Fußball-Oberliga Westfalen: Staffelleiter bespricht Revolution mit Vereinen

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Die Vereine in der Fußball-Oberliga Westfalen stehen vor einer Mammutsaison. Staffelleiter Reinhold Spohn will mit den Teams jetzt eine Idee besprechen, die die Vereine entlasten könnte.

Dortmund, Haltern, Schermbeck, Vreden

, 14.07.2020, 14:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ja, die Oberliga Westfalen wird in der kommenden Saison voll. Sehr voll. Nachdem sich mit dem TuS Haltern, der seine erste Mannschaft aus der Regionalliga zurückgezogen hat, Mannschaft Nummer 21 gemeldet hat, steht den Vereinen ein Mammutprogramm bevor. 40 Spiele in einer Saison, die sowieso schon später anfangen wird als sonst. Von Verbandsseite gibt es jetzt aber Überlegungen, die Vereine zu entlasten.

Die Idee, die Oberliga Westfalen in zwei Staffeln mit zehn und elf Teams zu teilen, geistert schon länger als Gerücht durch die Amateurfußball-Welt. Die Oberligen Südwest und Rheinland-Pfalz/Saar haben diese Entscheidung bereits getroffen. Jetzt will auch der Staffelleiter der Oberliga Westfalen das Thema angehen.

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Bisher habe Reinhold Spohn nur mit dem TuS Ennepetal über die Möglichkeit einer Ligateilung gesprochen, bestätigt der Staffelleiter gegenüber dieser Redaktion. „Es wird aber demnächst eine Videokonferenz mit den Teams der Oberliga zu diesem Thema geben“, so Spohn. Weiter wollte der Staffelleiter nicht auf die Teilung eingehen, er wolle die Thematik zunächst mit den Vereinen besprechen - und die sind sich schon vor der Videokonferenz uneinig.

ASC 09 Dortmund kritisiert eine Nord-Süd-Teilung

„Klar sind die 40 Spiele ein enormer Aufwand für uns, trotzdem sind wir nicht pro Aufteilung“, erklärt Cem Kara, Sportlicher Leiter des SV Schermbeck. Zum einen würden so attraktive Spiele und deren finanzielle Einnahmen wegfallen. Zum anderen, und das ist Kara noch wichtiger, „wäre es für uns nicht optimal, am Ende der Saison dann Auf- und Absteiger in Playoff-Spielen zu bestimmen.“ Damit spricht der Sportliche Leiter des SVS wahrscheinlich den entscheidenden Knackpunkt einer Staffelteilung an - der auch seinem Kollegen Samir Habibovic vom ASC 09 Dortmund Sorgen macht.

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„Ich“, erklärt der Sportliche Leiter der Aplerbecker, „bin da zwiegespalten“. Wenn es durch die Staffelteilung am Ende der Saison tatsächlich eine Auf- und Abstiegsrunde geben werde, sei die gerechte Aufteilung der Staffeln kritisch. „Eine einfache Nord-Süd-Teilung wäre nicht gerecht, sonst spielen am Ende Teams um den Aufstieg, die sonst eigentlich im unteren Tabellenbereich gelandet wären und umgekehrt“, so Habibovic. Der ASC bringt ein anderes Szenario ins Spiel: In der Oberliga wird eine normale Hinrunde mit allen 21 Teams gespielt, danach spielen die Vereine in der oberen Tabellenhälfte um den Aufstieg, die anderen um den Abstieg. Sollte der Verband die Staffeln geografisch einteilen, „würde ich lieber die 40 Spiele spielen“, so Habibovic.

TuS Haltern würde eine Staffelteilung in der Oberliga Westfalen begrüßen

Etwas anders sehen das seine Kollegen in Haltern und Vreden. „Der Ansatz ist gut, es ist schön, dass über das nachgedacht wird, was wir auch in der Regionalliga schon angeregt haben“, sagt Sascha Kopschina. Für den Leiter Gesamtstrategie Sport beim TuS Haltern ist vor allem der Aufwand für die Teams entscheidend: „Das wäre entspannter für die Vereine, so dass sie das auch gestemmt kriegen. Man darf ja auch nicht Spielausfälle und die Winterpause außer Acht lassen.“

Auch Engin Yavuzaslan, Trainer beim Aufsteiger SpVgg Vreden, sieht die Staffelteilung und vor allem auch die möglichen Playoff-Spiele am Ende der Saison positiv: „Dann hat man viele Spiele, in denen es für beide Teams um etwas geht. Vielleicht kommen dann auch mehr Zuschauer“, sagt Yavuzaslan. Die Vredener würden der Variante einer Staffelteilung „sehr offen“ gegenüber stehen - ebenso aber auch der „normalen“ Saison mit einer eingleisigen Oberliga.

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Die von Reinhold Spohn angekündigte Videokonferenz dürfte also spannend werden. Wann die Vereine das offensichtlich heikle Thema diskutieren werden, steht aber noch nicht fest. Spohn wollte sich zu einem Termin nicht äußern, die Vereine hatten am Dienstag (14. Juli) noch keine Einladung erhalten.

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