Gestern Absteiger, heute Aufstiegskandidat: Der Kirchhörder SC geht seinen eigenen Weg

mlzFußball-Landesliga

Nach 13 Spieltagen ist der Kirchhörder SC Zweiter in der Fußball-Landesliga. Der Weg, den der KSC im Sommer beschritten hat, scheint aufzugehen - und es es ist ein anderer als bei der Konkurrenz.

Dortmund

, 09.11.2019, 07:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Beim Kirchhörder SC haben sie es sich mittlerweile gemütlich gemacht in der Spitzengruppe der Fußball-Landesliga. Nach dem 13. Spieltag kuscheln sich Sascha Rammel & Co. mit 27 Punkten auf einem angenehmen zweiten Platz. Nur Wacker Obercastrop, derzeit mit 30 Zählern Klassenprimus der 17 Mitschüler der Liga, thront vor dem KSC.

Nach dem Abstieg aus der Westfalenliga und dem Neuaufbau mit vornehmlich jungen Spielern scheint der KSC also weich gefallen zu sein in einer Spielzeit, die von vielen im Sommer als eine Zeit des Umbruchs ausgerufen worden ist. Mitterweile aber ist klar: „Wir schielen mit einem Auge durchaus nach oben“, sagt Trainer Sascha Rammel. „Unser Ziel ist es, den Abstand nicht zu groß werden zu lassen, damit es zu keinem Spannungsabfall kommt.“

IG Bönen als Gradmesser für den Kirchhörder SC

Dass nun am Sonntag (14.30, Bachstr. 30, 59199 Bönen) mit der IG Bönen ein unmittelbarer Tabellennachbar auf den KSC wartet, kommt den Verantwortlichen von der Kobbendelle nicht ungelegen. „Das ist ein persönlicher Gradmesser für jeden meiner Spieler“, meint Rammel. Und Jörg Mielers, Sportlicher Leiters des Kirchhörder SC, sagt: „Mein einem Sieg könnten wir uns etwas Luft nach unten verschaffen.“

Jetzt lesen

Nun ist auch dem Tabellendritte aus Bönen (23 Punkte) daran gelegen, Tuchfühlung zu den Spitzenpläzen zu halten. Offiziel heißt es, eine Platzierung unter den ersten Vieren sei das Ziel. IG-Sportdirektor Hasan Kayabasi sagt aber auch: „Bisher war noch kein Team der Liga stärker als wir. Ich glaube auch nicht, dass Kirchhörde das ändern wird. Ich gehe natürlich davon aus, dass wir die Partie gewinnen.“

Das Selbstvertrauen beim KSC ist groß

Sascha Rammel weiß um die Stärke des Gegner, der wohl ähnlich wie der TuS Bövinghausen im Winter namhafte Neuzugänge präsentieren will. „Spielerisch sind sie sicherlich eine der besten Mannschaften der Liga. Zudem verfügt Bönen über eine enorm hohe individuelle Qualität“, sagt der KSC-Trainer. „Aber wir wollen dort gewinnen.“

Die zurückliegenden Wochen haben das Selbstvertrauen gestärkt und die Kirchhörde Brust etwas anschwellen lassen. „Wir haben die Qualität, auch dort ein erfolgreiches Spiel abzuliefern“, betont Mielers und schiebt nach: „Ein Sieg wäre schon ein echtes Ausrufezeichen.“

Nicht überrascht von Entwicklung

Die positive Entwicklung nach dem Umbau der Mannschaft im Sommer habe ihn nicht überrascht, sagt Mielers. Vielleicht die Geschwindigkeit, mit der sie vonstatten geht. „Wobei wir schon gewusst haben, dass in unserem Nachwuchs sehr viel Potenzial steckt.“

Dieses nun voll auszuschöpfen, bei Spielern wir Leon Franke, Daniel Tchienguin Touko oder David Dapels, allesamt Jahrgang 2000, gehört zu den anstehenden Aufgaben des Trainerteams um Sascha Rammel und Karim Bouasker. Noch fehlt in der ein oder anderen Situation die notwendige Ruhe, die Routinie, wie in der vergangenen Woche, als der KSC gegen Hilbeck trotz Führung nur 1:1 spielte.

Mannschaft wird weiter reifen

„Das ist bei so einer jungen Mannschaft ganz normal“, sagt Rammel. Die Spieler, so die Hoffnung des Trainers, werden daraus lernen. „Und in der Rückrunde werden die Fehler, die uns derzeit noch unterlaufen, nicht mehr passieren.“ In drei, vier Monaten, glaubt auch Mielers., sei die Mannschaft „definitv weiter. Denn sie wird weiter reifen.“

Ob das Team bis dahin womöglich sogar reif ist für den ganz großen Wurf, vermögen sie beim Kirchhörder SC heute noch nicht zu prognostizieren. „Es wird auch ein bisschen darauf ankommen, wie wir aus der Winterpause kommen werden“, sagt Mielers.

KSC verzichtet wohl auf Wintertransfers

Die Mannschaft zumindest , das verrät der Sportlicher Leiter, wird dasselbe Gesicht tragen wie aktuell. Vielleicht werden ein, zwei unzufriedende Spieler den Verein verlassen. Aber Verstärkungen, wie sie Konkurrenz aus Bövinghausen und auch Bönen für die angekündigt hat, soll es nicht geben. „Wir vertrauen da unserer Mannschaft“, so Mielers.

Jetzt lesen

Das Transfergebahren insbesondere des TuS Bövinghausen, der in dieser Woche mit der Verpflichtung des Brasilianers Rodrigo Confettura für Aufsehen gesorgt hat, nimmt man in Kirchhörde übrigens „zur Kenntnis“, wie Sascha Rammel erklärt. Bewunderung kann er dafür keine aufbringen. „Mittlerweile hat man fast den Eindruck, dass es dort ein zwölfmonatiges Transferfenster gibt.“

Yüksel und Stiepermann zurück im Team

Aber zurück zum Sonntag, zur Partie gegen die IG Bönen. Und da gibt es durchaus gute Nachrichten für Sascha Rammel. In Mustafa Yüksel und Marcel Stiepermann kehren zwei erfahrene Spieler ins Team zurück. Ob Stiepermann von Beginn an stürmen wird, ließ Rammel noch offen. „Er ist auf jeden Fall eine Alternative.“

Empfohlen hat sich unterdessen Alexander Bernhard. Der 20-jährige Offensivspieler zeigte eine ansprechende Leistung im Testspiel unter der Woche gegen den Holzwickeder SC (2:2). „Er wird seine Chance bekommen“, sagt Rammel. Wieder so ein junger Wilder. Aber damit haben sie beim KSC ja in dieser Saison durchweg positive Erfahrungen gemacht.

Lesen Sie jetzt