FC Brünninghausen mit Vorahnung völlig von der Rolle, Schüren in Unterzahl mit Kämpferherz

mlzFußball-Westfalenliga

Es war ein Spieltag der Gegensätze in der Westfalenliga. Während FCB-Kapitän Hendrik Brauer nach der Partie richtig angefressen war, lobte BSV-Trainer Arthur Matlik überschwänglich.

von Christian Bentrup, Jari Sprenger

Dortmund

, 09.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

FC Brünninghausen - SV Sodingen 2:4 (0:1) – Eine Woche nach dem überraschenden Punktgewinn beim Aufstiegsanwärter in Wanne-Eickel, zeigte der FC Brünninghausen mal wieder sein anderes, hässliches Gesicht: Uninspiriert, teilweise lustlos agierend unterlag man dem Abstiegskandidaten SV Sodingen und entging dabei nur knapp einem Debakel.

FCB-Kapitän Hendrik Brauer erklärte nach Spielende: „Wir haben in der Woche schlecht trainiert und heute genauso schlecht gespielt. Das war zu erwarten“. Tatsächlich rieben sich die wenigen Zuschauer schon zu Beginn der Begegnung des Achten gegen den Sechzehnten die Augen und fragten sich, wer denn nun der Abstiegskandidat sei.

Auch Brünninghausens Yüksel Terzicik konnte die Pleite nicht abwenden.

Auch Brünninghausens Yüksel Terzicik konnte die Pleite nicht abwenden. © Stephan Schuetze

Die Gäste aus Herne übernahmen die Spielkontrolle und hatten durch ihren überragenden Angreifer Jamal El Mansoury den ersten Hochkaräter. Aus kurzer Distanz schoss er aber links vorbei (5.). Nachdem Spielertrainer Florian Gondrum die einzige echte Torchance des FCB in der ersten Hälfte vergab (19.), nutzte El Mansoury seine zweite Chance zur verdienten 1:0-Pausenführung.

Die Angriffsbemühungen der Brünninghauser waren durchsichtig und leicht zu verteidigen. Ein Spielaufbau war nicht erkennbar, es wurden nur lange Bälle gespielt, die zur leichten Beute der Sodinger Abwehr wurden. Nach dem Wechsel erhöhte Thomas Hildwein nach einem erneuten Ballverlust des FCB im Aufbauspiel auf 2:0.

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Danach gelang Jamal El Mansoury mit zwei weiteren Treffern die frühe Vorentscheidung zum 4:0. Er war bis zu diesem Zeitpunkt von der Defensive des Heimteams nie zu kontrollieren und spielte ein ums andere Mal seine Schnelligkeit und Gewandtheit aus. Brünninghausen drohte ein Desaster, aber in der Schlussphase wehrte man sich doch noch einmal.

Leon Enzmann gelang nach schönem Doppelpass mit Patrick Trawinski der Ehrentreffer zum 1:4. In der Nachspielzeit konnte Hendrik Brauer nach einer Standardsituation per Kopf sogar noch Ergebniskosmetik zum 2:4 betreiben.

FCB-Trainer Rafik Halim aber war verärgert und wetterte: „Wir haben hier schon seit längerem ein Mentalitätsproblem. Gegen die Topteams sind alle motiviert und rufen ihr Potenzial ab. Gegen die Teams von unten agieren wir lustlos und unkonzentriert. Einige hier halten sich noch immer für Oberliga-Spieler, ohne aber auch so aufzutreten.“

Brünninghausen: Kabath - Tekin, Brauer, Arafa (59. El Hamassi), Schröder - Enzmann, Kösecik - Da Costa Pereira (73. Palmieri), Terzicik (59. Boulila), Trawinski - Gondrum

Tore: 0:1 El Mansoury (27.), 0:2 Hildwein (48.), 0:3, 0:4, El Mansoury (56./58.), 1:4 Enzmann (77.), 2:4 Brauer (90.)

Concordia Wiemelhausen - BSV Schüren 0:1 (0:0) – Mit dem Sieg in Wiemelhausen rehabilitierte sich der BSV Schüren für die 2:6-Pleite aus der Vorwoche – und das trotz einer mehr als sechzig Minuten währenden Unterzahl. „Die Jungs haben das einfach super gemacht“, lobte BSV-Trainer Arthur Matlik seine Mannschaft.

Die musste zunächst einmal einen Schock verdauen, als Leeroy Boatey nach hartem Einsatz mit Rot vom Platz flog (24.). Für Matlik eine vertretbare Entscheidung: „Ganz neutral gesehen: Die kann man schon geben, auch wenn man es nicht zwingend muss.“

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Was seine zehn Verbliebenen dann allerdings auf den Platz brachten, ließ den Trainer erstaunen: „Die Jungs haben aufopferungsvoll gekämpft. Was die Stürmer an Laufleistung gebracht haben, war der Wahnsinn.“

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Auch die Defensive hielt, sodass es Stürmer Kamil Bednarski vorbehalten war, nach einem Ballgewinn im Mittelfeld und schnellem Pass in die Spitze das Tor des Tages zu erzielen (78.). „All das, was ich letzte Woche bemängelt habe, kann ich heute loben – es war auch trotz der langen Unterzahl am Ende ein verdienter Sieg für uns“, so das finale Fazit von Matlik.

Schüren: Samulewicz - Mönig, dos Santos, Menneke, Hederich - Merkel (79. Radojcic), Stratacis, Cosgun, Boatey - Bednarski, Hines (78. Ali)

Tor: 0:1 Bednarski (78.)

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