Handspiel, Zeitspiel, Strafstoß: Diese neuen Regeln müssen Dortmunds Amateurfußballer beachten

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Neue Saison, neue Regeln: Jedes Tor, das mit der Hand erzielt wird, ist ab sofort irregulär. Doch auf Dortmunds Amateurfußballer kommen noch mehr Regeländerungen zu. Wir haben sie uns angeschaut.

Dortmund

, 07.07.2019, 16:06 Uhr / Lesedauer: 3 min

Handspiel, Schiedsrichterball oder Münzwurf: Seit dem 1. Juli gelten im Fußball neue Regeln. Auch auf den Dortmunder Fußballplätzen müssen sich Spieler, Schiedsrichter und Zuschauer zur neuen Saison auf zahlreiche Änderungen im Regelwerk einstellen.

Daniel Rott, Lehrwart im Kreisschiedsrichterausschuss des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW), begrüßt die zahlreichen Neuerungen im Regelwerk zunächst einmal, sagt aber auch: „Es geht jetzt darum, dass alle Mannschaften und auch die Schiedsrichter die Regeländerungen aufnehmen und verinnerlichen. Das wird sicherlich seine Zeit brauchen.“

Grundsätzlich sieht es die neuen Regeländerungen aber positiv. „Zuletzt gab es meist Änderungen, die eher theoretischer Natur waren, die neuen sind aus meiner Sicht viel praxisnäher.“ Wir haben mit Rott auf die wichtigsten Änderungen geschaut:

Hand-Tore sind immer irregulär

Wohl kaum eine Regel hat in der Vergangenheit zu so vielen Diskussionen geführt wie die zum Thema „Handspiel“. Für Daniel Rott ist es daher auch die „wichtigste Änderung“ im neuen Regelwerk. „Durch die Anpassungen wird nun klarer, was ein Handspiel ist und was nicht“, sagt der Schiedsrichter-Lehrwart. Auch wenn die Handbspiel-Regel sicherlich eine Herausforderung für alle Beteiligten bleibe.

Seit dem 1. Juli gilt demnach: Ein mit der Hand erzieltes Tor ist immer irregulär - auch wenn ein Spieler „nur“ angeschossen wurde. „Hier sind die Regeln eindeutig“, sagt Rott. Zudem wird ab sofort ein Vergehen geahndet, wenn ein Spieler mit der Hand oder dem Arm in Ballbesitz gelangt und durch diese Aktion zu einer Torchance kommt oder er sich einen klaren Vorteil verschafft - egal ob dabei Absicht vorliegt oder nicht.

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Unabhängig von der Absicht ist es ein Vergehen, wenn ein Spieler seine Körperfläche unnatürlich vergrößert“ - wenn sich zum Beispiel seine Hand oder sein Arm über Schulterhöhe befindet. Das gilt auch, wenn der Ball aus naher Entfernung kommt.

Kein Handballspiel liegt dagegen vor, wenn der Ball vom eigenen Körper oder vom Körper eines anderen Spielers, der sich in der Nähe befindet, an die Hand oder den Arm springt. Regelkonform ist es ebenfalls, sich im Fallen mit der Hand oder dem Arm abzustützen - der Schiedsrichter soll in diesem Fall kein Vergehen mehr ahnden.

Schnellere Auswechslungen gegen Zeitspiel

Mit der Regeländerung soll vor allem das Zeitspiel verhindert werden. Spieler, die ausgewechselt werden, müssen das Spielfeld ab sofort an der nächstmöglichen Linie verlassen - also an der Toraus- oder der Seitenauslinie. Lange Wege quer über den Platz inklusive Abklatschen von Mitspielern bis zur Mittelinie soll es demnach nicht mehr geben. „Wird es entsprechend umgesetzt, ist es eine gute Sache, da es weniger Zeitspiel gegen wird“, sagt Rott.

Der Schiedsrichter ist „Luft“ gilt nicht mehr

Der Schiedsrichter ist ab sofort keine „Luft“ mehr. Wird der Referee angeschossen und ändert damit die Spielrichtung beziehungsweise den Ballbesitz oder der Ball geht direkt ins Tor, wird die Partie unterbrochen und es gibt Schiedsrichterball. Bislang lief das Spiel einfach weiter.

Keine „Zweikämpfe“ mehr beim Schiedsrichterball

Beim Schiedsrichterball gibt es nach den neuen Regeln keine „Zweikämpfe“ mehr. Der Ball geht nun immer an die Mannschaft, die zuvor in Ballbesitz war - und zwar an der Stelle, an der der Ball zuletzt berührt worden ist. Alle anderen Spieler beider Teams müssen einen Abstand „von mindestens vier Metern einhalten“, heißt es im Regelwerk.

Mehr Auswahl beim Münzwurf

Die Mannschaft, die den Münzwurf vor der Partie gewinnt, darf entweder wählen, auf welches Tor sie in der ersten Halbzeit spielt, oder ob sie den Anstoß ausführen will. Bislang durfte der Gewinner lediglich die Seite auswählen, von der das Team aus spielen wollte.

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Keine (Strafraum-)Grenzen mehr beim Abstoß

Bislang galt: Bei einem Abstoß musste der Ball erst den Strafraum verlassen haben, ehe ein Mitspieler ihn annehmen durfte. Die neue Regel besagt dagegen, dass der Ball im Spiel ist, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt hat. Er muss den Strafraum nicht mehr zwingend verlassen. Das gilt aber nicht für Gegenspieler: Wenn ein Gegner, der sich bei der Ausführung des Abstoßes im Strafraum befindet, den Ball berührt oder einen Zweikampf um den Ball beginnt, wird der Abstoß wiederholt. Grundsätzlich müssen gegnerische Spieler den Strafraum bei einem Abstoß verlassen.

Die Abstoßregel ist einer der Änderungen, die Rott als „praxisnah“ bezeichnet. Gab es zuvor Schiedsrichterball, wenn ein Spieler einen Abstoß innerhalb des Strafraums angenommen hatte, „wird die Regel das Spiel verändern“, glaubt der Lehrwart. „Hier hat man sich den Gegebenheiten angepasst.“

Freistöße schneller ausführen

Um mögliche Torchancen nicht zu verhindern, dürfen Freistöße seit dem 1. Juli auch dann schnell ausgeführt werden, wenn der Schiedsrichter einem Spieler noch eine Gelbe oder Rote Karte zeigen will. Der Unparteiische kann die Verwarnung bei der nächsten Spielunterbrechung nachholen.

Weniger Unruhe in der Freistoßmauer

Neue Regeln gibt es auch bei Freistößen in Tornähe. So dürfen sich die Spieler der ausführenden Mannschaft nicht mehr mit in die Mauer stellen. Stattdessen müssen sie einen Meter Abstand von der Mauer halten. Die Regel gilt allerdings nur dann, wenn die Mauer aus drei oder mehr Abwehrspielern besteht. „Auf diesem Weg soll es zu weniger Unruhe oder Reibereien kommen“, sagt Rott. Ob sich die Änderung so einfach umsetzen lässt, müssen wir aber erst einmal abwarten.“

Mehr Freiheit für den Torwart beim Elfmeter

Musste der Torhüter den Regeln nach bislang mit beiden Füßen auf der Torlinie stehen, reicht es jetzt aus, wenn sich der Keeper „mindestens mit einem Teil eines Fußes auf oder über der Torlinie“ befindet.

Querschläger sind keine Rückpässe

Auch bei der Rückpass-Regel gibt es Anpassungen. Klärt ein Torwart ein Rückspiel eines Mitspielers nur unkontrolliert, darf er den möglichen Querschläger in Zukunft in die Hand nehmen.

Update, 9. Juli: Wir haben einen Fehler bei der Abstoß-Regelung korrigiert.

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