Die traurige Wahrheit: Der ASC 09 Dortmund spielt erstmal nur gegen den Abstieg

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Vier Punkte liegt der ASC 09 Dortmund in der Fußball-Oberliga gerade einmal hinter Tabellenplatz vier. Doch nach oben zu schauen, wäre für die Verantwortlichen und die Mannschaft fatal.

Dortmund

, 03.12.2019, 12:32 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Blick auf das Portal fussball.de zeigt zwei rot unterlegte Zahlen in der Tabelle der Fußball-Oberliga. Die Signalfarbe zeichnet die beiden Abstiegsplätze 17 und 18 aus. Der ASC 09 Dortmund liegt acht Zähler vor dem Tabellen-17. TuS Erndtebrück. Eigentlich ein beruhigender Abstand. Eigentlich.

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Denn der Klub befindet sich in einem fiktiven Abstiegskampf, der schnell real werden kann. Denn aus zwei Absteigern können auch schnell mal drei oder sogar vier werden, wie in der Spielzeit 2016/17. Das ist davon abhängig, welche westfälischen Klubs aus der Dritten Liga und der Regionalliga absteigen. Und da gibt es aktuell einige potenzielle westfälische Kandidaten auf den Abstieg.

Preußen Münster taumelt der Regionalliga entgegen

In der Dritten Liga taumelt Preußen Münster dem Abstieg entgegen. Sieben Punkte beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer. Preußen-Trainer Sven Hübscher wurde gerade erst nach dem 1:3 gegen Waldhof freigestellt. In der Regionalliga West steht die SG Wattenscheid nach der finanziellen Pleite als erster Absteiger in die Oberliga West fest.

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Auf einem Abstiegsplatz in der Regionalliga steht auch der westfälische Verein SV Lippstadt, der TuS Haltern steht nur knapp über dem Strich und bei den Sportfreunden Lotte weiß niemand so richtig wie es weitergeht. Der Verein hat extreme finanzielle Probleme. Die Mannschaft hat sich gerade erst in einem offenen Brief über ausstehende Gehälter beschwert. Der Rückzug in die Oberliga West ist nicht ausgeschlossen.

Dem ASC 09 ist die Stabilität abhanden gekommen

Deshalb darf sich der ASC 09 Dortmund nicht darauf verlassen, dass nur zwei Oberliga-Mannschaften absteigen. Denn muss Preußen Münster runter und drei Regionalliga-Teams rücken in die Oberliga West, dann steigen auch drei Mannschaften aus der Oberliga ab. „Wir befinden uns gerade in einer ganz gefährlichen Situation“, sagt Aplerbecks Sportlicher Leiter Samir Habibovic. Denn der Vorsprung gegenüber dem drittletzten Rang beträgt gerade einmal zwei Punkte.

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Die Aplerbecker Mannschaft hat die Stabilität der vergangenen Spielzeiten, in denen das Team zweimal Dritter wurde, verloren. Vor allem auf der eigenen Anlage. Sechs der acht Heimspiele gingen verloren, nur ein Sieg sprang heraus. Dass der ASC noch nicht ganz unten steht, liegt allein an der Auswärtsstärke. 16 Punkte hat das Team auf fremden Plätzen eingespielt.

Nur zwei Stammspieler haben den ASC 09 im Sommer verlassen

Der Absturz ist deshalb verwunderlich, weil nur zwei Stammspieler vor der Saison die Mannschaft verlassen haben. Zwölf Neue kamen hinzu. „Das waren eindeutig zu viele Neue. Den Schuh ziehe ich mir an“, sagt Habibovic. Trainer Daniel Sekic, der schon gehen musste, und Nachfolger Tim Schwarz haben es bisher nicht geschafft, das Maximum aus dem talentierten Team herauszuholen. Schwarz stand jetzt fünfmal an der Seitenlinie und holte in der Zeit fünf Punkte.

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„Es waren aber enge Spiele dabei wie gegen Ennepetal und Rhynern, die wir hätten gewinnen müssen. Die Chancen waren ja da“, sagt Habibovic. Woran es aktuell vor allem hapert, ist die Chancenverwertung. Topstürmer Maximilian Podehl befindet sich in einem Tief. Fünfmal hat er erst in 16 Partien getroffen, dabei dreimal in einem Spiel. Auch am vergangenen Wochenende hatte er gegen Kaan-Marienborn (1:2) wieder zwei gute Chancen, blieb aber ohne Erfolg.

Kevin Brümmer traf schon sieben Mal für den ASC 09 Dortmund

Nur Kapitän Kevin Brümmer traf, als Mittelfeldspieler hat er schon sieben Tore erzielt. Brümmer spielt eine gute Saison. Er kann aber nicht Woche für Woche das Offensivspiel ankurbeln, Tore vorbereiten oder selbst erzielen. Er benötigt Spieler neben sich, die ihn entlasten. „Leider fehlen uns in Daniel Schaffer und Lars Warschewski aktuell zwei wichtige Offensivleute“, sagt Habibovic.

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Von Beginn der Saison an hatte der ASC immer wieder Personalprobleme: Maurice Buckesfeld, Mike Schäfer, Daniel Schaffer oder Lars Warschewski fehlten oder fehlen wochenlang. Königstransfer Jasper Stojan (RW Oberhausen) wurde seinem Ruf nie gerecht und ist nie in die Nähe der Stammelf gerückt. Auch Paul Stieber, der in der vergangenen Spielzeit noch zu den besten Akteuren der gesamten Liga zählte und einen Profivertrag anstrebte, ist nur ein Schatten seiner selbst. Er hat wie Stojan zurzeit nur einen Stammplatz auf der Bank.

Samir Habibovic möchte den Resetknopf drücken

So ist der ASC 09 Dortmund auf den 14. Tabellenrang abgestürzt und darf sich nicht darauf verlassen, dass nur zwei Teams absteigen. „Ich warne schon seit Wochen davor, dass wir aufpassen müssen“, sagt Habibovic. Er hofft, dass die Mannschaft in den kommenden zwei Partien gegen den SC Wiedenbrück und den SC Paderborn II noch punktet. „Dann drücken wir den Resetknopf und greifen im neuen Jahr wieder an“, sagt der Sportliche Leiter.

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Fest steht aber noch nicht, wer im neuen Jahr die Mannschaft überhaupt trainiert. „Es war mit Tim Schwarz so abgemacht, dass wir uns in der Winterpause zusammensetzen und schauen, ob eine weitere Zusammenarbeit Sinn ergibt“, sagt Habibovic. Vieles ist beim ASC aktuell ungewiss. Es gab schon bessere Zeiten. Zumindest sportlich.

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