Geänderte Anstoßzeiten: Vereine müssen sich auf Spiele unter der Woche einstellen

mlzFußball in Dortmund

Normale Heimspieltage wie sie die Amateurfußballer kennen, wird es in der kommenden Saison wahrscheinlich nicht mehr geben. Die Coronabedingungen zwingen die Vereine zu Spielverlegungen.

Dortmund

, 01.08.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Morgens zocken die B-Junioren, danach übernimmt die U19 auf dem Platz. Das Vereinsgelände füllt sich langsam, Bier und Bratwurst gehen über den Tisch. Am Nachmittag steigen dann die Seniorenspiele mit der Partie der ersten Mannschaft gegen 15 Uhr. So oder so ähnlich sah ein gelungener Heimspielsonntag bei den Dortmunder Amateurfußballern aus. Bisher. Denn diese normalen Spieltage wird es in der kommenden Saison wahrscheinlich nicht mehr geben.

Das Problem? Durch die coronabedingten Hygienevorschriften muss nach einem Spiel - egal ob Junioren oder Senioren - aktuell mindestens eine Stunde Pause bis zur nächsten Partie vergehen. Zum einen wird somit gewährleistet, dass die Teams vor und nach dem Spiel genügend Zeit in der Kabine haben. Aktuell dürfen sich ohnehin nur 10 Personen gleichzeitig in der Kabine aufhalten. Zum anderen gibt es so auch genügend Zeit, die Kabinen vorschriftsmäßig zu reinigen.

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Durch die lange Pause können die üblichen Anstoßzeiten nicht mehr eingehalten werden. Der Fußballkreis Dortmund will in der kommenden Woche aber versuchen, die Pause von einer Stunde zu verkürzen und es mit 45 Minuten versuchen. „Im letzten Step“, erklärt Andreas Edelstein, „werden wir dann versuchen, auf 30 Minuten runter zu gehen“. Der Vorsitzende des Kreisjugend-Ausschusses in Dortmund ist aber selbst skeptisch. „Das wird verdammt sportlich, ich persönlich glaube, dass wir schon eine Stunde brauchen.“

„Die Umsetzung liegt dann aber bei den Vereinen“

Das wichtigste sei, dass die Vereine mit ins Boot geholt werden. Denn, wie Edelstein erklärt, könne der Kreis nur die Anstoßzeiten vorgeben, „die Umsetzung liegt dann aber bei den Vereinen.“ Man müsse gemeinsam eine Lösung finden, meint auch Jürgen Grondziewski, Vorsitzender des Fußballkreises Dortmund. Deshalb werden die Anstoßzeiten auch nochmal das Thema einer Videokonferenz mit den Vereinen sein.

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Aber wie werden die Zeiten in der kommenden Saison aussehen? „Eventuell werden um 9 Uhr und 11.15 Uhr die Junioren spielen, die Reserve dann um 13.30 Uhr, und die erste Mannschaft um 15.30 Uhr oder 15.45 Uhr“, vermutet Edelstein. Dazu kommen bei vielen Vereinen aber auch noch die Frauenteams oder sogar ein weiterer Verein, der den Platz ebenfalls nutzt - und diese ganzen Teams an einem Heimspieltag unterzukriegen, ist eigentlich nicht möglich.

Deshalb dürfe man nicht davon ausgehen, dass Spieltage so normal ablaufen werden, wie noch zu Beginn des Jahres, „das müssen alle kapieren“, erklärt Edelstein. Wenn ein Verein feststelle, dass es Probleme mit den Anstoßzeiten gibt, dann „sollen die Vereine entsprechende Anträge bei uns stellen“, so der KJA-Vorsitzende.

Jugendspiele sollen in die Woche verlegt werden

Aber was passiert, wenn ein Verein solche Probleme in der kommenden Saison feststellt? „Wenn es einfach nicht funktioniert, dann muss man zum Schutze aller einfach sagen, dass bestimmte Teams eben nicht spielen können und dann zum Beispiel auswärts ran müssen“, schlägt Edelstein vor. Eventuell müssten Spieltage getauscht oder in die Woche gelegt werden. Das sollen dann überwiegend die Jugendspiele sein.

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Eines stehe aber fest: „Das ist Mikado auf höchsten Niveau“, sagt Edelstein. Die Vereine sollten sich weniger darauf vorbereiten, den Ball von links nach rechts zu schieben, sondern darauf, wie sie alle ihre Teams durch den Spieltag bekommen. Der Kreis will die Dortmunder Amateurfußballer aber auf jeden Fall unterstützen, „wir wollen das alles im Sinne der Vereine durchführen“, sagt Grondziewski.

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