzentrum ins Mittelfeld ziehen. Dadurch würde Brünninghausen aber auch auf eine enorme Portion Torgefährlichkeit verzichten müssen. Und dann wäre da noch Yüksel Terzicik.

„Er hat in der Hinrunde auf der Zehn gespielt, hatte sich in der Halle leider eine Muskelverletzung zugezogen. Aber jetzt sieht es da auch ganz gut aus.“ Doch bei aller fußballerischen Qualität, die auch Terzicik auf den Platz bringt, birgt diese Option eine zuletzt allzu bekannte Gefahr, wie auch Halim weiß: „Er ist körperlich auch nicht der robusteste.“

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