Happe: "Junge Kadetten haben Spaß gemacht"

Handball: Interview

Thomas Happe gewann mit Deutschlands Handballern 1984 in Los Angeles Olympia-Silber. In den letzten Tagen hat der 57-jährige Dortmunder, der als Geschäftsführer der „Turnhalle“ in Hacheney fungiert, mit wachsender Begeisterung vor dem Fernseher den Siegeszug der DHB-Auswahl bei der EM in Polen verfolgt, wie er im Gespräch mit Petra Nachtigäller verriet.

DORTMUND

, 05.02.2016, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach ihrem Sieg über die Spanier jubelte die Deutsche Handball-Nationalmannschaft mehr als ausgelassen und nahm überglücklich die Europameister-Schale entgegen.

Nach ihrem Sieg über die Spanier jubelte die Deutsche Handball-Nationalmannschaft mehr als ausgelassen und nahm überglücklich die Europameister-Schale entgegen.

Welche Eindrücke haben Sie mitgenommen?

Es hat gezeigt, dass Handball ein toller Sport ist, es hat gezeigt, was Mannschaftssport wirklich ausmacht. Es war ein komplett uneitler Auftritt aller, jeder hat für jeden gekämpft, hat nie aufgegeben. Sie haben an sich geglaubt, waren für ihr junges Alter unglaublich diszipliniert. Die Mannschaft hat sich gefunden, Selbstvertrauen aufgebaut, das war so ein wenig wie bei unserem Olympia-Silber 1984. Also, das hat jetzt unglaublich Spaß gemacht. Einfach großartig!

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Wie erklären Sie sich den couragierten Auftritt vor allem der jungen Spieler?

Erst einmal ist Trainer Dagur Sigurdsson ein ebenso uneitler Typ, der die Mannschaft mit viel Gespür trotz aller Verletzten so zusammengestellt und eingestellt hat. Dann aber haben auch die Stützpunkte in Deutschland gut gearbeitet, ob in Magdeburg oder Gummersbach, da hat man das Gefühl, da kommt noch was nach. Wichtig ist, dass die jungen deutschen Spieler auch tatsächlich Spielanteile auf hohem Niveau bekommen. Es war trotzdem schon erstaunlich, wie abgeklärt diese jungen Kadetten aufgetreten sind.

Viele Funktionäre erhoffen sich nun einen Boom in Deutschland ...

Erst einmal war hervorragend, dass so viel im frei empfangbaren Fernsehen übertragen wurde und wie viele Nicht-Handballer begeistert waren. Wenn eine Nationalmannschaft international Erfolge feiert, hat das immer Auswirkungen auf den Jugendbereich. Ich hoffe, dass der Handball insgesamt davon profitiert.

Und wie sehen Sie die Situation in Dortmund? Sind Sie da noch im Thema?

Natürlich! Ich bin ab und an bei den BVB-Frauen und freue mich, dass sie sich als Aufsteiger so gut präsentieren und dass der Gesamtverein um Präsident Rauball das Projekt mitträgt. Auch bei meinem alten Klub OSC schaue ich manchmal vorbei. Es wäre schön, wenn sie wieder in die Oberliga aufsteigen könnten und der Handball in der Stadt wieder etwas nach oben kommt.

Große heimische Talente müssen heute nach Hagen oder Hamm abwandern, wenn sie sich weiterentwickeln wollen ...

Ja, das ist leider so. Im Endeffekt scheitert es hier immer an den fehlenden wirtschaftlichen Voraussetzungen.

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