Ganztagsschule macht Vereinen zu schaffen

Dortmunder Vereinslandschaft

DORTMUND Dunkle Wolken ziehen über der Dortmunder Vereinslandschaft auf. Was für viele berufstätige Eltern ein Segen ist, entwickelt sich für manche Sportklubs zum Fluch: die Offene Ganztags-Schule (OGS).

von Von Petra Nachtigäller

, 14.10.2009, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Volleyballer waren wieder aktiv.

Die Volleyballer waren wieder aktiv.

Klaus Wilke, Vorsitzender des Dortmunder Volleyball-Kreises und Mitglied des Hallenausschusses der Stadt Dortmund, kennt die unbefriedigende Situation aus erster Hand. Ein Beispiel: die Turnhalle der Hörder Stift-Grundschule. Wilke: „Früher hatten wir ab 14 Uhr Trainingsmöglichkeiten für Volleyballer und Turner, jetzt ist dort an bestimmten Tagen bis 16, 17 Uhr die Halle durch die Schule belegt.“ Der Sportfunktionär sieht die Situation mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Warum? Klaus Wilke: „Einerseits ist die Offene Ganztags-Schule politisch gewollt und damit ein nicht wegzudiskutierender Fakt. Wir müssen nun mit unserem Vereinsangebot zusehen, dass wir den Anschluss nicht verlieren“.

Die Volleyballer haben bereits neue, kindgerechte Spielformen ersonnen. So wird seit kurzem nach vereinfachtem Regelwerk auf Kleinfeld mit einem federleichten Ball „Zwei gegen Zwei“ gespielt. „Wir müssen es zudem schaffen, Übungsleiter in die Schulen zu schicken, um dort gezielt Unterricht anzubieten, sonst blutet die Vereinslandschaft aus“, sagt der Hörder in der stillen Hoffnung, über direkte Kooperationen neue Talente zu entdecken. Schließlich seien die Meldezahlen im Volleyball-Jugendbereich, besonders bei den Jungen, rückläufig. Der Aufruf der Schulbehörden zu mehr Flexibilität und Entgegenkommen auf allen Seiten scheitert zum Teil an den Eigenheiten der Vereine, wie Frieder Dieck nach Gesprächen mit Dortmunder Schwimmern und Turnern erfahren hat: „Bis jetzt schaffen wir es nicht, mit anderen Sportarten zusammenzuarbeiten, obwohl wir alle dieselben Probleme haben“.  

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