Gondrum: "Persönliche Ziele hinten anstellen"

FCB-Torjäger im Interview

Der FC Brünninghausen ist zurück in der Erfolgsspur – und mit ihm Florian Gondrum, der beim 4:1 in Erkenschwick bereits seinen zweiten Doppelpack dieser noch jungen Saison schnürte. Udo Stark sprach mit dem Torjäger über die aktuelle Situation beim Oberliga-Aufsteiger und seine persönlichen Ambitionen.

von Udo Stark

DORTMUND

, 25.10.2016, 10:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Florian Gondrum (r.) erzielte bereits sechs Treffer in der Oberliga.

Florian Gondrum (r.) erzielte bereits sechs Treffer in der Oberliga.

Wie wichtig war dieser Sieg in Erkenschwick nach den vier Niederlagen in Serie?

Natürlich war schon ein bisschen die Angst da, ganz unten rein zu rutschen, und das wäre bei einer weiteren Niederlage sicherlich der Fall gewesen. So haben wir uns wieder etwas Luft verschafft und nun die Chance, uns mit einem Heimsieg am Sonntag gegen Gütersloh noch weiter von den Abstiegsplätzen abzusetzen.

Wie ist die Mannschaft mit dieser Negativserie umgegangen, gab es eine gewisse Verunsicherung und vielleicht sogar Selbstzweifel?

Wir waren, ehrlich gesagt, nach dem guten Start selbst überrascht, dass es plötzlich nicht mehr so lief. Durch die Niederlagen ist sicherlich ein wenig vom Selbstvertrauen verloren gegangen. Auch wenn wir es teilweise mit sehr starken Gegnern wie Hamm oder Marl-Hüls zu tun hatten, waren vermeidbare Punktverluste dabei. Aber wir waren jetzt auf Erkenschwick fokussiert und wussten, dass wir dort gewinnen mussten. Zum Glück hat es geklappt.

Jetzt lesen

Mit Rang zehn und 14 Punkten liegt der FCB derzeit in der goldenen Mitte der Tabelle. Spiegelt diese Platzierung das Leistungsvermögen des Teams korrekt wider?

Würde ich schon so sagen. Wir hätten vielleicht den einen oder anderen Sieg mehr einfahren können, waren aber andererseits in Hamm und gegen Hassel chancenlos. Unter dem Strich, denke ich, sind wir im Mittelfeld schon ganz gut aufgehoben.

 

Ist aber mehr möglich, als sich nur aus dem Abstiegskampf herauszuhalten?

Fünf, sechs Mannschaften marschieren definitiv vorne weg. Alles, was dahinter liegt, ist eng beisammen. In diesem ausgeglichenen Feld irgendwo zwischen Rang sieben und elf zu landen, halte ich für ein realistisches Ziel.

 

Zu Ihnen persönlich: Sie haben in vier Westfalenliga-Jahren für Brünninghausen unglaubliche 99 Tore erzielt und jetzt auch schon wieder sechsmal getroffen. Haben Sie sich den Sprung in die Oberliga so problemlos vorgestellt?

Ich hatte mir die Oberliga schon vorher definitiv zugetraut. So, wie es jetzt läuft, ist es okay. Aber ich muss auch sagen, dass noch mehr drin gewesen wäre. Ich habe doch einige Chancen liegen gelassen. Manchmal hat ein Stürmer das Pech, dass der Ball wochenlang nicht rein will. Froh bin ich, dass ich mit Alen Terzic einen Trainer habe, der in einem solchen Fall trotzdem weiter auf mich setzt.

Jetzt lesen

Sie werden von den Trainern der gegnerischen Mannschaften regelmäßig für Ihre Qualitäten gelobt. Wie gut tun solche Komplimente?

Ein-, zweimal habe ich das auch schon mitbekommen. Es freut mich natürlich, so etwas zu hören. Aber ich nehme das gar nicht so wahr und lasse mich davon nicht beeinflussen. Es wäre der völlig falsche Ansatz, sich darüber Gedanken zu machen.

Was haben Sie sich für diese Spielzeit vorgenommen?

Über eine konkrete Trefferquote hatte ich mir auch in der Westfalenliga vor einer Saison noch nie irgendwelche Gedanken gemacht und das ist jetzt in der Oberliga nicht anders. Es wäre schließlich genauso wichtig, mal zwei Tore vorzulegen, als selbst zu treffen. Ich denke, man muss persönliche Ziele hinten anstellen. Solange wir nichts mit den unteren Rängen zu tun bekommen, sollten wir alle zufrieden sein.

Lesen Sie jetzt