Handball: Verband hat entschieden, ob die Saison weitergeht

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Nun hat auch der Handballverband Westfalen eine Entscheidung getroffen, ob die Saison fortgesetzt wird. Der Beschluss hat auch direkte Auswirkungen für einige Dortmunder Mannschaften.

Dortmund

, 19.04.2020, 18:10 Uhr / Lesedauer: 3 min
Wird es auch in der kommenden Saison Derbys in der Verbandsliga zwischen dem OSC Dortmund (rot) und dem ATV Dorstfeld geben?

Wird es auch in der kommenden Saison Derbys in der Verbandsliga zwischen dem OSC Dortmund (rot) und dem ATV Dorstfeld geben? © Ludewig

Die Basketballer haben sie vor Wochen gefällt, die Fußballer warten noch: eine Entscheidung, ob und wie die aktuelle Spielzeit weiterläuft. Nun hat der Handballverband Westfalen einen Entschluss gefasst.

Der Handballverband Westfalen hat entschieden, die laufende Spielzeit 2019/2020 in allen Ligen mit dem Stand vom 12. März 2020 zu beenden. „Eine Fortsetzung und Beendigung der Saison ist unter sportlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich“, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes.

Thorsten Stoschek: „Ich habe damit gerechnet, dass so entschieden wird“

Der HVW hat in diesem Zusammenhang entschieden, dass es keine Absteiger gibt. Abstiegsgefährdete Mannschaften, die aus eigener Kraft den Klassenerhalt hätten erreichen können, sollen damit nicht bestraft werden, begründet der Verband. Davon profitieren die Männerteams des OSC Dortmund – aktuell Vorletzter in der Verbandsliga und Borussia Höchsten – momentan Vorletzter in der Landesliga.

„Ich habe damit gerechnet, dass so entschieden wird. Alles andere hätte zu Ungerechtigkeiten geführt. Es wären noch zu viele Spiele bis zum Ende gewesen. Wir hätten wegen der zwei Nachholpartien sogar neun Spiele gehabt. Da könnte noch eine Menge passieren. Gut, dass es jetzt vorbei ist und wir die Sache abhaken können“, sagt Thorsten Stoschek, Trainer vom OSC Dortmund.

Dennis Brenscheidt: „Das ist die fairste Lösung“

Dennis Brenscheidt, Trainer von Borussia Höchsten, meint: „Im Vorfeld hat einiges auf die Entwicklung hingedeutet. Das ist sicherlich so die fairste Lösung, bei der kein Verein bestraft wird. Wir nehmen das so dankend an, wenngleich ich uns auch eine realistische Chance eingeräumt hätte, den Klassenerhalt in den verbleibenden sieben Spielen aus eigener Kraft zu schaffen.“

Bei einer Wertung der Ligen hat sich der Verband dafür entschieden, bei allen Tabellen eine Quotientenregelung anzuwenden. Dies bedeutet, dass Vereine, bei denen noch eine mögliche Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie auf sportlichem Weg einen Aufstiegsplatz erreichen würden, eine Wildcard für die nächsthöhere Liga bekommen. Diese Regelung gilt innerhalb des gesamten Spielbetrieb des Verbandes – von der Oberliga bis zur Landesliga.

Wolfgang Sommer: „Werden uns der Entscheidung anschließen“

Die Wildcard-berechtigten Mannschaften in den Kreisen – unter anderem auch für den Aufstieg in die Landesligen – werden von den Handballkreisen festgelegt. „Wir werden uns der Entscheidung vom HVW anschließen. Alle entsprechenden Mannschaften aus dem Kreis, die vom Aufstieg und einer Wildcard-Regelung betroffen sind, sind bereits informiert worden“, sagt Wolfgang Sommer, Vorsitzender des Handballkreises Dortmund.


Wie sieht die Quotientenregelung genau aus und was hat sie für Folgen? Die Wertung der Meisterschaftsspielsaison erfolgt nach dem „norwegischen Modell“ und für alle bis zum 12. März durchgeführten Spiele: Dabei werden die erreichten Punkte durch die Anzahl der absolvierten Spiele dividiert. Der ermittelte Wert ist mit 100 zu multiplizieren und auf eine Stelle nach dem Komma zu runden.

Weiter heißt es: „In Ergänzung der Auf- und Abstiegsregelung wird beschlossen, dass allen Vereinen, die nicht auf einem Aufstiegsplatz gemäß der Auf- und Abstiegsregelungen liegen, auf diesen aber maximal einen Rückstand von 39,9 Quotientenpunkte auf die jeweilig letzte aufstiegsberechtigte Mannschaft der Staffel haben, eine Wildcard angeboten wird.“

ASC 09 Dortmund muss sich gedulden

Von diesem Beschluss wären eigentlich auch die Frauen des ASC 09 Dortmund als aktueller Tabellendritter der Oberliga betroffen. Ihr Abstand nach der Quotientenregelung beträgt nur 24,9 Punkte auf den Spitzenreiter PSV Recklinghausen und trotzdem haben sie nach aktuellem Stand keine Wildcard bekommen - noch.

Der Grund: „Der Handballverband Westfalen kann nur für seine Ligen eine Regelung treffen. Der Aufstieg in die 3. Liga liegt dann in den Händen des DHB. Dort kommt am Donnerstag der Bundesrat zusammen und entscheidet über eine mögliche Aufstockung einer 3. Liga zur kommenden Spielzeit“, sagt Andreas Tiemann vom HVW.

Frank Fligge, Vorsitzender der ASC-Handballer, meint hierzu: „Wir werden jetzt erstmal die Entscheidung des DHB abwarten und dann uns nochmal intern beraten. Bei uns hängt im Zusammenhang mit dem Aufstieg in die 3. Liga viel von unseren Sponsoren ab – und diese haben durch die Coronakrise auch stark gelitten. Daher ist es noch nicht klar, ob wir überhaupt eine möglich Wildcard beantragen würden.“

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