Fred Ape ist tot: Der Dortmunder Liedermacher war auch in der Fußballerszene beliebt

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Fred Ape ist tot. Neben der Kulturlandschaft trauern auch zahlreiche Sportler um den Dortmunder Liedermacher. In der Vergangenheit hat Ape auch die Keeper des FC Brünninghausen trainiert - eine Erinnerung.

Dortmund

, 11.11.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fred Ape ist tot. Der bekannte Liedermacher aus Dortmund wurde nach Informationen der Redaktion am Montag (9. November) tot in seiner Wohnung aufgefunden. Neben seiner Leidenschaft Musik liebte er auch den Fußball - speziell auch den Dortmunder Amateurfußball. Ape stand jahrelang beim FC Brünninghausen als Torwart zwischen den Pfosten und trainierte dort auch die Keeper. Zuletzt hütete Ape im Mai 2019 bei einem Spiel des FC Brünninghausen II das Tor - im Alter von 66 Jahren.

Wir haben dazu bereits im Jahre 2011 eine Geschichte aufgeschrieben. Eine Erinnerung an den beliebten Musiker und Sportler:

Sport und Musik - diese Kombination kennen viel Radiohörer aus den Zeiten, als die Bundesliga nicht live im Fernsehen lief. Fred Ape, der bekannte Liedermacher und Kabarettist, verkörpert die Zeit seines Lebens. Dazu kommen noch Humor und soziale Kompetenz – so schätzen ihn alle beim FC Brünninghausen, wo er seit Jahrzehnten Mitglied ist und seit einigen Monaten die Torhüter trainiert.

Zu den interessantesten Facetten des 58 Jahre alten Allrounders zählt, dass er, der in Wackersdorf oder an der Startbahn West auftrat, mit dem fest an Hierarchien glaubenden Trainer Volker Rieske harmoniert. „Ich ordne mich unter, jeder findet seine Rolle. Nur wenn es mal im Gebälk knirschen sollte, greife ich ein.“

Und: „Wir haben auch Gemeinsamkeiten. Wir sind Männer, die die Bühne suchen. Ich bewundere, wie Volker am Dienstag vor der Mannschaft steht und mit fotografischem Gedächtnis Spielszenen aus dem Kopf analysiert.“ Ape sitzt dann neben „Apo“, Dominik Behrend, und lauscht gebannt. Ape und Apo – das passt übrigens: „Der Junge weiß wahrscheinlich gar nicht, welche geniale Situationskomik er manchmal entwickelt.“

Nah an den Spielern zu sein, ist für Ape kein Problem: „Ich sehe mich eher als Teil der Mannschaft, als Kumpel und sozialer Betreuer der Jungs.“ Und die wissen, dass sie nicht einen Torwarttrainer wie jeden anderen haben. Er hört zu und geht auf seine Schützlinge ein. Als Christoph Parossa, die Nummer eins, beruflich angespannt war, legten sie sich zu dritt, mit dabei Ersatztorwart Mehmet Akcay, auf den Rasen, blickten in den Himmel und legten eine Einheit autogenes Training ein.

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„Damit rechnen sie nicht. Neben den Klassikern müssen die Übungen abwechslungsreich sein.“ So verhält es sich auch auf der Bühne. „Ob ich in Dortmund, in Gorleben oder auf der Aufstiegsfeier auftrete, ich muss die Leute schnell mitnehmen.“

Ape ist eben nicht der Mann, der einen Witz nach dem anderen erzählt. Wenn ihn jemand etwas Hintergründiges fragt, schließt er die Augen und überlegt sich die Antwort genau. Eine lautet: „Ich hasse Dummheit und Schlägereien. Dann will ich manchmal weglaufen. Aber unsere Spieler sind okay. Das passt schon. Ich wünsche mir nur, dass sie sich auch mit anderen Dingen geistig beschäftigen.“

Er hinterfragt zwar, sieht aber immer die positiven Dinge. Allein schon, wie er Anekdoten erzählt, gefällt. „Ich halte es wie die Torhüter. Vor dem Elfmeter entscheide ich mich für eine Ecke und schmeiße mich richtig rein. Volker will, dass der Torwart abwartet. Also einigten wir uns, dass Christoph während der ersten fünf Elfmeter in eine Ecke abtaucht. Hält er keinen, muss er demnächst abwarten.“

Floskeln passen nicht in die Welt eines Kreativen. Eine aber, an die er glaubt, kommentiert Ape mit seinem eigenen Charme. „Die Torhüter, die im Fokus stehen, die alleine Meisterschaften mit einer Aktion entscheiden können, müssen verrückter sein. Aber zum Glück sind wir alle etwas verrückt.“ So redet ein selbstbewusstes Multitalent, das die Bühne sucht. In Brünninghausen bieten sie ihm diese immer wieder gerne.

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