Gelingt den Eisadlern nach der perfekten Landesliga-Saison auch der Regionalliga-Aufstieg?

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Die Eisadler Dortmund sind ungeschlagen Landesliga-Meister geworden und stehen jetzt vor dem Aufstieg in die Regionalliga. Der 1. Vorsitzende schätzt im Interview die Chancen ein.

Dortmund

, 21.01.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Eisadler Dortmund haben ungeschlagen die Landesliga NRW gewonnen und feierten am vergangenen Sonntag nach dem Sieg gegen Moers die Meisterschaft. Ab dem 31. Januar geht es für das Team von Trainer Waldemar Banaszak in der Qualifikationsrunde um den Aufstieg in die Regionalliga. Der 1. Vorsitzende der Eisadler, Bernd Schnieder, erklärt im Interview, was das Team in dieser Saison so stark macht - und spricht über den möglichen Regionalliga-Aufstieg.

Herr Schnieder, herzlichen Glückwunsch zur Landesliga-Meisterschaft. Wurde nach dem Sieg in Moers am Sonntag noch gebührend gefeiert?

Nein, wir haben ja auswärts gespielt, da waren alle mit dem Auto da. Aber das werden wir hier in Dortmund noch nachholen – und dann wird richtig gefeiert. Eine Saison ungeschlagen zu bleiben, das gab es in Dortmund nämlich noch nicht.

Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, am 31. Januar startet die Qualifikationsrunde zur Regionalliga. In der standen sie letztes Jahr auch, war die Qualirunde dieses Jahr wieder Pflicht?

Wir haben uns ja vor der Saison noch mal ordentlich verstärkt, da haben wir uns schon gedacht, dass es jetzt in der dritten Saison schön wäre, die Meisterschaft zu feiern. Wir hatten davor oft personelle Probleme, weil viele unserer Spieler im Schichtsystem arbeiten. Das war in dieser Saison nicht mehr so.

Gelingt den Eisadlern nach der perfekten Landesliga-Saison auch der Regionalliga-Aufstieg?

Bernd Schnieder, 1. Vorsitzender der Eisadler Dortmund. © Stephan Schuetze

Wer ist denn die wichtigste Verstärkung?

Natürlich ist jemand wie Nico Bitter unglaublich wichtig für die Mannschaft. Dass er schon höherklassig gespielt hat, bringt allen auf dem Eis was. Aber eigentlich will ich da niemanden hervorheben, es kommt immer auf die ganze Truppe an. Und die spielt richtig gut zusammen, sonst wären wir nicht in 16 Spielen ungeschlagen geblieben.

In der Qualifikationsrunde treffen Sie mit TuS Wiehl, ESV Bergisch-Gladbach, EHC Troisdorf auf drei Vereine, die sie bereits in der Meisterschaft geschlagen haben. Komplettiert wird das Feld von Regionalligist Neusser EV. Wie schwierig wird es, in diesem Feld erster zu werden und aufzusteigen?

Natürlich wird es schwer, aber wir haben schon in der Vorbereitung gegen Regionalligisten gespielt, zum Beispiel gegen die Hammer Eisbären. Da haben wir zwei Drittel richtig gut mitgehalten. Die anderen Landesligisten werden natürlich richtig Gas geben, weil sie nicht noch mal gegen uns verlieren wollen. Deswegen werden wir in der Qualifikationsrunde auch wieder richtig gute Spiele sehen.

Wie schwer wiegt der Ausfall von Mittelstürmer Constantin Wichern, der sich beim Sieg gegen Essen verletzt hat?

Natürlich tut das weh, Constantin ist ein richtig guter Mittelstürmer, er kann gut die Scheibe verteilen. Aber wir haben diese Saison, wie gesagt, einen breiten Kader, der das auffangen kann und einen Trainer, der die Jungs richtig einstellt.

Wie viel Anteil hat Trainer Waldemar Banaszak am Erfolg in der Meisterschaft?

Er hat natürlich einen maßgeblichen Anteil. Er hat einen unheimlich guten Draht zur Mannschaft: Er findet auch mal harte Worte, wenn es sein muss, ist aber auch ein Kumpeltyp, die Spieler können richtig gut mit ihm. Diese Mischung hat er optimal drauf.

Wie sehr haben Sie sich über die 579 Zuschauer beim Spiel gegen Essen gefreut?

Das war natürlich klasse. Als ich vor drei Jahren nach dem Abstieg aus der Regionalliga als erster Vorsitzender angefangen habe, hatten wir im Schnitt 80 bis 100 Zuschauer, im zweiten Jahr dann schon 250 und in dieser Saison lagen wir so bei 350 Zuschauern.

Gelingt den Eisadlern nach der perfekten Landesliga-Saison auch der Regionalliga-Aufstieg?

Die Fans der Eisadler machten in der Landesliga-Saison ordentlich Stimmung. © Folty

Wie erklären Sie sich den Zuschaueranstieg?

Wir haben in den letzten drei Jahren unsere Medienpräsenz verstärkt und auch mehr Werbung gemacht. Wir laden zu jedem Heimspiel verschiedene Dortmunder Vereine ein, die dann freien Eintritt bei uns haben. Die Eisadler sollen wieder ein Begriff in Dortmund werden, dann kann ich auch ruhig schlafen (lacht).

Sollte Ihnen der Aufstieg gelingen, können Sie in Zukunft mit noch mehr Aufmerksamkeit rechnen.

Das stimmt. Aber selbst wenn wir die Qualifikationsrunde gewinnen – der Aufstieg in die Regionalliga wäre auch finanziell ein riesiger Schritt. Da müssten wir uns dann die Frage stellen, ob es Sinn für den Verein macht oder nicht. Wir wollen nämlich auf keinen Fall die Nachwuchsarbeit vernachlässigen. Wenn wir einen neuen Sponsor hätten, würde die Sache noch mal anders aussehen, aber in Dortmund Sponsoren zu finden, ist nicht leicht.

Sollten die Eisadler die Qualifikationsrunde also als Erster abschließen, würde sich der Vorstand erst noch einmal zusammensetzen?

Auf jeden Fall. Wir wollen nicht auf Teufel komm raus aufsteigen. Wir wollen vor allem glaubhaft sein in unserer Arbeit.

Landesliga NRW Qualifikationsrunde
  • 31.01.2020, 20.00 Uhr Eisadler Dortmund - EHC Troisdorf
  • 14.02.2020, 20.00 Uhr Neusser EV - Eisadler Dortmund
  • 16.02.2020, 17.15 Uhr TuS Wiehl - Eisadler Dortmund
  • 28.02.2020, 20.00 Uhr Eisadler Dortmund - Neusser EV
  • 06.03.2020, 20.00 Uhr Eisadler Dortmund - TuS Wiehl
  • 13.03.2020 20.00 Uhr Eisadler Dortmund - ESV Bergisch Gladbach
  • EHC Troisdorf - Eisadler Dortmund (noch nicht festgelegt)
  • ESV Bergisch Gladbach - Eisadler Dortmund (noch nicht festgelegt)
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